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    Kroos: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

    Die ersten Herbst-Depressionen hat die deutsche Nationalmannschaft hinter sich gelassen. Beim 6:1-Sieg gegen Irland glänzte neben Marco Reus auch ein Bayern-Spieler. Ausgerechnet Toni Kroos, den der Bundestrainer zu Beginn der Begegnung auf die Bank setzte, nutzte seine Chance mit einem Doppelpack. Der Khedira-Ersatz kann sich nun Hoffnungen auf einen Einsatz gegen Schweden machen.

    Toni Kroos hat seine Lektion gelernt. In die zweite Reihe wird sich der 22-Jährige aber nicht kampflos stellen. Beim WM-Qualifikationsspiel gegen Irland schoss sich der technisch brillante Mittelfeldmann mit seinen ersten beiden DFB-Toren 2012 für Schweden warm. Weitere Treffer sollen folgen.

    Dafür muss er Sami Khedira von der Doppelsechs verdrängen, was alles andere als leicht wird. Der Real-Profi gilt als künftiger Leitwolf in der deutschen Nationalmannschaft. Bastian Schweinsteiger ist nach seinem Comeback unter Bundestrainer Jochim Löw gesetzt und hat in Dublin die Kapitänsbinde getragen.

    Kroos mit eindeutiger Kampfansage

    Keine einfache Aufgabe für Kroos, an einem der beiden Platzhirsche vorbei zu kommen. "Natürlich ist man enttäuscht, wenn man so einen Saisonstart mit dem FC Bayern München hinlegt und dann nicht von Beginn an spielt. Aber ich kann die Entscheidung nicht beeinflussen", erklärte Kroos nach dem Kantersieg gegen Irland.

    Im Bayern-Trikot traf Kroos in dieser Saison bereits drei Mal und bereitete ein Tor vor. Auf Grund des Überangebots im Mittelfeld spielt Kroos im DFB-Team aber nur die zweite Geige, während er beim Rekordmeister zum Stammspieler gereift ist. Auf der Suche nach der nötigen Balance pendelt Kroos zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

    "Der Bundestrainer hat mir nicht erklärt, warum ich nicht von Beginn an spiele. Das muss er auch nicht, das ist seine Entscheidung, ob er mir es erklärt oder nicht", meinte der gebürtige Greifswalder, der seine Fußballausbildung beim FC Hansa Rostock erhielt. Beim nächsten Spiel gegen Schweden könnte er wieder dabei sein.

    Bewerbungsschreiben für Löw

    Khedira plagt eine Muskelverhärtung im linken Oberschenkel. Der Real-Profi musste gegen Irland zur Halbzeit raus. "Es ist nichts gerissen", betonte Löw, "wir haben es rechtzeitig geschafft, ihn rauszunehmen, bevor etwas kaputtgeht." Man muss aber die nächsten Tage abwarten, ob Khedira in Berlin zum Einsatz kommt.

    Für Kroos die Chance, dem Bundestrainer ein weiteres Bewerbungsschreiben zu präsentieren. "Natürlich wussten wir, dass wir nach dem Österreich-Spiel besser spielen müssen. Gegen Irland haben wir eine gute Reaktion gezeigt", meinte der zweifache Torschütze nach dem Spiel vor 50.000 Zuschauern im Aviva Stadion.

    "Man muss diesen Sieg aber richtig einordnen. Wir haben gut gespielt, aber ich denke, dass Irland an diesem Abend kein guter Gegner war. Das kann für uns nicht der Maßstab sein. Wir haben es gut ausgenutzt, aber das Spiel am Dienstag gegen Schweden wird deutlich schwerer."

    Den eigenen Stellenwert kann Kroos realistisch einordnen. Er stellt sich aber nicht in den Schatten der anderen. "Wir haben im Mittelfeld hohe Qualität und ein großes Angebot. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich das Selbstbewusstsein habe und der Meinung bin, dass ich da irgendwo spielen sollte."

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