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    Löw hält lautstarke Brandrede

    Joachim Löw hat sich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit der EURO mit Zuversicht, Optimismus aber auch deutlichen Worten zurückgemeldet. Der Bundestrainer kritisierte den Umgang mit dem EM-Aus, die Diskussion um das Singen der Nationalhymne und warf Markus Babbel Respektlosigkeit vor.

    Nach der teilweise heftigen Kritik an der DFB-Elf nach der Europameisterschaft hat Löw erneut Fehler eingeräumt, sein grundsätzliches Konzept aber verteidigt. "Fakt und grundsätzlich ist auf jeden Fall eines: Unser Weg, den wir eingeschlagen haben, der stimmt", sagte der 52-Jährige auf der DFB-Pressekonferenz vor dem Test gegen Argentinien (Mittwoch, 20:45 Uhr im Liveticker bei eurosport.yahoo.de).

    Deutliche Worte fand er bezüglich der harschen öffentlichen Kritik nach dem Halbfinal-Aus gegen Italien. "Es geht nicht, dass sämtliche Sachen, die vor der EURO gelobt wurden, anschließend in Frage gestellt werden", sagte Löw und machte deutlich, was er von der Berichterstattung nach der EM hält.

    "Die Kritik ermüdet mich"

    "Sportliche Kritik nehme ich mit allem Verstand und aller Demut an und versuche auch, daraus meine Schlüsse zu ziehen. Aber manche Teile der Kritik ermüden mich, ich halte sie für nicht zielführend", sagte ein sichtlich angespannter Bundestrainer.

    "Die Nationalelf hat in den vergangenen Jahren viel in Sachen Außendarstellung und Integration geleistet, das scheinen einige zu vergessen", ergänzte Löw und machte deutlich, was er von der Debatte über das Mitsingen der Nationalhymne hält.

    "Die Hymne zu singen ist schön, aber das sagt nichts über die Motivation eines Spielers aus. Unsere Spieler mit Migrationshintergrund identifizieren sich mit dem Trikot, der Nationalmannschaft und Deutschland", sagte der Coach und warnte davor, die Diskussion fortzuführen.

    "Eine fatale Entwicklung"

    Es schwinge dabei immer der unterschwellige Vorwurf an die Spieler mit Migrationshintergrund mit, dass sie "keine guten Deutschen" seien, diese Entwicklung sei "fatal".

    Auch auf den Vorwurf, dass es dem Team an Führungsspielern mangele, fand Löw eine klare Antwort. "Es gibt keine flache Hierarchie. Wir haben Führungsspieler, die vorangehen und ihre Meinung sagen. Die Spieler werden ihrem Anspruch gerecht, sie sind absolute Siegertypen und erfüllen ihre Aufgaben mit großer Investition. Diese Diskussion werde ich in Zukunft nicht mehr führen".

    "Auch die Spanier haben ihren eigenen Koch"

    Die Kritik, die Spieler befänden sich in einer zu harmonischen Komfortzone, wies er ebenfalls zurück. "Sie sind nicht verwöhnt. Wir haben hohe Ansprüche an unsere Spieler, die perfekt ausgeführt werden müssen. Auch die Spanier haben ihren eigenen Koch und stehen nicht selbst am Herd", so Löw.

    Mit Blick auf die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien sagte er: "Wir haben ein langfristiges Konzept, daran werden wir absolut festhalten. Es gibt keinen Grund, von diesem Konzept abzuweichen. Den roten Faden werden wir mit aller Flexibilität beibehalten."

    Dabei soll der Test gegen Messi und Co. eine erste Standortbestimmung darstellen. Verzichten muss Löw in Frankfurt/Main auf Nationaltorhüter Manuel Neuer, der wegen einer Beckenkammprellung ausfällt.

    Tür für Wiese nicht geschlossen

    Nach der Absage des Bayern-Keepers wird Ron-Robert Zieler gegen Argentinien zum zweiten Mal im Tor der Nationalmannschaft stehen. "Ob Zieler durchspielt, lassen wir offen", sagte Löw.

    Für das Freundschaftsspiel nominierte er den 20 Jahre alten Gladbacher Marc-André ter Stegen nach, der ebenfalls erst ein Länderspiel absolviert hat. Routinier Tim Wiese (30) hat wohl keine WM-Chance mehr, auch wenn der Verzicht auf den Keeper von 1899 Hoffenheim "kein Ausschluss für alle Zeiten" bedeuten müsse, wie der Bundestrainer sagte.

    "Respektlosigkeit von Babbel"

    Er nutzte die Gelegenheit, um die Kritik von Hoffenheims Trainer Markus Babbel, dass nicht er persönlich Wiese über die Torwartpläne informiert habe, sondern sein Assistent Hansi Flick und Torwartcoach Andreas Köpke, scharf zurückzuweisen.

    "Das ist eine Respektlosigkeit von Babbel gegenüber Andy Köpke und Hansi Flick", wurde Löw zum Abschluss einer bemerkenswerten Pressekonferenz deutlich.

    TV-Tipp:

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