Diverse Reporter hatten sich bereits positioniert.
Am Flughafen in München warteten sie auf den "Abschuss" von Javier Martinez, auf das erste Foto des Spaniers in seiner neuen sportlichen Heimat.
Doch dessen Anflug verzögert sich, am Mittwoch wird er nun definitiv nicht mehr anreisen, sondern stattdessen bei Athletic Bilbao ein Sondertraining mit dem ebenfalls abwanderungswilligen Fernando Llorente absolvieren.
Jetzt droht der Wechsel zum FC Bayern sogar ganz zu platzen!
"Es sieht im Moment nicht so gut aus, dass der Transfer klappt", sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß dem TV-Sender "n-tv". Grund sei das Verhalten des spanischen Clubs Athletic Bilbao, bei dem der defensive Mittelfeldakteur unter Vertrag steht.
"Weil die Leute in Bilbao sehr, sehr stur sind und offensichtlich alle Möglichkeiten ausnutzen, um den Transfer zu verhindern", sagte Hoeneß.
Der deutsche Rekordmeister hatte eingewilligt, die "Buy-out-Klausel" im Vertrag von Martinez, die sich auf 40 Millionen Euro belaufen soll, zu leisten. "Wir können diese Summe stemmen", hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bekräftigt.
Nach Angaben von Hoeneß hat Martinez eingewilligt, für die kommenden fünf Jahre "auf relativ viel Geld zu verzichten, so dass sich die Ablösesumme mindestens um acht bis zehn Millionen reduzieren würde", erklärte Hoeneß. "Das wäre natürlich immer noch ein Wahnsinnsbetrag."
Urrutia "ziert sich"
Das Geld steht zur Verfügung, der Aufsichtsrat des Rekordmeisters hat schon längst grünes Licht für die Überweisung gegeben. Mit dem Spieler besteht Einigkeit, am vergangenen Freitag wurden mit den Beratern von Martinez die letzten Details bei einem Geheimtermin in München festgezurrt.
"Wenn der Kollege von Bilbao, der Präsident, bereit wäre, einen Transfervertrag zu machen, dann könnte er recht schnell 40 Millionen bekommen. Aber er ziert sich", kennzeichnet Hoeneß das Hauptproblem.
Aktuell scheint kein Entkommen aus der Sackgasse zu sein, nahezu minütlich gibt es neue Gerüchte. Zuletzt schrieb die spanische Zeitung "El Mundo", Bilbao-Trainer Marcelo Bielsa verzichte auf die Nominierung von Martinez für das anstehende Europa-League-Spiel gegen Helsinki. Das wäre wiederum ein Indiz dafür, dass der Transfer doch noch zustande käme.
Generell drängt die Zeit, am Wochenende startet die Bundesliga, der FC Bayern tritt bei Greuther Fürth an. Für Martinez wäre jede Spielpraxis wertvoll, um sich schnell zu integrieren, auch vor dem Hintergrund, dass es Mitte September in der Champions League dann richtig ernst wird.
Eine letzte Möglichkeit wäre weiterhin, dass Martinez sich selbst freikauft, also die 40 Millionen beim spanischen Verband hinterlegt. Doch dann würden gleichzeitig Steuern fällig werden, die Ablösesumme würde sich demnach auf 46 Millionen Euro erhöhen. Das wollen die Bayern unbedingt vermeiden.
Der Ball liegt bei Bilbaos Präsident Josu Urrutia. Nimmt er ihn nicht auf, bewegt sich erst einmal gar nichts. Und die Reporter können ihren Platz am Flughafen bis auf weiteres räumen.
VIDEO - Die Bundesliga vor dem Start
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