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    Hoffnungsträger in der Warteschleife

    Schlechte Zeiten für Talente. Marco Reus und Mario Götze müssen bei der EM fürchten, kein einziges Spiel im DFB-Trikot zu bestreiten. Im Viertelfinale wird Bundestrainer Joachim Löw keine Experimente wagen. Außer, das deutsche Team liegt zurück. Dann könnte die Stunde für Reus und Götze schlagen.

    Die "Rohdiamanten" liegen weiter in der Schublade. In allen drei Vorrundenspielen verzichtete Löw auf Reus und Götze.

    Dabei schwärmte der Bundestrainer immer von einer Luxus-Situation, der Offensiv-Qualität und der Tiefe des Kaders.

    Götze: "Ich bin total fit"

    Aber Reus und Götze durften bei der EM noch keine Minute spielen, obwohl sie seit Tagen mit den Hufen scharren. "Wenn ich die Chance bekomme, egal, ob von Anfang an oder als Einwechselspieler, dann werde ich alles geben und versuchen, den Trainer von mir zu überzeugen", so Reus.

    Die Chance lässt auf sich warten und es ist fraglich, ob beide bei der EM überhaupt zu einem Einsatz kommen. Zumindest André Schürrle hatte das Glück, dass ihn Löw beim dritten Vorrundenspiel gegen Dänemark brachte, um Lukas Podolski auf der linken Angriffsseite zu ersetzen.

    "Definitiv. Ich bin total fit", erklärte Götze gegenüber dfb.de. Der 20-Jährige, der im Sommer mit Rückkehrer Reus zusammen beim BVB spielen wird, brennt auf seinen Einsatz. Die Unzufriedenheit steigt - auch wenn er sich im Kreise der Nationalmannschaft auf die Zunge beißen muss.

    Reus für Müller eine Option?

    "Training und Spiel ist etwas anderes. Natürlich freue ich mich auf jedes Training, das ist doch klar. Aber ich habe mein letztes Spiel über 90 Minuten Anfang Dezember gemacht. Ich will endlich wieder viel und regelmäßig spielen, die Sehnsucht danach ist immens."

    Ebenso bei Reus, dem Löw sowohl Stürmer- als auch Flügelspieler-Qualitäten zuspricht. "Wenn der Bundestrainer sich das mit mir in der Sturmspitze vorstellen kann, dann gerne. Ich habe das in Gladbach oft gespielt. Das ist kein Problem", so der 23-Jährige in der "Westfalenpost".

    Bleibt die Frage: Warum vertraut Löw seinen Zauber-Kickern nicht? Zumindest hätte Reus eine Chance verdient. Thomas Müller ist weit von seiner WM-Form von 2010 entfernt, als er beim Turnier in Südafrika Torschützenkönig wurde. Götze hat es schwerer. Er muss sich hinter Mesut Özil einreihen.

    Lernprozess für Zauber-Lehrlinge

    "Ich möchte spielen, ich will Spaß haben. Gerade auf dieser großen Bühne. Ich würde wirklich gerne zeigen, was ich kann. Viele sagen jetzt zu mir, dass ich noch jung bin und meine Zukunft noch vor mir habe. Aber kein Spieler, der auf der Ersatzbank sitzt, kann damit zufrieden sein, das wäre ja schlimm."

    Sowohl Götze als auch Reus müssen das Beste aus ihrer Situation machen - auch wenn es manchmal schwer fällt. Beide müssen die momentane Lage als Lernprozess begreifen, den selbst hochbegabte Zauber-Lehrlinge durchleben müssen. Und vielleicht hat die Warteschleife bald ein Ende.

    Spätestens wenn Deutschland bei einem K.o.-Spiel ernsthaft in Rückstand gerät und die Angriffsbemühungen verstärken muss, schlägt die Stunde der beiden Hoffnungsträger. Dann wird Löw an Reus und Götze nicht mehr vorbei kommen.

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