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    Man spricht Deutsch im Handball

    Deutschland fehlt, doch Deutsch könnte beim olympischen Handball-Turnier zur Amtssprache werden. Wenn Island am Sonntag mit dem Spiel gegen Argentinien in der Copper Box von London den Männer-Wettbewerb eröffnet, werden nicht weniger als 14 Spieler mit Bundesliga-Erfahrung den Hymnen lauschen.

    Insgesamt sind die 1. und 2. Bundesliga in den zwölf Mannschaften mit 36 aktiven und 18 ehemaligen Akteuren vertreten. Dies entspricht knapp einem Drittel der 168 Olympia-Teilnehmer.

    "Das ist der Beweis, dass wir nicht nur vom Claim die stärkste Liga der Welt sind", sagte Holger Kaiser, neuer Mit-Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL, der Nachrichtenagentur dpa. Zugleich verwies er aber auch darauf, dass der Anteil deutscher Spieler mangels Qualifikation gleich Null ist. "Da müssen wir was dran drehen. Da hat ja Heiner Brand mit seiner Kritik schon recht gehabt", meinte Kaiser mit Verweis auf den früheren Bundestrainer und jetzigen Sportmanager des Deutschen Handballbundes (DHB).

    Anweisungen auf Deutsch?

    Islands Trainer Gudmundur Gudmundsson - zugleich Coach des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen - kann alle seine Anweisungen ans Team auf Deutsch geben. Aus dem 14-köpfigen Kader sind gleich neun Spieler bei deutschen Clubs unter Vertrag, vier weitere wie Ausnahme-Handballer Olafur Stefansson haben für Bundesliga-Vereine gespielt. Aufseiten des Panamerika-Meisters hat der deutschstämmige Torhüter Matias Schulz einst beim früheren Zweitligisten Dessau-Roßlauer HV gespielt.

    Ob den Isländern ein ähnlicher Coup wie vor vier Jahren in Peking mit Olympia-Silber gelingt, ist fraglich. Doch unabhängig vom Abschneiden nimmt Gudmundsson nach dem Turnier seinen Hut. "Mein letztes großes Turnier als Nationaltrainer", verkündete er. Künftig will sich der 51-Jährige nur noch auf die Löwen konzentrieren. "Es war und ist ja noch eine tolle Zeit, isländischer Nationaltrainer zu sein. Aber Bundesliga-Trainer und Nationalcoach in Personalunion zu sein, ist auch nicht einfach", gestand er.

    Dänemark mit sieben Bundesliga-Profis

    Das zweitgrößte Bundesliga-Kontingent schickt Dänemark aufs olympische Parkett. Der Europameister hat sieben Spieler im Aufgebot, die ihr Geld in Deutschland verdienen. Hinzu kommt Lasse Boesen, der beim TBV Lemgo und der SG Flensburg-Handewitt gespielt hat. Der deutsche Vize-Meister von der dänischen Grenze stellt in Thomas Mogensen, Anders Eggert, Michael Knudsen und Lasse Svan Hansen den Löwenanteil für den WM-Zweiten.

    Die Dänen sind neben Frankreich und Kroatien Top-Kandidat auf den Olympiasieg. Für Trainer Ulrik Wilbek wäre dies die Krönung: Als erster Handball-Trainer würde er dann mit Frauen (1996) und Männern Olympia-Gold gewonnen haben. Dieses historische Kunststück ist bislang nur dem deutschen Hockey-Trainer Markus Weise gelungen: 2004 gewann er in Athen mit den Frauen, 2008 in Peking mit den Männern.

    TV-Tipp:

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