"Wir haben eine scheiß Anfangsphase gespielt. Deshalb ist das Ergebnis auch okay", brachte Jürgen Klopp den Auftritt seiner Mannen zu Beginn des Kräftemessens mit dem Rekordmeister auf den Punkt.
Fast eine halbe Stunde lang stand der Coach mit verschränkten Armen und kopfschüttelnd an der Seitenlinie. Tatenlos musste der frisch gekürte Trainer des Jahres zusehen, wie sein Starensemble vom Erzrivalen aus München phasenweise überrollt wurde und sich vor allen Dingen in der Defensive eklatante Lücken herauskristallisierten.
Noch viel Luft nach oben
Das beste Innenverteidiger-Duo der vergangenen Jahre, Mats Hummels und Neven Subotic, leistete sich bei den Gegentoren durch Mario Mandzukic und Thomas Müller grobe Patzer und stand sinnbildlich für die fehlende Abstimmung in Reihen des BVB.
"Die zweite Halbzeit war okay, da sind wir ins Rollen gekommen. Insgesamt müssen wir aber viel besser verteidigen", kommentierte Klopp den Gesamteindruck seiner Mannschaft und ließ keine Zweifel offen, dass viel Luft nach oben besteht.
Reus mit Anlaufschwierigkeiten
Neben den Schwächen in der Abwehrarbeit war dem Dortmunder Spiel auch anzumerken, dass die optimale Abstimmung im Offensivbereich noch gesucht wird. Neuzugang Marco Reus, der jüngst zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt wurde, sucht noch seinen Platz im Teams des Meisters.

Der Jungstar fand in der Anfangsphase keine Bindung ins Spiel und musste sich schon in der Vorbereitung von seinem Coach anhören lassen, worauf er sich in Dortmund einzustellen hat. "Mit Ball sehr ordentlich, gegen den Ball noch ausbaufähig", kommentierte Klopp die ersten Eindrücke seines neuen Mittelfeldmotors.
Harmonie mit Götze
Auf Reus wartet viel Arbeit, er wird sich auf die beim BVB praktizierte Philosophie des schnellen Gegenpressings einstellen müssen. Dies wird ihm sein Trainer auch nach einer halben Stunde gesagt haben, als er den Jungstar zu sich an die Seitenlinie holte und ihm deutliche Anweisungen gab.
Optimistisch sollte den 23-Jährigen aber die Entwicklung in der zweiten Halbzeit stimmen. Mit den nach der Pause eingewechselten Mario Götze und Julian Schieber harmonierte Reus auf hohem Niveau und brachte viel Schwung ins Dortmunder Angriffsspiel.
Die Westdeutschen erspielten sich nach dem Pausenpfiff einige gute Gelegenheiten, kamen durch Robert Lewandowski knappe 15 Minuten vor dem Ende zum Anschluss und hätten mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor den Ausgleich erzielen können. "In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, wie es anders geht", sagte Reus, der sich für die kommende Saison einiges vorgenommen hat.
Reus hat hohe Ziele
"Für mich fängt es jetzt erst richtig an. Vor allem die Erfahrung ist ein entscheidender Faktor, der in den nächsten Jahren hinzukommt. Gerade in den internationalen Spielen. Davon möchte ich natürlich möglichst viele bestreiten", sagte der Nationalspieler gegenüber dem "kicker".
Um diesen Ambitionen gerecht zu werden, müssen Reus und seine Nebenmannen vor allem im Defensivbereich eine ordentliche Schippe drauflegen. Damit sind die BVB-Stars auch gut beraten. Denn einen verpatzten Saisonstart wird Klopp garantiert nicht nur mit verschränkten Armen und Kopfschütteln kommentieren.
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