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    Krawalle statt Rasenschach?

    Vor der EM-Partie Russland gegen Griecheland gerät der Sport ein wenig ins Hintertreffen: Die polnische Hauptstadt befürchtet vor dem Gruppenfinale zwischen zwischen den beiden Teams am Samstag (20:45 Uhr im Liveticker) erneut Ausschreitungen durch gewaltbereite Fußball-Fans.

    Einige der 20 000 erwarteten russischen Anhänger sollen nicht nur friedliche Absichten haben: "Mehrere hundert harte Jungs" seien auf dem Weg, berichtete die Moskauer Zeitung "Kommersant".

    Die erschreckenden Bilder vor und nach der Partie zwischen Polen und Russland sind noch immer präsent - am Samstagabend könnte es erneut eine brisante Konstellation geben. Denn zeitgleich zum Spiel der Russen im citynahen Nationalstadion werden in der Fan-Zone von Warschau rund 100 000 Anhänger erwartet, die das entscheidende Spiel des Gastgebers in Breslau gegen Tschechien auf einer Riesenleinwand verfolgen wollen.

    Sollten sich die Russen (4 Punkte) mit einem Erfolg gegen Griechenland (1) den Gruppensieg sichern und die Polen (2) gegen Tschechien (3) nicht gewinnen, ist die Fußball-Europameisterschaft für den Co-Gastgeber schon nach den ersten drei Spielen beendet - während die Russen noch dabei sein könnten.

    Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen

    Die Szenarien für diesen Fall sind besorgniserregend. Kommt es dann zu Zusammenstößen zwischen siegestrunkenen russischen Krawallmachern und deprimierten und in der Ehre gekränkten Polen? "Die Sicherheitsvorkehrungen für das Spiel werden angemessen sein", sagte Polens Innenminister Jacek Cichocki. Auch die Europäische Fußball-Union ist in erhöhter Alarmbereitschaft.

    "Die UEFA steht in engem Kontakt mit der Polizei. Wir wollen sichergehen, dass entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, um die große Zahl an russischen Fans angemessen und sicher in Empfang zu nehmen", sagte UEFA-Sprecher Robert Faulkner am Freitag in Warschau.

    Die Protagonisten auf dem Rasen blenden diese Nebengeräusche aus. Ob die Russen um Andrej Arschawin und den überragenden Dreifach-Torschützen Alan Dsagojew oder die bislang sieglosen Griechen - die Profis scheinen nur auf das K.o.-Spiel konzentriert.

    Russland hat Respekt

    "Griechenland ist ein gefährliches Team, vor allem sehr zweikampfstark", sagte Russlands Trainer Dick Advocaat. "Aber das Wichtigste wird sein, welche Leistung meine Mannschaft zeigt. Davon wird vieles abhängen", sagte der Niederländer.

    Nach dem berauschenden 4:1 gegen Tschechien musste sich die Sbornaja mit einem 1:1 gegen Polen zufriedengeben, will nun aber Platz eins verteidigen, um für das Viertelfinale in Warschau bleiben zu können. An ein mögliches Ausscheiden und eine Pleite gegen die Griechen will in der russischen Delegation niemand glauben.

    Für den Underdog ist die Ausgangslage gleichermaßen ernüchternd wie eindeutig: Nur ein Sieg hilft. «Die Chance auf das Viertelfinale ist dennoch da», sagt der frühere Bundesliga-Profi Theofanis Gekas. "Wir müssen die Russen schlagen, alles andere zählt nicht", sagte auch Linksverteidiger José Holebas mit einer Mischung aus Trotz und Ungläubigkeit.

    Griechenland mit Hoffnung

    Zu bieder traten die Griechen bislang auf, als dass sie eine ernsthafte Bedrohung für das schnelle und kombinationssichere Angriffsspiel der Russen darstellen könnten. Angreifer Giorgios Samaras versuchte dennoch, Hoffnung für sein Team und das ganze krisengeplagte Land zu verbreiten. "Wir glauben an uns, und wir werden bis zur letzten Minute des Turniers alles geben."

    VIDEO: Alle Informationen zum russischen Team

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