Die Lehren:
Vor dem Spiel hatte wohl niemand nur einen Pfifferling auf den Hamburger SV gesetzt. Aber angeschlagene Boxer sind bekanntlich am Gefährlichsten. Die Rothosen zeigten nach vier verlorenen Spielen in Folge eine engagierte Leistung. Zudem zeigte sich die Abwehr stark verbessert und ließ lange Zeit kaum etwas zu. In der Offensive waren die Hamburger brutal effektiv. Drei Schüsse kamen aufs Tor. Das Resultat: drei Tore. Mit viel Kampf und Leidenschaft hat sich das Team von Trainer Thorsten Fink die ersten drei Punkte dieser Saison redlich verdient. Mit einem Erfolgserlebnis im Gepäck geht es nun bereits am Mittwoch zum Auswärtsspiel nach Mönchengladbach (ab 20:00 Uhr im Liveticker).
Borussia Dortmund hatte mehr Ballbesitz, deutlich mehr Torschüsse, ging aber im Endeffekt zu fahrlässig mit der Chancenverwertung um. Nach dem frühen Gegentor dauerte es etwas, bis sich der deutsche Meister von dem Schock erholt hatte. Dem BVB fehlte es an Entschlossenheit und Durchschlagskraft. Wenn die Dortmunder ihre Chancen hatten, war entweder HSV-Schlussmann René Adler zur Stelle oder die Borussen scheiterten durch eigenes Unvermögen. Durch den Hamburger Sieg reißt die lange andauernde Erfolgsserie von Borussia Dortmund. Für den BVB geht es bereits am Dienstag auswärts bei den starken Frankfurtern (ab 20:00 Uhr im Liveticker) weiter.
Die Stimmen:
Thorsten Fink (Trainer Hamburger SV): "Heute ist der Funke von den Spielern auf die Zuschauer übergesprungen. Wir haben leidenschaftlich gekämpft."
René Adler (Hamburger SV): "Heute ist einiges abgefallen. Es ist auf gut deutsch gesagt scheiße, dass wir immer den Druck von den Medien nach den Niederlagen haben. Endlich ist das jetzt mal anders. Wir wollen ein Wir-Gefühl schaffen. Ich hoffe, dass wir heute damit angefangen haben."
Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Was mir nicht gefallen hat? Der Anfang, der Mittelteil und der Schluss. Wir haben sehr fahrlässig begonnen, das hat dann gleich zum Gegentor geführt. Gefühlt hatten wir 20 Hundertprozentige. Aber das war heute ein gebrauchter Tag und ist nicht mehr zu ändern."
Mats Hummels (Borussia Dortmund): "Wir haben heute durch unsere Fehler verloren. Beim 0:1 spielt er den Ball genau um mich herum. Das 2:1 kann man vermeiden und beim 3:1 ist es mein Fehler. Man musste heute schon sehr viel falsch machen, um dieses Spiel zu verlieren. Das haben wir getan."
Die Höhepunkte:
2. TOOOR für den Hamburger SV! Van der Vaart hat auf der linken Seite viel Platz und flankt präzise in die Mitte. Hummels zeigt sich indisponiert und Son ist mit dem Kopf zur Stelle. 1:0 für den HSV!
12. Freistoß aus dem rechten Halbfeld von Schmelzer, Mancienne verlängert mit dem Hinterkopf und zwingt Adler zu einer Glanzparade. Nach der Ecke kommt Piszczek an die Kugel und haut vom rechten Strafraumeck aufs Tor. Knapp am linken Pfosten vorbei!
46. TOOOR für den BVB! Perisic bekommt die Kugel am linken Strafraumeck. Der Kroate will eigentlich flanken, doch das Spielgerät senkt sich über Adler hinweg ins rechte Eck. Der Ausgleich. Es steht 1:1.
55. TOOOR für den HSV! Neuer Spielstand: 2:1! Van der Vaart behauptet den Ball und spielt das Leder links in den Lauf von Ilicevic. Dieser zimmert das Leder links im Strafraum in die Maschen.
59. TOOOR für den Hamburger SV! Son dribbelt am rechten Strafraumeck, zieht in die Mitte und knallt das Leder ins lange Eck! 3:1 für den Hamburger SV!
60. TOOOR für den BVB! Piszczek bekommt die Kugel rechts im Strafraum, Adler wirft sich ins Getümmel. Das Leder hoppelt zu Perisic, der problemlos einschieben kann. 3:2 steht es nun.
65. Kuba taucht in der Mitte frei vor Adler auf. Der Torhüter kann mit dem rechten Bein abwehren. Das hätte der Ausgleich sein müssen!
70. Götze schießt aus der Distanz, Mancienne fälscht mit dem Gesäß ab. Nach der Ecke von links köpft Hummels. Beister klärt kurz vor der Torlinie am rechten Pfosten.
Der Kracher: Hamburger Leidenschaft
Im Vorfeld wurde nur über die Höhe des Dortmunder Siegs in Hamburg spekuliert. Einzig HSV-Coach Thorsten Fink tönte: "Der BVB ist auch mal dran!". Der Übungsleiter stellte sein Team gut ein, und die Mannschaft dankte es ihm mit vollem Einsatz. Mit Leidenschaft wurde um jeden Zentimeter gekämpft - der Schlüssel zum Erfolg in dieser Partie.
Im Abseits: Die Minderheit der BVB-Fans
Teile des BVB-Anhangs wollten der Aktion "Kein Zwanni für ’nen Steher" Nachdruck verleihen, die gegen die hohen Eintrittspreise in deutschen Stadien protestiert. Mit dem Anpfiff verließen einige ihren Stehplatz. Und verpassten somit das frühe Gegentor der Hamburger.
Die Statistik: 31
Ausgerechnet beim Hamburger SV reißt die BVB-Serie von 31 ungeschlagenen Spielen in Folge. Der Rekord liegt bei 36 Spielen in Folge. Aufgestellt hat diese Bestmarke: der HSV! Zwischen Januar 1982 und Januar 1983 blieben die Rothosen unbesiegt.
TV-Tipp:
Die schönsten Tore, die heißesten Duelle sowie Einschätzungen von Trainern und Spielern. Eurosport berichtet wöchentlich über die aktuellen Qualifikationsspiele in Europa und Asien für die Fußball-WM 2014 in Brasilien.

