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    Gold-Chaos & dreimal Bronze

    Wieder ergatterte das deutsche Olympia-Team am sechsten Tag einmal Gold - und dazu kamen gleich drei Bronze-Medaillen. Im Fokus stand dabei vor allem das Velodrom von London. Geschichte wurde einmal mehr im Aquatic Center sowie in der Turn-Arena geschrieben.

    Die Teamsprinterinnen Miriam Welte und Kristina Vogel konnten ihren Augen und Ohren kaum glauben, als sie im Interview zur Silber-Medaille plötzlich unterbrochen und darauf hingewiesen wurden, dass trotz der Niederlage auf der Bahn am Ende die Gold-Medaille warten sollte. Ihre chinesischen Gegnerinnen wurden wegen eines Wechselfehlers distanziert.

    Besonders kurios: Bereits den Einzug ins Finale hatten die deutschen nur geschafft, weil die Britinnen, ebenfalls wegen eines Wechselfehlers, distanziert worden waren.

    Bronze besorgten sowohl die männlichen Teamspinter René Enders, Robert Förstemann und Maximilian Levy als auch zwei Dimitris: Dimitri Ovtcharov im Tischtennis sowie Dimitri Peters im Judo.

    Mit vier goldenen, acht silbernen und fünf Bronze-Medaillen rangiert Deutschland im Medaillenspiegel nun auf Rang sechs. An der Spitze ist die USA an China herangerückt - beide haben in London bereits 18 Olympiasiege gefeiert.

    Schwimmen: Rekord-Olympionike Michael Phelps krönte seine Karriere mit dem Gewinn der 16. Goldmedaille. Der 27-Jährige siegte auch über 200 Meter Lagen und holte das insgesamt 20. Edelmetall. Die weiteren Schwimmsiege am Abend holten die Niederländerin Ranomi Kromowidjojo, die über 100 Meter Freistil die Nachfolge von Britta Steffen antrat, sowie Phelps' Landsleute Rebecca Soni über 200 Meter Brust und Tyler Clary über 200 Meter Rücken. Markus Deibler belegte über 200 Meter Lagen den achten und letzten Platz.

    Radsport: Sir Chris Hoy eroberte mit den siegreichen britischen Radsprintern sein fünftes Olympia-Gold, wurde dadurch zum erfolgreichsten Rad-Olympioniken aller Zeiten und sprach angesichts des Heim-Publikums anschließend vom schönsten Triumph seiner Karriere.

    Turnen: In dem von der Amerikanerin Gabrielle Douglas gewonnenen Mehrkampf-Finale der Turnerinnen kam Elisabeth Seitz auf den zehnten Platz. Douglas schrieb dabei ebenfalls Geschichte: Die 16-Jährige wurde zur ersten schwarzen Mehrkampf-Olympiasiegerin aller Zeiten.

    Kanu/Kajak: Slalom-Kanutin Jasmin Schornberg belegte im Wildwasserkanal den fünften Platz im Finale des Kajak-Einers. Die Helden dort waren jedoch die Briten, die im Zweier-Kanu gleich einen Doppelsieg einfuhren, und dadurch auch ihren Trainer zum Bad im Wildwasser brachten.

    Boxen: Mittelgewichtler Stefan Härtel ist nur noch einen Sieg von einer Box-Medaille entfernt. Der 24 Jahre alte Sportsoldat bezwang im Achtelfinale den Iren Darren O'Neill mit 19:12.

    Tennis: Als letzte deutsche Tennisspielerin verabschiedete sich Angelique Kerber im Einzel von Olympia. Sie unterlag Victoria Asarenka aus Weißrussland in zwei Sätzen. Im Mixed zogen Sabine Lisicki und Christopher Kas überraschend ins Viertelfinale ein, nachdem sie die an zwei gesetzten US-Amerikaner Liezel Huber und Bob Bryan schlugen.

    Rudern: Die deutsche Ruder-Flotte schlägt sich bei Olympia weiter achtbar. Am drittletzten Wettkampftag auf dem Dorney Lake zogen mit dem Vierer ohne Steuermann und den beiden leichten Doppelzweiern drei weitere Boote in die Endläufe ein. Nicht gut lief es für Marie-Louise Dräger, die im Einer-Halbfinale Letzte wurde und im B-Finale antreten muss.

    (Beach-) Volleyball: Die Volleyballer feierten mit dem 3:2 gegen Serbien ihren ersten Vorrundensieg und können wieder aufs Viertelfinale hoffen. Allerdings brauchen sie dazu die Hilfe der Konkurrenz. Im Sand kamen Sara Goller und Laura Ludwig sowie Jonathan Erdmann und Kay Matysik ins Achtelfinale - dort sind also alle deutschen Duos dabei.

    Surfen: Vor Weymouth verbesserte sich Surfer Toni Wilhelm auf Platz zwei der Gesamtwertung, bei den Frauen büßte Moana Delle einen Platz ein und ist jetzt Vierte.

    Hockey: Die Hockey-Damen feierten ihren zweiten Sieg und erhielten sich mit dem 2:0 gegen Südafrika ihre Halbfinal-Chance. Aktuell liegt das Team punktgleich mit Tabellenführer Argentinien, dem Gruppenzweiten Neuseeland und dem Dritten Australien auf Rang vier.

    Reiten: Dank Dorothee Schneider legte das Dressurteam einen guten Start hin. Die 43-Jährige ritt mit Diva Royal zu 76,277 Prozentpunkten. Für das deutsche Team reiten am Freitag Kristina Sprehe und Helen Langehanenberg.

    Schießen: Die Schnellfeuerschützen Christian Reitz und Ralf Schumann müssen um die Final-Teilnahme bangen. Reitz lag zur Hälfte der Qualifikation nur auf Rang acht. Der dreimalige Olympiasieger Schumann braucht als 15. ein kleines Wunder für das Finale der besten Sechs.

    Basketball: Die US-Basketballer haben den höchsten Sieg der Olympia-Geschichte gefeiert. Die NBA-Stars deklassierten Nigeria mit 156:73 (78:45). Die bisherige Bestmarke datierte von den Olympischen Spielen 1988, als Brasilien in Seoul Ägypten mit 138:85 bezwungen hatte. Erfolgreichster Werfer bei den Amerikanern war Carmelo Anthony von den New York Knicks mit 37 Punkten. Noch nie erzielte ein US-Spieler bei Olympia mehr Zähler.

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