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    Olympische Momente: Gold und Tränen

    Vor vier Jahren wurde Matthias Steiner zum stärksten Mann der Welt und sorgte für Bilder, die um die Welt gingen: Als Steiner die olympische Goldmedaille in Peking auf dem Siegerpodest entgegennahm, zeigte er ein Foto seiner Frau Susann, die ein Jahr zuvor bei einem Unfall ums Leben gekommen war.

    "Sie war auch heute bei mir. Sie begleitet mich immer. Ich hoffe, sie hat mitgekriegt, wie ich auf dem Podium stand", sagte der Superschwergewichtler aus Chemnitz. "Ich habe für alle Gold geholt: für meine Familie und Freunde, für Deutschland - und zu allererst für meine Frau."

    Wenige Minuten zuvor war der gebürtige Österreicher, der seit dem 2. Januar 2008 Deutscher ist, wie ein Irrwisch über die Gewichtheber-Bühne gesprungen, hatte sich dabei seinen Heberanzug von den breiten Schultern gerissen und auf den Bundesadler auf dem darunterliegenden T-Shirt gezeigt. Sechs Tage vor seinem 26. Geburtstag schaffte Steiner, was vor ihm noch kein deutscher Superschwergewichtler vollbracht hat: Gold im olympischen Zweikampf.

    "Wahnsinn, einfach Wahnsinn"

    "Das reißt mir fast die Brust auseinander. Ich bin total stolz", jubelte Bundestrainer und Sportdirektor Frank Mantek. "Ich habe schon viel erlebt, aber das hat dem Fass den Boden ausgeschlagen." Steiner konnte es nicht fassen. "Ich kann's nicht erklären. Wahnsinn, einfach Wahnsinn", stammelte der 145-Kilo-Koloss und wurde zur Doping-Kontrolle geführt. Mantek fiel erst seinem Athleten um den Hals und anschließend auf die Bühne, die er stürmisch küsste. Auch Michael Vesper, Chef de Mission der deutschen Athleten in Peking, kam aus dem Staunen nicht heraus: "Grandios, Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn. Das ist ein Siegertyp. Er war mit Silber nicht zufrieden."

    Kaum einer hatte dem gelernten Installateur diese Leistung zugetraut. Steiner wuchtete die Last von insgesamt 461 Kilogramm unter dem tosenden Beifall der 6.000 Zuschauer in die Höhe. Steiners Eltern verfolgten den Wettkampf auf der Tribüne. "Ich bin stolz, dass er Deutscher ist. Wenn er in Österreich geblieben wäre, hätte er in der schwächeren Gruppe starten müssen", sagte Vater Fritz mit zittriger Stimme. Seine Ehefrau schwärmte: "Er fasziniert mich: Wenn Matthias sich etwas vornimmt, dann setzt er das auch um."

    Drei Jahre hatte Steiner auf internationale Wettkämpfe verzichten müssen, weil der deutsche Pass auf sich warten ließ. Dass er als Diabetiker und beinahe Drei-Zentner-Mann nicht wie seine Nationalmannschaftskollegen in die Sportfördergruppe der Bundeswehr aufgenommen wurde, enttäuschte ihn zwar, beeinträchtigte seine sportliche Zielstellung aber nicht.

    Auch privat hat Steiner sein Glück wiedergefunden und heiratete im Januar 2010 die Fernsehmoderatorin Inge Posmyk, wenige Monate später wurde der gemeinsame Sohn geboren. Bei den Spielen 2012 in London wird der kleine Felix seinem Vater die Daumen drücken, auf das er auch in den nächsten vier Jahren der stärkste Mann der Welt bleibt.

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