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    Hannawald-Blog - Deutscher Rekord beim Volksfest?

    Rekord beim Volksfest?

    Die Veranstalter in Planica haben immer bei den Bedingungen dafür gesorgt, dass man noch mal schöne, weite Sprünge sieht. Das war schon damals so, als dort noch auf der 120er Schanze gesprungen wurde. Da sind Springer wie Kazuyoshi Funaki oder Noriaki Kasai auch schon über 140 Meter weit gekommen.

    Und im Skifliegen ist Planica jetzt natürlich das absolute Highlight. Auch wegen der tollen Atmosphäre. Da reisen die Zuschauer mit zig Reisebussen an und sorgen für unglaublich gute Stimmung. Dieses Jahr wird Planica sicher aus allen Nähten platzen, weil der amtierende Skiflugweltmeister Robert Kranjec aus Slowenien kommt. Das wird bestimmt für alle das Nonplusultra.

    Die Anspannung ist weg

    Für die Springer ist der Saisonabschluss auch etwas Besonderes. Die ganz große Anspannung ist bei den meisten nicht mehr da, weil sie wissen, dass es der letzte Wettbewerb ist. Aber dafür spürt man bei allen diese Vorfreude darauf, denn jeder möchte noch mal ein gutes Ergebnis oder die persönliche Bestmarke erreichen. Und danach fährt man nach Hause. Diese positive Grundstimmung ist bei jedem da. Und die große Feierlaune geht dann traditionell nach dem Wettbewerb los. Da schließt man die harte Saison zusammen ab. Das ist auch das einzige Mal, wo fast alle Athleten abends noch im Hotel bleiben und gemeinsam die Saison ausklingen lassen. Manche hauen natürlich trotzdem ab, weil sie nichts mehr sehen und hören wollen. Aber früher war es immer so, dass noch gemeinsam gefeiert wurde.

    An ein Wochenende in Planica kann ich mich noch sehr gut erinnern. Im Jahr 2000 hatte ich einen Hattrick geschafft mit Siegen in Trondheim, Oslo und dem Abschluss-Skifliegen in Planica mit meiner persönlichen Bestweite von 220 Metern. Das war ein tolles Gefühl, so die Saison zu beenden. Und ich weiß auch noch, dass man mich hinterher mit meinem Preisgeld übers Ohr hauen und mir slowenische Dollar andrehen wollte. Die Geschichte hat sich zwischen meinem damaligen Team und mir schnell zu einem Running-Gag entwickelt, über den wir heute noch lachen. So etwas ist mir davor und danach auch nie wieder passiert.

    Fällt der deutsche Rekord?

    Sportlich wird es aber sicher noch einmal spannend, auch wenn Anders Bardal einen ganz guten Vorsprung hat. Aber auf den Flugschanzen werden schon kleinste Fehler bestraft, da kann sich alles ganz schnell drehen. Ein Problem ist auch, dass die Bedingungen in Planica leider nicht immer so stabil sind, denn Mitte März ist es eben eher schon wärmer. Und der böige Wind macht es schwierig, deshalb ist der Wettkampf entweder vormittags oder am Nachmittag. Denn ab halb zwölf Uhr kann man eigentlich die Uhr danach stellen, dass es windig wird. Um die Mittagszeit geht nichts.

    Und warum sollte nicht vielleicht sogar ein neuer, deutscher Rekord aufgestellt werden? Die Voraussetzungen sind gut und wenn alles passt, ist sicher etwas möglich. Richard Freitag hatte in Oslo leider wieder schwierige Bedingungen, aber Severin Freund konnte diese für sich nutzen. Sie haben zuletzt gezeigt, dass sie gut drauf sind. Auch wenn der eine oder andere in dieser Saison öfter den Bedingungen zum Opfer gefallen ist. Ich hoffe, die stimmen in den Wettbewerben am Wochenende, dann werden sie ihre Sache gut machen. Ich drücke den Jungs jedenfalls die Daumen!

    Euer Sven Hannawald

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