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    Klopp, Reus und das große Ganze

    Mit Shinji Kagawa gilt es für Jürgen Klopp einen entscheidenden Faktor der beiden Meisterjahre zu ersetzen. Der BVB-Trainer sieht im Abgang seines japanischen Mittelfeldstrategen keine Schwächung, sondern viel eher die Chance, das Spiel flexibler zu machen. Der Schlüssel hierzu heißt Marco Reus.

    Nach der Meisterschaft 2011 stand Jürgen Klopp vor der Aufgabe, die Lücke zu füllen, die der zu Real Madrid abgewanderte Nuri Sahin hinterließ. Mit dem vorhandenen Team plus Ilkay Gündogan gelang dies problemlos. Ein Jahr und ein Double-Gewinn später muss mit Shinji Kagawa der nächste Star in Dortmund ersetzt werden.

    "Beides waren Spieler, die entscheidenden Anteil an der Statik unseres Spiels hatten. Wir haben zwar Spieler, die die Qualität haben, diese Rolle ohne Weiteres einzunehmen. Die Problematik besteht jedoch darin, dass es nicht von heute auf morgen gehen wird", sagte Klopp der "Welt am Sonntag". "Unser Spiel wird sich ein bisschen verändern. Doch ich sehe darin auch eine Chance, auf Sicht einen größeren Variantenreichtum in unser Spiel zu bekommen."

    Der Schlüssel zu dieser neuen Flexibilität dürfte den Namen Marco Reus tragen. Der 17-Millionen-Neuzugang von Borussia Mönchengladbach spielt in Klopps Planungen eine zentrale Rolle, ohne jedoch eine Vorzugsbehandlung zu erhalten. "Marco Reus braucht keine Sonderstellung, er will sie nicht, und ich vergebe sie auch nicht."

    Klopp will Reus noch besser machen

    Die Fußstapfen, in die es nach Kagawas Abgang in Richtung Manchester United zu treten gilt, sind groß. Schließlich gelangen dem 23-Jährigen in seinen 71 Einsätzen für die Schwarz-Gelben 29 Tore und 16 Vorlagen. Aber Klopp bleibt gelassen: "Marcos Leistungsfähigkeit steht außer Zweifel. Und seine Qualität, gepaart mit unserer Geduld, ist eine gute Kombination. Er muss nicht im ersten Spiel vier Tore schießen."

    Trotz der hohen Ablösesumme sieht der Klopp den Transfer als Investition in die Zukunft. "Wir wollen ihm helfen, ihn zu dem Spieler zu machen, den wir in ihm sehen. Und das ist ein noch besserer Spieler als der, der er in Mönchengladbach schon war."

    "Wer das große Ganze gefährdet, der kann gehen"

    "Wir haben die 17 Millionen Euro für ihn bezahlt. Und er ist das Geld wert", urteilt Klopp über Reus, der sich für Dortmund und gegen den FC Bayern entschieden hat. Eine Neid-Diskussion, wie sie in den alten BVB-Zeiten schon einmal vorkam, würde Klopp im Keim ersticken. "Der Unterschied zu früher ist, dass ich jemanden, der so etwas anzettelt, nicht mehr mitspielen lassen würde." Der 45-Jährige sähe darin sein Teamkonzept generell gefährdet und würde handeln. "Wer so etwas in irgendeiner Form thematisiert, hätte den Gedanken, der hinter unserer Mannschaft steht, nicht verstanden. Dann müsste man sich trennen."

    "Bei uns gibt es keinen Marcio Amoroso mehr, der einen eigenen Physiotherapeuten und einen eigenen Arzt mitgebracht hat. So etwas wird hier nicht mehr vorkommen", mahnt Klopp und macht klar: "Wer das große Ganze gefährdet, der kann gehen."

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