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    Wiggins dominiert Zeitfahr-Showdown

    Mit einem klaren Sieg im Kampf gegen die Uhr hat Bradley Wiggins am vorletzten Tourtag seine Führung ausgebaut und die Konkurrenz abgehängt. Der Brite siegte auf den 53,5 Kilometern nach Chartres überlegen, er nahm seinem Teamkollegen und Landsmann Christopher Froome 1:16 Minute ab.

    Das Sky-Duo belegte wie im ersten Tour-Zeitfahren die ersten beiden Plätze. Auf Rang drei kam diesmal Luis Leon Sanchez (Rabobank) mit 1:50 Minute Rückstand.

    Der spanische Zeitfahrmeister, der in Foix bereits die 14. Etappe gewonnen hatte, war sehr zufrieden mit seiner Leistung: "Ich habe ein gutes Zeitfahren absolviert", sagte Sanchez, nachdem er zwei Stunden auf dem "heißen Stuhl" des Spitzenreiters verbracht hatte, um am Ende doch von den beiden Sky-Briten überflügelt zu werden. "Das war keine Überraschung, sie sind die beiden Besten."

    Seit drei Wochen biss sich auch Vincenzo Nibali (Liquigas) vergeblich am überlegenen Sky-Duo die Zähne aus. Der Italiener verlor gegen Wiggins 3:38 Minuten, verteidigte seinen dritten Gesamtrang vor dem Belgier Jürgen Van den Broeck (Lotto / 6. Tagesrang / + 4:22) aber souverän. "Ich bin zufrieden, weil ich alles probiert habe", bilanzierte Nibali. "Das Zeitfahren heute war einfach zu flach für mich."

    Evans verliert wieder viel Zeit

    Vorjahressieger Cadel Evans (BMC) verlor 5:54 Minuten und musste seinen sechsten Gesamtrang an Haimar Zubeldia (RadioShack) abgeben. Der Australier wurde von seinem jüngeren Teamkollegen Tejay van Garderen (USA), der drei Minuten nach ihm gestartet war, bereits nach 33 Kilometern überholt.

    Van Garderen, der als Gesamtfünfter das Weiße Trikot des besten Jungprofis nach Paris tragen wird, wollte von einem endgültigen Machtwechsel im BMC-Team aber trotzdem nicht sprechen: "Wenn Cadel im nächsten Jahr wieder die Form des vergangenen Jahres hat, dann kann er auch wieder gewinnen", sagte der 23 Jahre alte treue Edelhelfer aus Tacoma, Washington.

    Gretsch glänzt, Klöden klettert

    Aus deutscher Sicht sorgte Patrick Gretsch (Argos) 2:28 hinter Wiggins mit seinem exzellenten sechsten Tagesrang für eine große Überraschung. "Es war ein schönes Zeitfahren", freute sich der früh gestartete 23-Jährige, als viele seiner Kontrahenten noch nicht gestartet waren. "Ich wusste, dass ich mich hier gut verkaufen kann." Dass es so gut laufen würde, das hatte er aber nicht erwartet - Gretschs Ziel war lediglich eine Top-Ten-Platzierung.

    Bert Grabsch (Omega Pharma / + 3:43 Minuten), Andreas Klöden (RadioShack / + 3:49) und Jens Voigt (RadioShack / + 3:49) landeten auf den Plätzen 18, 19 und 20. Ebenfalls unter den besten 25 platzierte sich Dominik Nerz (Liquigas / + 4:14).

    Klöden verbesserte sich dadurch vom zwölften auf den elften Platz der Gesamtwertung. Nach etwas mehr als der Hälfte der Distanz hatte der zweimalige Tour-Zweite sogar den zehnten Rang von Thibaut Pinot greifbar nah. Doch auf den letzten Kilometern drehte der 22-jährige Franzose noch einmal auf, und verteidigte so seine Position.

    Sörensen kämpferischster Fahrer

    Voigt und Klöden waren somit auch die Bestplatzierten ihres RadioShack-Teams, das trotz eines Zeitverlusts von mehr als acht Minuten gegenüber der dominierenden Sky-Mannschaft die Führung in der Teamwertung verteidigte.

    Neben der Einzelgesamtwertung, der Jungprofi-Wertung und der Teamwertung sowie der Punkte- und der Bergwertung, die rechnerisch beide bereits nach der 18. Etappe entschieden waren, ist auch der Kampf um den Preis des Kämpferischsten Fahrers nun entschieden. Im Anschluss an das Zeitfahren wurde der seit zwei Tagen schwer an der Hand verletzte Däne Chris Anker Sörensen (Saxo Bank) zum Sieger dieser Ehrenwertung ernannt.

    Er hatte auf zahlreichen Bergetappen angegriffen, ohne dabei einen Etappensieg davontragen zu können. Genau wie die Trikotträger Wiggins, Van Garderen, Thomas Voeckler (Europcar) und Peter Sagan (Liquigas) muss aber auch er das Ziel in Paris noch erreichen.

    VIDEO: Wiggins erreicht das Ziel in Chartres

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