WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Herrmann im Exklusiv-Interview: "Es wird schwer für uns"

    Der Countdown zur neuen Saison läuft. Im Exklusiv-Interview gibt Patrick Herrmann Einblicke über den Stand der Vorbereitung von Borussia M'gladbach. Der 21-Jährige spricht außerdem über den Abschied von Marco Reus, die besten Mittelfeldspieler in der Bundesliga und seine persönlichen Ziele.

    Was ist für Borussia Mönchengladbach in der Saison 2012/13 drin?

    Patrick Herrmann: Es wird nicht einfach, denn es geht nicht nur für uns wieder bei null los. Wir werden natürlich erneut versuchen gute Leistungen zu bringen - wie im vergangenen Jahr. Was dabei herauskommt, werden wir sehen.

    Sie waren zuletzt angeschlagen. Wie geht es Ihnen nach dem Muskelfaserriss?

    Herrmann: Im Moment geht es mir wieder sehr gut. Ich habe meinen Muskelfaserriss überstanden. Ich habe keine Probleme mehr und auch keine Schmerzen. Ich bin wieder voll im Training und kann alles machen.

    Anfang des Jahres hatten Sie sich das Schlüsselbein gebrochen. Wie weit hat Sie diese Verletzung damals zurückgeworfen?

    Herrmann: Das ist richtig. Ich hatte mich in Kaiserslautern verletzt und musste vier Wochen später mit einer Manschette spielen. Da fehlen einem natürlich immer ein paar Prozent. Das hat man vielleicht auch gesehen. Aber ich war froh, dass ich überhaupt wieder auflaufen konnte.

    Sie sind ein äußerst talentierter Spieler. Wo sehen Sie Ihre Stärken und Schwächen?

    Herrmann: Meine Stärken müssen andere beurteilen. Zu meinen Schwächen kann ich nur sagen, dass ich weiter an meinem linken Fuß und an meinem Kopfballspiel arbeiten muss. Alles in allem kann ich mich überall weiterentwickeln. Ansonsten würde ich mich als schnell und wendig bezeichnen.

    Welche Mittelfeldspieler sind die stärksten in der Bundesliga?

    Herrmann: Da haben wir einige. Gerade Ribéry und Robben sind bei Bayern ein geniales Duo im Mittelfeld. Hinzu kommen Marco Reus und Kuba von Dortmund. Das sind alles überragende Spieler. Da haben wir in der Bundesliga richtig viele davon.

    Woher stammt Ihr Ballgefühl? Haben Sie das Talent in die Wiege gelegt bekommen?

    Herrmann: Mein Vater war auch ein guter Fußballer. Wo aber das Talent genau herkommt, kann ich nicht sagen. Ich denke, das war vor allem hartes Training. Ich habe mir immer das Ziel gesetzt, dass ich Profi werde. Und bei diesem Prozess kann man unheimlich viel lernen.

    Trainer Lucien Favre ist kein großer Freund der Rotation. Sie haben es dennoch geschafft, sich in Mönchengladbach durchzusetzen. War es ein steiniger Weg?

    Herrmann: Das war hart und steinig. Ich habe natürlich versucht, mich in jedem Training anzubieten. Aber da bestand das Problem, dass auch Marco Reus rechts gespielt hat. Das war nicht einfach für mich, denn es war genau meine Position. Ich bin aber weiter dran geblieben und habe im Training Gas gegeben. Ich habe auf meine Chance gewartet, die irgendwann gekommen ist.

    Viele Experten bezeichnen Sie als Wunderknaben. Hat sich Joachim Löw bereits bei Ihnen gemeldet?

    Herrmann: Nein, wir hatten noch keinen Kontakt. Aber wenn ich ehrlich bin, mache ich mir über die Nationalmannschaft noch keine Gedanken. Natürlich hat jeder Spieler das Ziel, irgendwann mal für das DFB-Team zu spielen. Das ist die größte Ehre, die sich als Spieler vorstellen kann, überhaupt einmal in den Kader zu kommen. Aber jeder ist seines Glückes eigener Schmied. Wenn man seine Leistung bringt, kommt so etwas von alleine.

