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    Chelseas Umbruch: Held Drogba geht

    Chelseas Klub-Ikone Frank Lampard widersprach aber allen Schwarzsehern, die glauben, dass der Gewinn der Champions League ein Ende des in die Jahre gekommenen Teams markieren könnte. "Das ist erst der Anfang", sagte der 33-Jährige. Aber es ist eventuell auch das Ende von Didier Drogba.

    "Niemand will sich auf diesem Sieg ausruhen", sagte Lampard, der beim dramatischen 4:3-Sieg im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern die "Blues" als Kapitän auf den Platz geführt hatte, in britischen Medien.

    Abramowitsch erst recht nicht. "Jahr für Jahr will er, dass wir besser werden, er greift für uns jedes Jahr in seine Hosentasche. Vielleicht will er uns bald auf das nächste Level führen", sagte der etatmäßige Kapitän John Terry in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". Nur weiß auch er nicht, welchen Plan Abramowitsch derzeit ausheckt.

    Keine Lust auf Bankdrückerei

    Sicher scheint nur, dass der Oligarch nicht mehr mit Champions-League-Held Didier Drogba planen will. In München hatte der Ivorer noch mit einem Kuss auf das Vereinswappen den Fans gegenüber seine Verbundenheit zum Klub signalisiert.

    Doch Abramowitschs neue Pläne haben den Ivorer wohl zum Abschied bewegt: "Wir werden nächste Saison nicht mehr zusammen sein", soll Drogba seinen Teamkollegen laut "France Football" verraten haben. Er wolle nicht von der Bank mitansehen, wie bei den "Blues" eine neue Mannschaft aufgebaut werde. Ein Sprecher Drogbas dementierte zwar die Schärfe der Aussage als "nicht echt". Fakt bleibt aber, dass sich der Topstürmer nicht ins zweite Glied zurückdrängen lassen will.

    Trennung zwischen Drogba und Chelsea offiziell

    Der FC Chelsea bestätigte die Trennung zum Saisonende mittlerweile auf der offiziellen Vereinshomepage. Der Vertrag mit der ivorischen Legende wird an der Stamford Bridge nicht verlängert.

    Somit könnte Drogba nach acht Jahren an der Stamford Bridge einen Vertrag bei Shanghai Shenhua unterzeichnen, der dem 34-Jährigen angeblich einen äußerst stattlichen Wochenlohn von umgerechnet fast 310.000 Euro bescheren könnte. Bestätigen wollte dies Drogba aber nicht. Er meinte lediglich: "Es wird ein anderes Abenteuer."

    Torres als Erbe Drogbas

    Mi Drogbas Abschied könnte Fernando Torres seine Position einnehmen. Doch der Spanier selbst ist ins Grübeln gekommen, vor allem nachdem er gegen den FC Bayern nur eingewechselt wurde. "Ich muss wissen, was passieren wird und welche Rolle ich innerhalb des Teams einnehmen soll", sagte der Angreifer in einem Interview auf "as.com": "Und dann muss ich beurteilen, ob es sich lohnt zu bleiben."

    Markiert womöglich ausgerechnet der größte Triumph in der 107-jährigen Vereinsgeschichte doch eine tiefgreifende Zäsur? Sicherlich, wenn neben Publikumsliebling Drogba auch noch Erfolgsmacher di Matteo gehen würde.

    Guardiola im Visier

    Der auch schon in Medien gehandelte Fabio Capello bekundete zwar am Wochenende, dass an den Gerüchten um seine Person beim FC Chelsea nichts dran sei. Spekulationen zufolge dürfte aber auch Josep Guardiola im Visier sein. Der Star-Coach des FC Barcelona hatte seinen Abschied bei den Katalanen in diesem Sommer angekündigt. Er will erstmal ein Jahr Pause machen.

    Denkbar wäre also auch, dass di Matteo nach seinen überaus erfolgreichen zweieinhalb Monaten mit zwei Titeln (Chelsea holte auch noch den FA-Cup) womöglich als Platzhalter installiert würde. Ob der 41-jährige Italo-Schweizer dazu bereit wäre, ist eine andere Frage. Antworten kann letztlich nur Abramowitsch geben.

    Nur Abramowitsch kennt die Zukunft

    Nach dem Triumph in München hatte er noch in der Kabine Worte an die Mannschaft gerichtet. "Roman hat viel gelacht. Es war einer der Momente, in denen man die Distanz zwischen ihm und uns etwas aufbrechen konnte", erzählte Terry in dem "SZ"-Interview. "Man konnte spüren, wie viel es ihm bedeutet", meinte Lampard. "Die Leute reden viel Unsinn über Chelsea und den Besitzer."

    Nun wäre es allerdings gut, wenn Abramowitsch auch über die dringlichsten Personalfragen reden würde. Doch selbst bei der Parade im offenen Chelsea-Bus durch Londons Straßen war dem Russen mehr als ein Lächeln nicht zu entlocken, als er vorgestellt wurde, als der, ohne den das alles nicht möglich gewesen wäre.

    Video: So singen die Chelsea-Stars

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