"Wir haben jetzt zweimal geführt, ich sehe es jetzt nicht ganz so, dass wir überragenden Fußball spielen", kritisierte der Bayern-Profi das Spiel der eigenen Mannschaft.
Dem Reporter der "tz" stellte er prompt eine Gegenfrage:"Sieht das für Sie so aus?" - In der ersten Halbzeit gegen Holland durchaus, lautete die Antwort. Kroos sah auch das anders: "Nun gut, da sind wir dann etwas anderer Meinung. Ich finde, da geht noch immer was nach oben."
Aber natürlich nur mit Kroos, meint Kroos und macht gegenüber Joachim Löw offensiv Eigenwerbung: "Er hätte mich auch an diesem Abend gegen Holland bringen können. Oder eben im nächsten Spiel. Ich bin jederzeit bereit."
Bislang wurde der 22-jährige Techniker nur zwei Mal in der jeweiligen Schlussphase gegen Portugal (87. Minute) und die Niederlande (81.) eingewechselt, beide Male für Mesut Özil.
Segen und Verschwendung
Kroos ist zweifellos einer der begnadetsten deutschen Fußballer. Allerdings hat er in der Nationalmannschaft äußerst illustre Konkurrenz. Im Moment gibt es für Löw eigentlich keinen Grund, die Doppelsechs mit Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira aufzubrechen.
Und obwohl Mesut Özil nach einer langen Saison mit Real Madrid noch etwas müde wirkt, ist er auf der Zehn hinter Gomez erst einmal gesetzt. Einerseits ist es für Löw ein Segen, einen Spieler wie Toni Kroos auf der Bank zu wissen, andererseits ist es luxuriöse Verschwendung.
Für das Spiel gegen Dänemark (Sonntag ab 20:45 Uhr im Liveticker bei eurosport.yahoo.de) kann man allerdings durchaus damit rechnen, dass sich der Bundestrainer punktuell zur Rotation entscheidet. Oder sogar für einen System-Umbau, indem er auf eine Dreierkette umstellt, wodurch Platz wäre für einen zweiten Stürmer oder eben einen weiteren Mittelfeldspieler. "Ich bin immer für eine Überraschung gut", hatte Löw zuletzt betont.
Nun wurde er aber erst einmal von Toni Kroos überrascht. Und diese Überraschung wird ihm nicht schmecken. Es sieht also ganz danach aus, als hätte der sympathische und eigentlich zurückhaltende Kroos mit seiner artikulierten Ungeduld ein Eigentor erzielt.
Schade wäre das allemal.
VIDEO - Dänemark ist zuversichtlich
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