"Wenn man 30 Jahre in einem Verein ist, und als Spieler das Gras und den Schweiß gerochen hat, dann geht es einfach um Leidenschaft“, begründete Müller seinen Entschluss, wieder ins Management eines Bundesligisten einzusteigen.
Im März 2009 hatte Schalke ihn als Manager entlassen, es folgten drei Jahre als Spielerberater. Das war aber nicht das, was Müller haben wollte. Nun übernimmt er in Hoffenheim das Amt von Markus Babbel, der sich nun voll und ganz auf seinen Job als Trainer konzentrieren kann und soll.
Der Übungsleiter sitzt während der ersten Minuten der Pressekonferenz entspannt und zurückgelehnt auf seinem Stuhl. Die Fragen der rund 25 Medienvertreter sind vorerst ausschließlich an Müller gerichtet. Als dann doch eine Frage an Babbel geht, beugt er sich mit einem überraschten "Oh" nach vorne und lächelt.
Babbel bat die Bosse um Unterstützung
Die Idee, ihn von seiner Doppelbelastung als Trainer und Manager zu erlösen, kam von ihm selbst. Nach dem Spiel gegen Mönchengladbach suchte er das Gespräch mit den Verantwortlichen und bat darum, einen geeigneten Mann für die Position zu finden. "Es war einfach der Zeitpunkt gekommen, an dem ich etwas sagen musste", so Babbel.
"Markus ist fachlich top, auch das Trainerteam habe ich bereits getroffen. Die Eindrücke sind aber noch sehr frisch", kommentierte Müller die ersten 24 Stunden bei seinem neuen Arbeitgeber. Zur Form der Mannschaft wollte - und konnte - er noch nicht viel sagen: "Bitte haben Sie Nachsicht, dass ich das Team erst noch richtig kennen lernen will. Ich habe aber einige Spiele gesehen und bin von ihrem Potenzial überzeugt."
Dieses Potential gilt es, am Sonntag gegen Hannover 96 (ab 17.30 Uhr im Liveticker auf eurosport.yahoo.de), abzurufen. "Gegen Hannover dürfen wir nicht diese Aussetzer haben, die man momentan so häufig von uns sieht“, mahnte Babbel: "96 ist eine Mannschaft, die auf solche Fehler lauert und sie eiskalt bestraft."
Attacke aus Bremen
Verzichten müssen die Kraichgauer im Spiel gegen die Niedersachen auf Tim Wiese. Der Keeper fällt mit einer Adduktorenverletzung für die nächsten beiden Spiele aus. Trotzdem wurde er unter der Woche zur Zielscheibe vom sportlichen Leiter seines Ex-Vereins Werder Bremen, Klaus Allofs.
Der attestierte dem ehemaligen deutschen Nationaltorhüter mangelnde fußballerische Fähigkeiten. "Eine unnütze Aussage, die ich so auch überhaupt nicht bestätigen kann", brach Babbel eine Lanze für seinen Kapitän. Rückendeckung gab es dabei auch von Müller. "Wie lange hat Tim Wiese in Bremen gespielt? Und da ist es Klaus Allofs erst jetzt aufgefallen?", reagierte er gereizt auf die Spitze der Norddeutschen.
So einig wie bei der Rückendeckung für Tim Wiese will sich das Gespann auch in Zukunft geben. "Ich werde auf der Bank sitzen, die Tribüne ist nichts für mich", kündigte Müller an und bat die versammelten Medienvertreter: "Bitte haben Sie Geduld. Ich muss mich noch einleben und wir müssen in Ruhe arbeiten." Ob dem Duo diese Ruhe gewährt wird, hängt jedoch stark vom Ergebnis gegen Hannover ab.
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