Neben dem Polen, den ein Teilriss des Syndesmosebandes außer Gefecht setzt, fehlen auch Innenverteidiger Mats Hummels (Mittelfuß, zwei Wochen), Sven Bender (Schädelprellung, zwei Wochen) und Ilkay Gündogan (Wirbelsäule, drei Wochen).
Die Misere kommt- trotz des Zeitaufschubs - zur Unzeit für den Titelverteidiger. Gerade ist der Rückstand auf die Überflieger-Bayern auf neun Punkte angewachsen. Außerdem steht in eineinhalb Wochen der Knaller-Doppelpack gegen Schalke 04 und Real Madrid an. Vermutlich wird der BVB das Revierderby in stark veränderter Form antreten müssen.
Klopp fehlen Heynckes' Möglichkeiten
Zwar hat die sportliche Leitung in den vergangenen Jahren alles unternommen, um den Kader in der Breite zu verstärken. Nun stellt sich die Elf jedoch fast von selbst auf. Jürgen Klopp verfügt bei weitem nicht über ein solch großes Reservoir an absoluter Spitzenklasse, um seine Rotations-Maschine am laufen zu halten, wie sein bayrischer Kollege Jupp Heynckes.
Der FCB-Coach vollführt in dieser Saison bislang ein wahres Rotations-Feuerwerk (rund vier Wechsel in der Startformation pro Spiel). Klopp bevorzugte die Spar-Maßnahme (im Schnitt ein Tausch). Nun sind ihm die Alternativen abhanden gekommen.
Hummels' Platz wird Felipe Santana, die zuverlässige Nummer drei in der Innenverteidigung, einnehmen. Davor wird es spannend.
Kuba ist die Dortmunder Seele
Gündogan und Bender hinterlassen eine große Lücke auf der Doppel-Sechs. Beide Nationalspieler sind Säulen des BVB-Systems. Bender in defensiver, Gündogan in offensiver Hinsicht. Ihre Rollen werden zwangsläufig von Sebastian Kehl - derzeit ebenfalls angeschlagen - und Moritz Leitner übernommen.
Auch Leonardo Bittencourt käme für diese Position in Frage. Für den 18-Jährigen scheint das Wasser Bundesliga aber noch eine Nuance zu kalt.
In der offensiven Dreierreihe wiegt besonders der Ausfall von "Kuba" Blasczcykowski schwer. Der Pole knickte in Hannover bei einer Flanke um, ohne Einwirkung des Gegners. "Ich wusste gleich, dass etwas kaputt ist", sagt er. Er täuschte sich nicht.
Blaszczykowski wird oft vergessen, wenn über Dortmunds herausragende Einzelkönner diskutiert wird. Dabei streute er allein in der noch jungen Saison drei Tore und drei Assists ein.
Großkreutz oder Perisic?
"Kuba" ist wichtiger für den Dortmunder Erfolg als so mancher Experte erkennt. In der vergangenen Rückrunde, die der BVB mit 14 Siegen abschloss, ließ er den Ausfall von Mario Götze fast vergessen. Sechs Tor und sieben Vorlagen zeugen von beeindruckender Form.
Mit seinem Landsmann Lukasz Piszczek bildet er den Dortmunder Motor auf der rechten Seite. Offensiv wie defensiv harmonieren die Freunde. "Er ist ein Weltklasse-Spieler und war in absoluter Top-Form", sagte Piszczek im Trainingslager der polnischen Nationalmannschaft. "Ich weiß nicht, wer ihn ersetzen soll."
Auch wenn der Verteidiger damit die eigene Nationalmannschaft meinte, wird sich BVB-Trainer Klopp ebenfalls Gedanken machen.
Wahrscheinlich wird der defensivstarke Kevin Großkreutz, wie schon in Hannover, das Offensiv-Trio vervollständigen, Marco Reus den mittleren Part spielen und Mario Götze Kubas Position einnehmen. Ivan Perisic heißt die Alternative.
Der Zeitraum bis zu Kubas Rückkehr ist richtungweisend für die gesamte Saison. In der Liga muss der Rückstand auf Bayern dringend in geregelten Bahnen gehalten werden. In der Champions League muss der Plan sein, aus beiden Spielen gegen Real Madrid etwas Zählbares mitzunehmen.
Für Borussia Dortmund wird der Herbst 2012 zu einer echten Prüfung.
TV-Tipp:
Verfolgen Sie die U17-WM der Fußball-Frauen mit der DFB-Elf bis zum Finale am 13. Oktober in Baku live und exklusiv bei Eurosport, Eurosport 2 und im Eurosport Player.

