In der hochklassigen Sprung-Konkurrenz ging erstmals in London der Sieg nicht an China. Der WM-Zweite Ilja Sacharow aus Russland erhielt sogar die Traumnote 10 und lag mit 555,90 Zählern vor dem Chinesen Qin Kai, der 541,75 Punkte sammelte. Dessen Landsmann, der Peking-Olympiasieger He Chong, wurde mit 524,15 Punkten Dritter.
Damit warten die deutschen Springer seit 100 Jahren auf eine Olympia-Medaille vom Drei-Meter-Brett. Leichte Hoffnung auf das erste Edelmetall im Aquatics Centre von London besteht noch in den beiden Turm-Konkurrenzen, vor allem im Männer-Wettbewerb.
"Das war ein Super-Wettkampf, echt riesig. Ich bin mit meiner Serie superzufrieden", sagte der 23-jährige Hausding. "Ich habe in der Welt echt gut mitgeredet, das gibt Hoffnung für die nächsten Jahre."
Risiko nicht belohnt
Auch die Risikofreude von Hausding hat dem Deutschen Schwimm-Verband nicht die erste Medaille in London bescheren können. Gemeinsam mit Olympiasieger He Chong und Sacharow zeigte Hausding den anspruchsvollsten Sprung der Konkurrenz. Der Lohn blieb zumindest beim Berliner aus. Tränen gab es danach bei He Chong: Nach fünf Siegen Chinas in den ersten fünf Wassersprung-Entscheidungen von London ging der Sieg erstmals an eine andere Nation. Bei der vergangenen WM in Shanghai waren die Chinesen noch unbezwungen geblieben.
Als bis dahin Führender verfolgte Hausding die letzten drei Springer der Konkurrenz. Keiner der drei patzte. So blieb es beim vierten Rang für den 23-Jährigen, der einen Top-6-Platz als Ziel ausgegeben hatte und für die kleine Chance auf eine Medaille viel wagte. Den zweieinhalbfachen Salto vorwärts sprang Hausding mit drei statt wie in Vorkampf und Halbfinale mit zwei Schrauben. "Wenn man in den Medaillenbereich springen will, muss man alles riskieren und den Angriff wagen", sagte Bundestrainer Lutz Buschkow. Der Berliner kassierte 87,75 Punkte dafür, Sacharow 99,45 und He Chong 97,50.
100 Jahre ohne Medaille
Ab 510 Punkten, so hatte Hausding nach 485,55 Punkten und Rang sechs im Halbfinale am Vormittag geschätzt, würden die Medaillen weggehen. Er hätte sogar noch mehr benötigt und verpasste die erste olympische Medaille eines deutschen Mannes vom Drei-Meter-Brett seit 100 Jahren. Da half auch alle Anfeuerung vom Bundestrainer sowie den Teamkollegen um Sascha Klein auf der Tribüne nichts. Die zwei Wettbewerbe vom Turm stehen noch aus, eine Medaillenchance für Deutschland gibt es bei den Männern. Hoch im Kurs steht der WM-Dritte Klein.
Bereits im Vorkampf hatte sich Stephan Feck nach einer schmerzhaften Landung auf dem Rücken am Montag verabschieden müssen. Dass sein Missgeschick wiederholt über die TV-Bildschirme flimmerte, trug der Leipziger mit Fassung. "Es ist jetzt passiert, ich kann es nicht mehr revidieren. Sie können das ruhig in Spots zeigen, da muss man drüber stehen."
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