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    Gold-Fieber: Alle Augen auf Harting

    Robert Harting haut so schnell nichts um, erst recht nicht im Diskus-Ring. Der Weltmeister von 2009 und 2011 ist Deutschlands heißester Gold-Kandidat in der Leichtathletik. Und er ist bereit für den größten Triumph seiner Karriere. "Ich bin sehr zufrieden", erklärte Harting nach der Qualifikation.

    Der Koloss von Cottbus schritt gemächlich auf den Ring im proppevollen Olympiastadion zu. Harting wusste, dass nichts schiefgehen kann. Mit ein paar schnellen Drehungen beförderte er die Zwei-Kilo-Scheibe auf 66,22 Meter hinaus. Qualifikation geschafft, im ersten Wurf.

    Und dann konnte er auch schon wieder einpacken und ins Athletendorf zurückkehren. "Ich bin bei 95 Prozent meiner Leistung angelangt und habe noch eine Woche Zeit, auf 100 zu kommen", hatte der 27-Jährige vor der Anreise nach London selbstbewusst erklärt.

    Rivalen nicht sattelfest

    Seine vermeintlich schärfsten Konkurrenten, Virgilijus Alekna (63,88 m) aus Litauen und der Pole Piotr Malachowski (64,65 m), haben derweil erste Schwächen offenbart.

    Vor allem Alekna, neben Harting der einzige 70-Meter-Werfer dieser Saison und zweifacher Olympiasieger, war sichtlich verärgert und rutschte eben noch so ins Finale. Altmeister Gerd Kanter aus Estland wusste allerdings mit dem weitesten Wurf der Qualifikation (66,39 m) zu überzeugen.

    Einer dieser "echten Typen"

    Und dennoch, Harting ist und bleibt der Topfavorit. Diese Rolle hat sich der 126-Kilo-Mann vom SCC Berlin in den vergangenen Jahren hart erkämpft. Die beiden WM-Titel, dazu EM-Gold 2012 und in diesem Jahr die Weltjahresbestleistung von 70,66 Meter sprechen eine klare Sprache. Auch außerhalb des Rings schlägt der 2,01-Meter-Hüne gerne klare Töne an, weshalb er regelmäßig aneckt. So wie 2009 in Berlin, als er die Opfer von Dopingpraktiken aus DDR-Zeiten verhöhnte.

    Robert Harting verkörpert das, was man heutzutage im Sport einen "echten Typen" nennt. Und die, so beklagen vor allem die Medien, haben sich zu einer vom Aussterben bedrohten Spezies entwickelt. Und so darf sich Harting der geballten Aufmerksamkeit in Deutschland sicher sein, wenn er heute Abend (ab 20:45 Uhr im Liveticker bei eurosport.yahoo.de) versucht, sein Ergebnis von Peking 2008 um drei Plätze zu verbessern - damals wurde er Vierter...

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