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    Murray: "Ich freue mich innerlich sehr"

    Die Hände vors Gesicht geschlagen, ging Andy Murray nach dem Gewinn seines ersten Grand-Slam-Titels in die Knie. Geradezu physisch sah man die tonnenschwere Last abfallen. "Ich wollte nicht die Person sein, die es als erstes schafft, fünf Grand-Slam-Finals nicht zu gewinnen", sagte Murray.

    Diese Vorstellung habe ihn vor dem Spiel am meisten unter Druck gesetzt, als er sich in der Umkleide mental vorbereitete, erklärte der Schotte nach dem größten Triumph seiner Karriere in New York.

    Daran, dass eine ganze Nation im Mutterland des Tennis seit über 76 Jahren auf einen neuen britischen Major-Champion wartet, konnte der 25-Jährige die meiste Zeit ausblenden. "Als ich zum Matchgewinn aufgeschlagen habe, hab' ich gespürt, was für ein großer Moment das in der britischen Tennis-Geschichte ist."

    Bisher war der dreifache Wimbedon-Sieger Fred Perry, der 1995 im Alter von 85 Jahren verstarb, der einzige Brite mit einem Grand-Slam-Titel. "Ich hatte nie die Chance, Perry zu treffen, sagte Murray, der sich wirklich gerne mit seinem Landsmann im Vorfeld darüber ausgetauscht hätte, wie es ist, ein Major-Turnier zu gewinnen. "Das hätte mir definitiv geholfen."

    Mit Lendl kam die Wende

    Die sportliche Akzeptanz in seiner Heimat war über die letzten Jahre ein hartes Stück Arbeit für Murray. 2012 ist, mit Trainer Ivan Lendl an der Seite, endlich der Knoten geplatzt. Seit knapp einem Jahr arbeiten die beiden zusammen. Der nach außen völlig emotionslos wirkende Lendl hat Murray geholfen, den Glauben an sich und die mentale Gelassenheit zu finden, die ihm auf dem Platz gefehlt hat.

    Mit dem Olympia-Sieg in Wimbledon gegen Roger Federer hat der Schotte bewiesen, dass die anfangs oft belächelte Zusammenarbeit fruchtet und sich endgültig in die Herzen der Briten gespielt. Spätestens jetzt, nach dem Triumph in New York, werden wohl die letzten Kritiker verstummen.

    In der Top-Liga angekommen

    "Wie oft wurde ich gefragt: Wann gewinnst du einen Grand Slam? Ich bin stolz, es endlich getan zu haben. Und, ja, jetzt muss mir diese doofe Frage nicht mehr gestellt werden", freute sich Murray. Am sportlichen Glamour-Faktor eines Champions kann der oft unnahbar wirkende Schotte, der in New York prominente Endspiel-Unterstützung von Schauspieler Sean Connery und ManUnited-Trainer Alex Ferguson bekam, sicher noch arbeiten.

    Nach dem Match konnte Murray seine Emotionen auch nur schwer in Worte fassen: "Ich freue mich innerlich sehr. Es tut mir leid, wenn ich das nicht so zeige, wie ihr es gerne hättet." Aber wahrscheinlich braucht der Schotte noch einige Zeit, bis er begreift, dass er sein großes Ziel erreicht und sich - nicht nur auf dem Papier - in eine Liga mit Federer, Djokovic und Nadal eingereiht hat.

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