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    HSV knackt BVB und behält Rekord

    Der Hamburger SV hat mit dem überraschenden Sieg über Borussia Dortmund nicht nur einen immens wichtigen Erfolg eingefahren, sondern zudem einen eigenen Rekord gerettet. Mit 36 Spielen in Folge ohne Niederlage in den Spielzeiten 1981/82 und 82/83 behält das Bundesliga-Urgestein diesen Fabelrekord.

    Dortmund war mit 31 aufeinander folgenden Ligapartien ohne Pleite drauf und dran eine neue Bestmarke zu setzen. Doch nachdem Rafael van der Vaart Sekunden nach dem Schlusspfiff über das ganze Gesicht strahlend auf die HSV-Kurve zulief, um mit den treuesten Anhängern zu feiern, war von dieser Serie keine Rede mehr.

    "Vertrauen zuletzt gefehlt"

    "Wir haben eine sehr gute Mannschaft, aber uns hat zuletzt ein bisschen das Vertrauen gefehlt", brachte der "kleine Engel" die Gemütslage beim Bundesliga-Dino nach dem Überraschungscoup gegen den deutschen Meister auf den Punkt.

    Um so wichtiger war für den HSV die frühe Führung nach bereits zwei Minuten, als Heung-Min Son eine maßgenaue Flanke von van der Vaart einköpfte. Das erste Mal in dieser Saison nicht in Rückstand, das erste Mal mit einem positiven Gefühl ein Spiel beginnen, das erste Mal etwas von jenem so schmerzlich vermissten Vertrauen tanken können.

    Dieses Vertrauen wurde wenige Sekunden nach dem Seitenwechsel allerdings erschüttert, als Ivan Perisic der Ausgleich gelang.

    Gegentreffer keine Rückschläge

    Das ganze neu gewonnene Selbstvertrauen, die verbesserte Spielanlage, der Glaube an die eigene Stärke und die mögliche Sensation schienen von einer auf die andere Sekunde wieder meilenweit entfernt zu sein.

    Doch diesmal sollte es anders kommen. Ivo Ilicevic (56.) und erneut Son (59.) zeigten ein Gesicht des HSV, was die Hamburger Anhänger von ihren Lieblingen über so lange Zeit so sehr vermisst hatten. Und auch von dem erneuten Rückschlag, dem zweiten Perisic-Treffer, ließen sich die Hamburger nicht beeindrucken.

    Mit viel Einsatz, einer nötigen Portion Glück und einem mehrmals glänzend reagierenden Rene Adler im Kasten rettete der Bundesliga-Dino den ersten "Dreier" der Saison über die Zeit.

    "Das richtige Spiel zum richtigen Augenblick"

    "Der Sieg ist eine große Erleichterung. Wir haben eine super Leistung gebracht, toll gekämpft und verdient gewonnen. Ich bin sehr müde jetzt", erklärte ein sichtlich abgekämpfter van der Vaart nach dem Triumph bei "LIGA total", verbunden mit der Hoffnung, dass der Niederländer für seinen starken Auftritt "hoffentlich gut" von seiner Frau Sylvie belohnt werden wird.

    Auch dem in die Kritik geratenen Fink war die Erleichterung deutlich anzumerken. "Wir haben ein tolles Spiel gemacht, klasse nach vorne gespielt. Das war das richtige Spiel zum richtigen Augenblick."

    "Weit neben dem, was wir können"

    Beim BVB ging nach der unerwarteten Niederlage dagegen die Ursachenforschung los. "Wir mussten heute schon sehr viel falsch machen, um als Verlierer vom Platz zu gehen. Das ist uns leider gelungen", fasste Nationalverteidiger Mats Hummels das Dortmunder Spiel treffend zusammen.

    Auch Jürgen Klopp wurde bei der Fehlersuche nur bedingt fündig. "Wir haben nicht griffig angefangen. Das erste Gegentor passte zur Anfangsphase. Wir haben trotzdem über 90 Minuten das Spiel bestimmt, aber über 90 Minuten auch nie gut verteidigt. Wenn wir unsere Chancen genutzt hätten, hätten wir 5:3 gewonnen. Ein schwierig zu erklärendes Spiel: Wir waren heute weit neben dem, was wir können. Die Niederlage war sehr lehrreich, weil wir nicht immer einen Rückstand wettmachen können."

    Mehrere Gründe für BVB-Pleite

    Die allseits befürchtete Doppelbelastung kann allerdings kaum als Entschuldigung herhalten. Denn gerade in der letzten halben Stunde wirkten die Borussen klar frischer, waren dem HSV läuferisch deutlich überlegen. Allein die wieder einmal äußerst mangelhafte Chancenverwertung als Hauptursache auszumachen, wäre allerdings auch zu kurz gedacht.

    Warum die Borussen in den ersten 60 Minuten ohne richtigen Zug im Spiel nach vorne agierten und erst in der letzten halben Stunde den richtigen Zugriff auf die Partie bekamen, wird wohl das Geheimnis des deutschen Meisters bleiben. Dem Eindruck, dass der BVB den kriselnden Traditionsklub unterschätzt haben könnte, kann man sich jedenfalls nicht vollständig erwehren.

    Denn für den HSV ging es um mehr als nur drei Punkte. Sein Rekord bleibt weiter bestehen und wird so schnell wohl auch nicht gebrochen werden.

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