WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Kein Selbstmitleid! Keine Egos! Keine Alibis!

    Matthias Sammer tritt mit markigen Worten seinen Dienst beim FC Bayern an. Die Mannschaft schwor er bereits beim Trainingsauftakt ein.

    Zwischen Präsident Uli Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge wurde er am späten Dienstagnachmittag bewusst platziert.

    Matthias Sammer ist das neue "Herzstück" (Rummenigge) des FC Bayern, das seit heute den Rhythmus vorgeben will und wird. Schon bei seiner Antrittsrede pulsierte er und brannte voller Leidenschaft für den Verein, die neue Aufgabe und die Ziele.

    "Wir haben überhaupt keine Zeit. Wir wollen, müssen und werden auch sofort erfolgreich sein. Wir sind der FC Bayern", sagte der 44-Jährige bei seiner Vorstellung im Pressesaal der Allianz Arena.

    Er dulde kein Selbstmitleid, keine Alibis und keine persönlichen Eitelkeiten. Sein primäres Ziel lautet: "Aufbruchstimmung erzeugen!"

    Neue Reize werden wichtig sein, die Enttäuschungen der letzten Saison und die der EURO haben garantiert ihre Spuren hinterlassen. Allerdings will Sammer das nicht gelten lassen. "Ich habe als Spieler nie drei Wochen Urlaub gehabt wie die Nationalspieler jetzt. Drei Wochen sind ausreichend Zeit um sich körperlich und geistig zu erholen", machte er deutlich.

    Ansonsten wirkte der neue starke Mann an der Säbener Straße locker, aber trotzdem fokussiert. Die nächsten Tage möchte Sammer nutzen, um Spieler und Trainer besser kennen zu lernen.

    Ein erstes Gespräch mit Jupp Heynckes hat bereits am vergangenen Wochenende stattgefunden, ein weiteres, ausführlicheres erfolgt am Mittwoch. Ein Thema wird dabei sicherlich auch Javi Martinez sein.

    Martinez im Anflug?

    Der Defensiv-Spezialist von Athletic Bilbao ist der Wunschkandidat der Verantwortlichen. Die Basken fordern 40 Millionen Euro Ablöse, nach Informationen von eurosport.yahoo.de wollen die Bayern jedoch nicht mehr als 25 Millionen für den 23-Jährigen ausgeben.

    "Warten wir ab", kommentierte Sammer die Personalie, die von nun an in seinem Bereich liegt. "Grundsätzlich hat dieser Spieler die Qualität. Ich kenne den Spieler gut. Die Verantwortlichen beim FC Bayern schätzen ihn als sehr gut ein."

    Andere Neue sind schon da. Mit Argusaugen hatte Sammer am Nachmittag den Trainingsauftakt der in aggressivem neon-rot gekleideten Profis aus der Geschäftsstelle des Vereins verfolgt.

    Heynckes stand jedoch nur ein Rumpfaufgebot seines Kaders zur Verfügung. Die EM-Teilnehmer weilen noch im Urlaub, erst nach und nach werden Millionen-Zugang Mario Mandzukic vom VfL Wolfsburg, Franck Ribéry, Arjen Robben und die acht deutschen Nationalkicker um Kapitän Philipp Lahm das Training aufnehmen.

    Mit dabei waren immerhin Xherdan Shaqiri, Dante, Ersatztorhüter Tom Starke, Talent Mitchell Weiser und Rückkehrer Claudio Pizarro.

    "Wir haben die Möglichkeit zu wachsen"

    "Der FC Bayern hat eine hoch interessante Mannschaft mit vielen jungen Spielern, die Entwicklungspotenzial haben. Die letzte Saison kann man als gut bezeichen, es ist aber Luft nach oben. Wir haben die Möglichkeit zu wachsen", hat Sammer erkannt.

    Vor dem Trainingsbeginn hatte er den Spielern in einer Kabinenansprache mitgeteilt, worauf es für sie künftig ankommt.

    Er bekommt viel Macht, das Vertrauen des Vorstands ist ihm sicher. Laut Hoeneß soll Sammer nach der gescheiterten Amtszeit Christian Nerlingers im Verein eine "positive Streitkultur" entwickeln, Emotionen wecken und mit seiner Kompetenz "Zeichen setzen".

    Auch dass Sammer, der einen Dreijahresvertrag unterzeichnet hat, mit Doktor Karsten Schumann noch einen wissenschaftlichen Mitarbeiter mitbringt, sofort in den Vorstand beordert wurde, ist für den Präsidenten "logisch". "Er verfügt über große Erfahrung."

    Rummenigge sei grundsätzlich optimistisch, mit dem Transfercoup "eine erfolgreiche Zeit" eingeläutet zu haben. Eine Ära, die schon in Kürze wieder Trophäen bringen soll, "daraus machen wir keinen Hehl. Wir müssen einige Dinge besser machen."

    VIDEO - Hoeneß: Deshalb wollten wir Sammer haben

    TV-Tipp:

    Nach der EURO ist vor der EURO: Verfolgen Sie die UEFA U-19-Europameisterschaft in Estland vom 3. bis zum 15. Juli live auf Eurosport!

    Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen

    Transfers

    Meistgelesene Artikel

    Aktuelle Nachrichten