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    Löw: "Einfach blöd und unsinnig"

    Bundestrainer Joachim Löw spricht nach dem Argentinien-Spiel über die 1:3-Niederlage, den Elfmeter sowie die Kritik von Oliver Kahn. Zudem äußert sich der 52-Jährige zur Verletzung von Mats Hummels und zum Stürmer-Problem in der deutschen Nationalmannschaft.

    Wie fällt Ihr Fazit zur Niederlage gegen Argentinien aus?

    Joachim Löw: Es ist schwer, dieses Spiel zu diesem Zeitpunkt einzuschätzen. Ich denke, dass der Spielverlauf etwas gegen uns war. Mit den ersten 25 Minuten war ich zufrieden. Aber es gilt natürlich, die Chancenverwertung weiter zu verbessern. Nach der Rote Karte war es nicht einfach, Zugriff auf die technisch starken Argentinier zu bekommen. Mit zehn Man war es schwierig, zurück ins Spiel zu finden.

    Welche Erkenntnisse ziehen Sie aus diesem Spiel?

    Löw: Dieses Spiel bietet eine gewisse Orientierung für mich, um den aktuellen Zustand einiger Spieler wie Lars Bender zu sehen. In der WM-Qualifikation gegen die Faröer werden wir mit Sicherheit ein anderes Spiel gegen eine nicht so starke Offensive sehen. Dann herrschen auch andere Voraussetzungen, weil die Spieler zu diesem Zeitpunkt bereits ein paar Pflichtspiele hinter sich haben. Heute hat man gesehen, dass einige Spieler nicht frisch waren.

    Deutschland hatte einige gelungene Offensivaktionen. Konnten Sie diese genießen?

    Löw: Insgesamt war es ein unterhaltsames Spiel. Aber nach dem 0:2 konnte ich dieses Spiel natürlich nicht mehr genießen. Danach war klar, dass es fast unmöglich ist, diese Begegnung noch zu drehen. Ich konnte zwar sehen, dass wir ein paar gute Kombinationen hatten. Aber in der zweiten Halbzeit konnte ich das Spiel nicht mehr genießen.

    Hätte Ron-Robert Zieler den Elfmeter vermeiden können?

    Löw: Ob sich Ron zu spät von der Linie wegbewegt hat, habe ich nicht genau gesehen. Es kommt natürlich vor, dass ein Torwart einen Tick zu spät kommt. Aber wer diese Regel erfunden hat - Elfmeter und Rot - das ist einfach nur blöd und unsinnig. Ich habe ihn nur kurz in der Halbzeit gesehen. Natürlich ist das bitter, solch ein Platzverweis in seinem zweiten Länderspiel. Da ist es natürlich klar, dass er betrübt war. Aber das braucht er nicht sein, denn das war sehr unglücklich.

    Mussten Sie Marc-André ter Stegen trösten, der in seinen zwei Länderspielen bereits acht Gegentore bekommen hat?

    Löw: Ich denke nicht, dass man Marc aufbauen muss. Er hat den Elfmeter super gehalten und hatte danach noch einige gute Szenen.

    Wie wichtig ist Marco Reus im Hinblick auf die kommende WM-Qualifikation?

    Löw: Sehr wichtig. Aber ich denke, dass Marco Reus noch einen großen Schritt nach vorne machen kann. Er hat unglaubliche Fähigkeiten und man hat gegen Argentinien wieder gesehen, was er für ein Potenzial hat. Ich glaube, dass zwei, drei dieser jungen Leute noch öfters ins Spiel kommen, weil sie einfach große Fähigkeiten haben.

    Oliver Kahn hat vor allem die Abwehrarbeit kritisiert. Sehen Sie das genauso?

    Löw: Ich teile bedingt die Kritik von Oliver Kahn, denn grundsätzlich hatten wir es gegen Argentinien schwer. Messi hat immer wieder Räume bekommen. Wir haben uns zu früh rauslocken lassen. Das müssen wir in Zukunft besser machen. Kahn hat auch gesagt, dass zehn Prozent vom Willen fehlen. Aber wer will das einschätzen? Ich kann taktische Dinge analysieren, aber ich kann keinem Spieler den Vorwurf machen, dass er nicht alles gegeben hat. Ich glaube nicht, dass einem Bender, Özil oder Khedira zehn Prozent gefehlt haben.

    Wie bewerten Sie Ihre Wutrede mit ein paar Tagen Abstand?

    Löw: Eine Wutrede habe ich nicht vernommen. Ich habe einfach meine Meinung gesagt. Ich denke, dass eine Wutrede anders aussieht. Ich habe darüber auch mit der Mannschaft gesprochen. Aber auch darüber, wie die EM war und was wir daraus für Schlussfolgerungen gewonnen haben.

    Sehen Sie ein Stürmer-Problem in der Nationalmannschaft?

    Löw: Natürlich denke ich darüber nach, dass wir auf hohem internationalen Niveau mit Gomez und Klose nur zwei Stürmer haben. Das ist aber nicht die einzige Position bei uns. Bei den Links- und Rechtsverteidigern gibt es auch nicht viele gut ausgebildete Spieler. Aber es gibt noch Reus, der beweglich ist und in der Spitze spielen kann. Götze kann ebenfalls weiter vorne spielen. Das sind Spieler, die mit ihrem Spielwitz immer wieder für Gefahr sorgen können.

    Wie geht es Mats Hummels?

    Löw: Unmittelbar nach dem Zusammenprall habe ich gedacht, dass er weiterspielen kann. Danach ist ihm aber schwindlig geworden und er hat gesagt, dass es nicht mehr geht. Er hat sich eine kleine Halswirbelverrenkung zugezogen. Mehr kann ich im Moment nicht sagen.

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