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    Hertha: Das große Chaos bleibt aus

    Nach den sportlichen Pleitewochen und dem bevorstehenden Absturz in die Zweitklassigkeit bleibt Hertha BSC zumindest das große Führungschaos erspart. Bei einer emotionalen Mitgliederversammlung wurde Werner Gegenbauer als Präsident des Hauptstadtclubs mit großer Mehrheit wiedergewählt.

    Damit dürfte auch die Zukunft des in der vollen Berliner Messehalle heftig kritisierten Managers Michael Preetz gesichert sein. "Wir müssen natürlich den Wiederaufstieg schaffen und ein etablierter Erstligist werden", sagte Unternehmer Gegenbauer in seiner Wahlrede. "Ich werde alles geben für Hertha", meinte er.

    Trotz klaren Votums für Gegenbauer war der Abend für Preetz zuvor zum erwartet schweren Gang geworden. Schon als der Sport-Geschäftsführer vor das Rednerpult trat, schlug ihm der Unmut der Fans entgegen. Selbst während Preetz' Rede bei der Mitgliederversammlung schallten immer wieder Buh-Ruhe und laute Pfiffe durch den riesigen Saal 1 des Berliner ICC. "Hertha bietet ein Bild großer Zerrissenheit", stellte Ex-Präsident Bernd Schiphorst kurz zuvor fest. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats forderte: "So weitermachen wie bisher kommt nicht infrage."

    Gehälter massiv zurückfahren

    Aber auch ein Neuanfang nach dem zu erwartenden Abstieg wird für die Hertha kein leichter Weg - mit oder ohne Preetz. In der 2. Liga würde der Gürtel für die Spieler enger geschnallt: Statt wie zuletzt rund 27 Millionen Euro stünde mit rund 13 Millionen nicht einmal mehr die Hälfte für die Gehälter der Profis zur Verfügung, erklärte Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller bereits vor dem brisanten Aufeinandertreffen der Fans mit dem Präsidium um Hertha-Präsident Werner Gegenbauer. Nach dem sachlichen Auftritt votierten 73,2 Prozent der Stimmberechtigten für den seit 2008 amtierenden Clubchef.

    Auch die zweite wichtige Frage kam erst zum Schluss dran: Die Diskussion mit den Mitgliedern über einen weiteren Einspruch gegen die Wertung des chaotischen Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf. Vor dem Sportgericht und dem Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes hatte Hertha keinen Erfolg gehabt. Sollte kein weiterer Einspruch eingelegt werden, stehen die Berliner endgültig als dritter Absteiger aus der Bundesliga fest. Preetz kündigte an, in dieser Woche erst die schriftliche Urteilsbegründung abzuwarten und dann zu entscheiden.

    Luhukay: "Schnell von Hertha überzeugt"

    Für den neuen Coach ist der bittere Gang in die Zweitklassigkeit bereits besiegelt. "Nach zwei Relegationsspielen und zwei Gerichtsterminen muss man davon ausgehen, dass es die 2. Liga wird", meinte Jos Luhukay, der bereits am Mittag eine kurzfristig einberufene Pressekonferenz gegeben hatte.

    Am Abend durfte der ehemalige Chef- und Aufstiegstrainer des FC Augsburg dann sogar als erster Redner ran. Und der Niederländer nutzte die Gelegenheit als Wahlkampfhelfer für die amtierenden Entscheidungsträger: "Herr Preetz und Herr Gegenbauer haben mich sehr schnell von Hertha überzeugt." Und auch der Manager warb für seinen Unterstützer und damit de facto für sich: "Entscheiden Sie sich für inhaltlich überzeugende Lösungen, nicht für Parolen", sagte Preetz.

    Hertha BSC liege ihm wie kaum etwas anderes am Herzen, betonte der frühere Stürmer, der vor allem wegen des Trainerverschleißes in den vergangenen Monaten einhergehend mit der sportlichen Misere schwer in die Kritik geraten war. Preetz gibt aber nicht auf. "Ich bitte Sie im Interesse für Hertha BSC um Weitsicht und Geschlossenheit", sagte er.

    Manager Preetz habe "viel Kritik einstecken müssen und die sportliche Bilanz spricht gegen ihn. Aber so einfach liegen die Dinge nicht", sagte Schiphorst. Und siehe da: Nachdem Preetz das neue Trikot für die kommende Saison mit dem traditionellen Vereinsemblem vorgestellt hatte und er sich von der Bühne verabschiedete, gab es sogar Applaus.

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