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    Karibik-Stars hängen US-Sprinter ab

    1:4, was für eine Demütigung für die Sprint-Nation USA! Vier von fünf Goldmedaillen gingen bislang in die Karibik. Kein neuer Trend, aber noch immer ein Phänomen. Eurosport-Reporter Tobias Laure hat sich mit dem dominikanischen Coach José Ludwig Rubio über das karibische Sprint-Wunder unterhalten.

    José Ludwig Rubio sitzt zufrieden auf seinem Platz und verfolgt die Pressekonferenz seines Schützlings Luguelin Santos. Der 400-Meter-Sprinter hat in London Silber geholt, mit 19 Jahren.

    Santos sucht immer wieder den Blick seines Trainers, noch sind die große Sportwelt und die vielen Fragen der internationalen Presse Neuland für den Newcomer.

    Noch, denn auch er ist auf bestem Wege an die Spitze. So wie Felix Sanchez, Javier Culson, Usain Bolt, Yohan Blake, Kirani James oder Lalonde Gordon. Sie alle laufen für Karibik-Staaten und haben in London schon Medaillen geholt, bisher sieben von neun möglichen.

    Bolt schürt die Sehnsüchte

    "Wissen Sie, die Leichtathletik ist eine große Chance für die jungen Leute auf den Inseln", erläutert Rubio. "Ob das nun Jamaika, Grenada oder die Dominikanische Republik ist - Jugendliche sind oft arm und sehen im Sport eine tolle Möglichkeit, etwas aus ihrem Leben zu machen."

    Die Popularität von Weltstars wie Usain Bolt habe diese Sehnsüchte noch zusätzlich geschürt, die Leichtathletik hat großen Zulauf.

    Foto: Trainer Rubio mit Eurosport-Reporter Laure

    Einwände, die unfassbaren Erfolge seien auf die Auswanderung einiger Athleten in die USA zurückzuführen, wo bessere Trainingsbedingungen herrschen, lässt Rubio nicht gelten. "Sicher, Felix Sanchez trainiert in den USA, das stimmt. Aber nehmen sie Luguelin Santos. Der lebt und trainiert bei uns in der Heimat. Und da ist er nicht der Einzige. Wir haben sehr viele Talente, die es schaffen können."

    "Brauchen mehr gute Trainer"

    Ein Problem sieht Rubio aber dennoch. Man habe zwar absolut keinen Mangel an Nachwuchs oder Talenten, aber "für uns ist es wichtig, dass wir mehr gut ausgebildete Trainer bekommen, um die Athleten optimal aufzubauen". Doch generell sind die karibischen Siege für den sympathischen Coach Folge der eigenen Stärke, nicht der Schwäche der USA.

    Bei den Frauen ist die Überlegenheit der Insel-Sprinter nicht so stark ausgeprägt, doch in den kurzen Sprints haben die Amerikanerinnen ebenfalls das Nachsehen. Die einzige US-Goldmedaille ergatterte bislang Sanya Richards-Ross über 400 Meter. Die 27-Jährige kam übrigens am 26. Februar 1985 in Jamaikas Hauptstadt Kingston zur Welt...

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