Fünf Vorlagen und vier Tore hat der 23-Jährige in der Bundesliga bereits auf seinem Konto.
Er war an fast der Hälfte aller 21 Bayern-Treffer direkt beteiligt und liegt im Scorer-Ranking hinter Hannovers Szabolcs Huszti auf dem zweiten Rang.
Formhochs und Formtiefs gibt es immer wieder, aber selten werden sie von der Öffentlichkeit derart extrem aufgenommen, wie im Fall von Thomas Müller.
Die Kurzfristigkeit von Meinungen wird auch jetzt, wo der einst bei der WM 2010 gefeierte und dann später plötzlich als überbewertet bezeichnete Müller wieder aufblüht, besonders deutlich.
Dennoch muss man fragen, woran es liegt, dass sich der Bayer, der noch bei der EURO enttäuschte und nach der Gruppenphase aus der Startelf rotiert wurde, plötzlich wieder im Aufwind befindet?
Jäger des zweiten Balls
Müller ist ein Jäger des zweiten Balls. Er steht oft da, wo man stehen muss, wenn es Abpraller gibt und verwertet diese ideal. Ein Grund für Müllers Erfolg könnte also sein, dass die Bayern in dieser Saison häufiger den Abschluss suchen, als zuletzt. Doch das ist nur gefühlt so.
De facto schoss der Rekordmeister in der Saison 2011/2012, als Müller wenig zur Geltung kam, 15,4 mal pro Spiel auf des Gegners Gehäuse. In der laufenden Spielzeit sind es bislang "nur" 15,3 Torschüsse.
Kaum mit Zahlen zu be- oder widerlegen sind andere Begründungen: Müller kommt die Spielweise des ballhaltenden Mario Mandzukic eher entgegen, als die des reinen Abschluss-Stürmers Mario Gomez.
Dazu kommt, dass durch die Verstärkung der Doppel-Sechs mit Javier Martínez mehr defensive Stabilität ins Spiel der Münchener gekommen ist. Sowohl der Spanier als auch Bastian Schweinsteiger sichern je nach Spielsituation auch die Flügel ab, was den Offensivspielern und den aufrückenden Außenverteidigern zusätzlich den Rücken freihält.
Es ist alles ganz einfach
Dazu kommt, dass die Mannschaft insgesamt momentan wie aus einem Guss spielt und harmoniert.
Das alles hilft Müller dabei, sich wieder freier auf dem Platz zu bewegen und seine wuselige Spielweise auszuleben. Er kann offensiv wieder mehr Räume reißen und zieht oft zwei Gegenspieler auf sich, um Franck Ribéry, Mandzukic und Co. Platz zu verschaffen. Müller scheint so präsent, so aggressiv und kämpferisch wie eh und je.
Vor allem Letzteres ist auch Kopfsache und scheint daher auf eine der wohl simpelsten Erklärungen hinzuführen. Am Ende gibt's Futter fürs Phrasenschwein:
Wenn's läuft, dann läuft's. So einfach ist das eben im Fußball...
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