WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Greipel geht auf Rekordjagd

    Vor dem zweiten Ruhetag steht noch einmal eine Sprint-Etappe an. Das Wort "Sprint" beschreibt auf dem Weg nach Pau jedoch nicht automatisch die Zielankunft, sondern zunächst die Distanz: Nur 158,5 Kilometer stehen auf dem Programm. Damit am Ende gespurtet wird, müssen sich zwei Teams ins Zeug legen.

    Vor allem Orica-Greenedge von Matthew Goss und André Greipels Lotto-Belisol-Mannschaft werden im Verlauf der kurzen Etappe alle Hände voll zu tun haben, um das Rennen zu kontrollieren.

    Weil am Dienstag in Pau der zweite Ruhetag folgt, sind alle Fahrer bereit, sich nochmal völlig zu verausgaben - auch und vor allem mögliche Ausreißer.

    Die Strecke sieht im Profil zwar wie eine Flachetappe aus, beinhaltet aber unzählige kurze Anstiege und Abfahrten. Gerade das letzte Renndrittel könnte den Sprintern mit drei Bergwertungen der niedrigen Kategorien den Zahn ziehen.

    Feiert Greipel zum vierten Mal?

    Wenn Greipel und Co. sich aber bis zum Ziel durchbeißen und ihre Teams die Ausreißer rechtzeitig einfangen, dann ergibt sich für den Deutschen ausgerechnet an seinem 30. Geburtstag am Rande der Pyrenäen eine großartige Chance: Er könnte Jan Ullrich, Erik Zabel und Rudi Altig übertrumpfen.

    Keiner dieser drei großen deutschen Radsport-Stars hat es je geschafft, innerhalb von einer Tour de France vier Etappen zu gewinnen - Altig (1962, 1966), Ullrich (1998) und Zabel (1997, 2001) gewannen jeweils drei. Greipel bieten sich in Pau und möglicherweise auf der 18. Etappe in Brive-la-Gaillarde sowie letztlich in Paris auf den Champs-Elysees noch drei Möglichkeiten, den vierten Sieg hinzuzufügen und dann sogar nach dem deutschen Rekord von Dietrich "Didi" Thurau zu greifen, der 1977 sogar fünf Tagessiege feierte.

    Der Unterstützung seiner Lotto-Mannschaft kann sich der 29-Jährige sicher sein. Sie stellte ihre Opferbereitschaft am Cap d'Agde bereits eindrucksvoll unter Beweis, und wird das ohne Murren erneut tun. Immerhin dürfen sie darauf vertrauen, dass Greipel die Vorarbeit auch verwertet, denn in den bisherigen Massensprints kristallisierte sich der Deutsche als schnellster Mann des Feldes heraus - inklusive beeindruckender Konstanz. Zwei Mal Zweiter und drei Mal Erster wurde Greipel bei fünf Massenankünften auf flachem Terrain.

    Vertraut Orica weiter auf Goss?

    Ob aber Orica-Greenedge noch einmal so konsequent den ganzen Tag das Hauptfeld pilotiert, wie es die Australier bisher häufig getan haben, das darf so langsam bezweifelt werden. Denn das Vertrauen in den eigenen Sprinter Matthew Goss wird gelitten haben, nachdem der 25-Jährige im Endspurt stets geschlagen wurde und seit der Mittelmeer-Ankunft am Cap d'Agde sowie Peter Sagans Parforce-Ritt in Richtung Foix auch keine Chance mehr aufs Grüne Trikot haben dürfte.

    Apropos Sagan. Ihn darf Greipel angesichts der anspruchsvollen Streckenführung nicht unterschätzen. Der Mann in Grün wurde im Verlauf der Tour auch in den Sprints immer stärker und scheint die Anstiege besser wegzustecken als seine Kontrahenten.

    Und dann ist da noch ein gewisser Mark Cavendish, der seit der 5. Etappe zwar in keinen Sprint mehr eingriff, aber sicher nicht aus reinem Spaß am Klettern noch immer im Peloton dabei ist. Wenn es zum Massensprint kommt, wird er aus der Versenkung auftauchen - darauf darf sich Greipel verlassen.

    TV-Tipp:

    Tour total: Eurosport präsentiert Ihnen die Tour de France 2012 von der Teampräsentation in Lüttich bis zum Finale der Schlussetappe in Paris in ausführlichen Live-Übertragungen sowie Zusammenfassungen auf Eurosport und Eurosport 2 - und natürlich auch im Eurosport Player!

    Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen

    Meistgelesene Artikel

    Aktuelle Nachrichten