In den Auszügen, die die "Bild" vorab veröffentlich, spricht der Weltmeister von 1990 vor allem über erschreckende Erlebnisse während seiner Zeit als Fußball-Star.
In jungen Profi-Jahren sei ihm der Erfolg zu Kopf gestiegen, gibt Matthäus zu und verrät: "Ich habe die ersten Schulterklopfer falsch eingeschätzt, habe mich verleiten lassen, häufiger und länger auszugehen. Nach erfolgreichen Spielen betäubte ich mich gerne mal. Ich erlebte Filmrisse. Zum Bier kam der Whiskey, teilweise sogar kurz vor wichtigen Spielen."
Erst Pommes-Bude, dann Bordell
Zur Vorbereitung auf die EM 1988 hatte der DFB die Nationalkicker damals zu einem Turnier in Berlin geladen. Gleich das erste Spiel verlor Deutschland gegen Schweden. Doch einige Spieler gingen nachts doch noch in der Hauptstadt gut gelaunt auf Tour, darunter auch Matthäus. "Wir organisierten uns einen Opel, zwei Mann saßen vorne, drei hinten. Wir also los und rein in jeden besseren Laden Westberlins – von der Edel-Disco, über die Currywurst-Bude bis hin zum Bel Ami, einem gepflegten Bordell in der Nähe des Olympiastadions. Wir ließen uns ein paar Stunden in der Lounge nieder, tranken flaschenweise Champagner mit den 'Damen', und nicht allen reichte es aus, den Abend nur im Sessel zu verbringen...".
Franz Beckenbauer bekam Wind von dem nächtlichen Ausflug und stutzte die Spieler zusammen. Doch die Moralpredigt des "Kaisers" hatte einen erstaunlichen Inhalt, wie sich Matthäus erinnert: "Er war nicht sauer, dass wir in diesem Laden waren. Er fand es unmöglich, dass wir mit dem DFB-Anzug dort eingekehrt sind!"
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