WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Cancellara gewinnt Prolog, großes Pech für Martin

    Wie schon 2004 hat Fabian Cancellara den Tour-Prolog in Lüttich gewonnen. Der Schweizer lag in 7:13 Minuten klar vor der Konkurrenz. Rivale Tony Martin hatte viel Pech beim Auftakt, der Zeitfahr-Weltmeister wurde von einem Plattfuß ausgebremst und konnte sich den Traum von Gelb nicht erfüllen.

    An der Zwischenzeit lag Martin noch in Schlagdistanz zu Cancellara, eine Sekunde betrug sein Rückstand nach 3,5 der 6,4 Kilometer nur. Doch dann musste der Omega-Profi sein Rad wechseln und hatte keine Chance mehr auf einen Spitzenplatz.

    "Ich habe im Kreisverkehr kurz nach der Zwischenzeit gemerkt, dass ich am Hinterrad ins Schwimmen gekommen bin", erzählte Martin. "Ich bin sehr enttäuscht. Ich habe so lange auf diese Gelegenheit gewartet. Jetzt ist der Traum von Gelb vorbei."

    Bester Deutscher wurde damit bei seinem Tour-Debüt Patrick Gretsch vom Argos-Rennstall als Siebter in 7:25 Minuten. Jens Voigt brachte seinen 15. Tour-Start sehr erfolgreich über die Bühne: Der älteste Fahrer im Feld zeigte als 18. seine Klasse, direkt hinter ihm reihte sich RadioShack-Teamkollege Andreas Klöden ein.

    "Wie ein riesiges Velodrom"

    Für Cancellara war es der bereits fünfte Sieg beim Tour-Auftakt nach 2004, 2007, 2009 und 2010. Nach seinem schweren Sturz im Frühjahr war der 31-Jährige nun rechtzeitig wieder in Top-Form und holte sich einmal mehr das "maillot jaune". Mit einem Schnitt von 53,2km/h rückte er in jenen kleinen Kreis von Fahrern auf, die wie Bernard Hinault fünf Mal am Starttag der Tour die Führung übernehmen konnten.

    "Nach acht Jahren hier wieder zu gewinnen ist phänomenal, es ist so viel seitdem geschehen", freute sich Cancellara, "die Fans wären grandios - ich bin in einem Velodrom von 6,4km gefahren!"

    "Ich bin sehr stolz auf diesen Sieg nach all' dem was mir dieses Jahr passiert ist", fügte er mit Blick auf seinen Schlüsselbeinbruch im April an und widmete den Sieg seiner hochschwangeren Frau. Wegen der Geburt seines zweite Kindes wird der Berner auch die Tour vorzeitig verlassen. Vorher aber will er das Gelbe Trikot zumindest über das Wochenende und "bis nach Frankreich" tragen.

    Wiggins hängt Evans ab

    Im ersten "Fernduell" der Favoriten auf den Gesamtsieg gelang Bradley Wiggins (Sky) ein klarer Punktsieg. Als Prolog-Zweiter in 7:20 war er zehn Sekunden schneller als Vorjahressieger Cadel Evans (BMC/13.).

    Auf dem von langen Geraden und einigen Kreisverkehren geprägten Kurs teilte sich Wiggins die Kräfte hervorragend ein und konnte im zweiten Streckenteil noch mächtig zulegen. So gelang es ihm, trotz sechs Sekunden Rückstand an der Zwischenzeit den lange führenden Franzosen Sylvain Chavanel (Omega) noch knapp abzufangen und auf Rang drei zu verweisen.

    Aus dem Kreis der vielen Podiumskandidaten schlugen sich Denis Menchov (Katusha/8.), Vincenzo Nibali (Liquigas/14.) und Ryder Hesjedal (Garmin/15.) besonders gut. Hingegen verloren Michele Scarponi (Lampre/129.), Frank Schleck (RadioShack/136.) und Samuel Sanchez (Euskaltel/145.) schon eine halbe Minute und mehr auf Wiggins.

    Video: Highlights vom Prolog

    TV-Tipp:

    Tour total: Eurosport präsentiert Ihnen die Tour de France 2012 von der Teampräsentation in Lüttich bis zum Finale der Schlussetappe in Paris in ausführlichen Live-Übertragungen sowie Zusammenfassungen auf Eurosport und Eurosport 2 - und natürlich auch im Eurosport Player!

    Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen

    Transfers

    Meistgelesene Artikel

    Aktuelle Nachrichten