    Mit Reus, Dante und Neustädter haben drei Stammkräfte den Verein verlassen. Wie stark ist die Borussia im Vergleich zur vergangenen Saison?

    Herrmann: Wir hatten natürlich drei Abgänge, die schmerzen. Alle drei Spieler waren wichtige Leistungsträger für uns. Aber dennoch haben wir gute Neuzugänge geholt, die auch individuell stark sind. Ich denke, damit ist auch einiges möglich. Das sind alles klasse Leute und die gilt es in die Mannschaft zu integrieren. Möglich ist das, denn wir wollen gute Leistungen bringen. Es wäre natürlich schön, wenn wir wieder eine ähnlich gute Saison spielen könnten.

    Das Ziel ist also wieder das Erreichen des internationalen Geschäfts...

    Herrmann: Das als Ziel zu setzen, ist zu hoch. Denn wir starten wieder in eine komplett neue Saison. Aber es dürfte sich keiner beklagen, wenn es so wäre. Vor einem Jahr sind wir fast abgestiegen und jetzt haben wir eine überragende Saison gespielt. Damit hat damals keiner gerechnet. Aber ich muss sagen, dass es schwer wird.

    In der Saison 2011/12 haben Sie 27 Spiele absolviert, sechs Tore erzielt und neun Assists vorbereitet. Wie sehen Ihre persönlichen Ziele aus?

    Herrmann: Ich möchte mich immer weiter verbessern. Das ist ganz klar, denn ich möchte keinen Schritt nach hinten machen. Die letzte Saison war gut, aber dennoch waren einige Spiele dabei, die nicht so gut gelaufen sind. Deswegen will ich zunächst einmal über einen längeren Zeitraum konstante Leistungen bringen.

    Der große Traum jedes Fußballers ist der Gewinn der Meisterschaft. Ist dieses Ziel mit Gladbach irgendwann realisierbar?

    Herrmann: Ich glaube nicht, dass wir in der kommenden Saison bereits über den Meistertitel reden müssen. Aber dennoch ist schon viel passiert, seitdem ich bei der Borussia bin. Ich habe noch ein paar Jahre in Mönchengladbach. Mal sehen, was noch alles möglich ist.

    Borussia Mönchengladbach hat 16 Jahre nicht international gespielt. Wie groß ist die Vorfreude auf die Champions-League-Qualifikation?

    Herrmann: Wenn man die Qualifikationsspiele in der Königsklasse vor der Brust hat, muss es der Ehrgeiz jedes Sportlers sein, diese erfolgreich zu gestalten und weiter zu kommen. Aber es ist genau wie in der Bundesliga. Es wird auf jeden Fall nicht einfach.

    Die "Fohlen" haben insgesamt 37 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Hat der Verein das Geld richtig angelegt?

    Herrmann: Na klar, wir haben viel Geld investiert. Aber wir haben auch viel Geld eingenommen. Es sind drei gute Spieler weggegangen und der Verein musste reagieren, um geeigneten Ersatz zu finden. Ich denke, das ist gelungen. Wir haben junge Spieler geholt, die Qualität haben. Und Qualität kostet immer Geld.

    Ist Stürmer Luuk de Jong der richtige Mann, um Mönchengladbach weiter voran zu bringen?

    Herrmann: Das wird man sehen. Wir hatten bisher nur Testspiele, aber da hat man schon gemerkt, dass er ein sehr guter Spieler ist. Die Bundesliga ist aber immer etwas anders, deshalb muss man abwarten. Er ist auf jeden Fall ein netter Typ, der ein gutes Auge hat und den Ball halten kann. Luuk ist ein Knipser.

    Wenn Sie einen Zehner auf Bayern oder Dormund setzen müssten. Wer macht das Rennen um den Titel?

    Herrmann: Da möchte ich mich eigentlich nicht festlegen. Beide haben sehr starke Mannschaften mit einem sehr, sehr starken Mittelfeld. Sowohl Bayern als auch Dortmund haben die Qualität, sich den Titel zu holen. Wenn ich aber einen Zehner setzen müsste, würde ich auf Dortmund tippen.

    Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen

    Meistgelesene Artikel

    Aktuelle Nachrichten