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    Irrsinn um Olympia-Markenschutz

    Die Vorfreude auf die olympischen Spiele in London steigt. Doch der per Gesetz beschlossene Schutz der Olympiasponsoren sorgt für Ärger. Dieser führt besonders bei kleinen Händlern und ortsansässigen Geschäften zu Verwunderung und Frust.

    Eine besonders kuriose Erfahrung musste ein Fleischer aus Weymouth machen. Dennis Spurr muss sein Schaufenster komplett umdekorieren.

    Er hatte auf ein Werbeschild Würste in Form der olympischen Ringe gemalt. Diese dürfen allerdings nicht genutzt werden. "Ich wollte nur die Leute in Stimmung bringen", sagt er.

    Ebenfalls verboten wurde der Versuch des Vereins der britischen Zuckerbäcker, einen Wohltätigkeitswettbewerb im Backen von exakt 2012 Kuchen ins Leben zu rufen. Auch das neue Stück des "Royal Ballet Birmingham" darf nicht wie geplant nach dem olympischen Motto "Schneller, Höher, Stärker" benannt werden.

    Auch ein Blumenladen musste seine Dekoration mit Olympischen Ringen aus altem Stanniolpapier abnehmen. Hier versteht "Locog", das Londoner Organisationskomitee, keinen Spaß. 300 Spione durchforsten die Olympia-Stadt auf der Suche nach "Übeltätern".

    Top-Sponsoren benötigen Schutz

    Doch warum dieser Aufwand? Die 55 offiziellen Olympiasponsoren sollen durch den "Olympic Games and Paralympic Games Act 2006" geschützt werden. Darunter die Top-Sponsoren, die allein mehr als 100 Millionen Pfund beisteuern - etwa McDonalds und Coca Cola. "Unsere Partner würden keine Verträge abschließen, wenn man es umsonst haben kann. Sie wollen nicht, dass ihre Konkurrenten das alles haben können, ohne zu bezahlen", erklärt Locog-Rechtsanwältin Alex Kelham.

    Die Kritik an dieser Vorgehensweise steigt. Im Politikmagazin "Spectator" wird man deutlich: "2005 dachten wir, wir haben Olympia übernommen. Stattdessen hat Olympia Großbritannien übernommen!" So denken viele Briten.

    "Noch ist niemand angeklagt worden"

    Sie ereifern sich vor allem über die strengen Regularien. So ist jede Kombination von zwei der (englischen) Worte "Spiele, 2012, Zweitausend und Zwölf, Zwanzig Zwölf" geschützt. Auch die Kombination eines dieser Begriffe mit einem der "Liste B" - "London, Medaillen, Sponsoren, Sommer, Gold, Silber, Bronze" - ist untersagt.

    "Noch ist niemand angeklagt worden", verteidigt der frühere Olympiaminister Richard Cranborn das Gesetz, für das er verantwortlich war. Es ermögliche die Finanzierung der Spiele, und auch die Balance stimme. "3000 Jugendklubs durften im Rahmen der Vorbereitungen die olympischen Ringe benutzen." Tatsache sei aber, dass man zwei Milliarden Pfund für die Durchführung der Spiele brauche. "750 Millionen Pfund davon müssen von Sponsoren kommen.“

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