Joachim Löw über...
...die Favoritenrolle gegen Griechenland: "Natürlich sind wir gegen Griechenland favorisiert. Aber K.O.-Spiele haben einen eigenen Charakter und es wird nicht immer der Favorit gewinnen. Am letzten Gruppenspieltag war Russland gegen die Griechen auch der klare Favorit."
...den Ausfall von Georgios Karagounis: "Karagounis ist bei den Griechen der Ideengeber. Er bereitet Tore vor, macht sie selbst und ist auch gut bei Standardsituationen. Aber ich denke, derjenige Spieler, der nachrückt, wird sich genauso gut ins System einfügen. Es ist sicher ein schmerzhafter Ausfall, aber wir stellen uns auf einen anderen Spieler ein, der auch seine Qualitäten hat."
...die Schwierigkeit, Torchancen zu erspielen: "Wenn wir im letzten Drittel viel laufen und auf Tempo spielen und die Griechen fordern, dann werden wir unsere Möglichkeiten bekommen. Aber es wird nötig sein, aus wenigen Möglichkeiten ein Tor zu erzielen. Wir werden phasenweise sicher auf Granit beißen, aber wir werden Wege und Mittel finden, uns Chancen zu erarbeiten."
...die insgesamt defensivere Taktik bei der EM: "Bei der WM gab es noch mehr Räume, aber das ist bei diesem Turnier nicht mehr so. Die Mannschaften verteidigen besser. Man braucht deshalb viel Geduld."
...den Vergleich der Griechen mit dem FC Chelsea: "Der Vergleich mit Chelsea ist etwas weit hergeholt. Griechenland spielt seit vielen Jahren seinen Stil. Mehrheitlich sagen sie, dass ihre Defensive stark ist. Das Tor zu verteidigen und schnell zu kontern, das liegt ihnen. Sie sind ein bisschen wie Überlebenskünstler. Sie wollen nicht unbedingt angreifen. Aber Chelsea spielt in der Liga ja schon auch einen anderen Fußball, als man es im Champions-League-Halbfinale oder -Finale gesehen hat."
...die Personalsituation beim DFB: "Wir haben keinerlei Verletzungsprobleme. Auch Bastian Schweinsteiger wird morgen spielen können. Er ist gestern und vorgestern etwas kürzer getreten, weil er Sprunggelenksprobleme hatte. Aber er hat alleine jeweils eine Stunde trainiert und heute kann er das Abschlusstraining ganz normal absolvieren."
...die Bedeutung von Schweinsteiger und Sami Khedira: "Es ist wichtig, Spieler wie Schweinsteiger und Khedira zu haben, die die Verbindungen herstellen. Beide mussten sehr weite Wege gehen, weil die Lücken etwas zu groß waren."
...die Kritik in den Medien: "Ich lese relativ wenig und beschäftige mich wenig mit der Berichterstattung. Wir haben einige Bilder vom Public Viewing gesehen, und das gibt der Mannschaft natürlich zusätzliche Motivation. Innerhalb der Mannschaft weiß jeder, dass wir drei gute Spiele gemacht haben. Aber wir wissen auch selbst, dass wir uns noch steigern können. Dem gilt unsere Konzentration mehr, als einer kritischen Berichterstattung."
...die Leistung von Mats Hummels: "Mats Hummels hat bislang überragend gespielt. Er macht das, was ein Innenverteidiger machen muss, sehr, sehr gut. Er gewinnt Bälle und steht im Zweikampf extrem stark. Er hat sich in den letzten Wochen auch im Spiel nach vorne auf unsere Spielweise eingestellt und spielt sehr gute, flache Bälle durch die Mitte. Es war von ihm in den ersten drei Spielen eine sehr starke Leistung, die unserer Abwehr viel Halt gegeben hat."
TV-Tipp:
Die EURO 2012 Show - die EM-Expertenrunde mit Patrick Kluivert, Thomas Berthold, Fredi Bobic, Rafa Benitez und Arsène Wenger analysiert vom 7. Juni bis 2. Juli immer um 20:00 Uhr LIVE die Geschehnisse in Polen und der Ukraine.
