WAS IHRE FREUNDE LESEN

    "Galaktische" Probleme bei PSG?

    Frankreich ist auf dem besten Weg, wieder ein Team zu haben, das um Europas Klub-Krone mitkämpfen kann. Zumindest auf dem Papier. Paris Saint Germain holt einen Superstar nach dem anderen an die Seine, doch die Frage ist: Passen die großen Namen überhaupt zusammen?

    Nach 80 Millionen Euro im vergangenen Sommer belaufen sich die Transfer-Ausgaben in diesem Jahr bereits auf über 100 Millionen.

    Marco Verratti (10 Mio. / von Pescara), Ezequiel Lavezzi (30 Mio. / Neapel), Thiago Silva (42 Mio. / AC Mailand) und zuletzt Stürmer-Star Zlatan Ibrahimovic (rund 20 Millionen) - vier Spieler aus der Serie A kommen an die Seine und sollen den Erfolg bringen, der zuletzt noch verpasst wurde.

    Der Vize-Titel hinter Überraschungsmeister Montpellier und das Aus in der Gruppenphase der Europa League waren für die neuen Klub-Besitzer der Qatar Sports Investments (QSI) viel zu wenig. Auch wenn QSI-Präsident Nasser Al-Khelaifi nach eigenen Aussagen nicht unendlich viel Geld in den Hauptstadt-Klub pumpen will, sah er sich offenbar gezwungen, noch ein weiteres Mal tief in die Tasche zu greifen, um den Erfolg herbeizuführen.

    Favorit für die Champions League?

    Dass es in der kommenden Saison funktioniert, da sind sich die Macher in Paris sicher. "In Frankreich sind wir deutlich vorn. Wir werden jedoch auch den Teams in der Champions League den Kampf ansagen", kündigt Trainer Carlo Ancelotti an, und setzt die Messlatte für sich selbst weit oben an: "Real Madrid und der FC Barcelona starten zwar als Favoriten, aber wir sind auch dabei."

    Vom Gruppen-Aus in der Europa-League ins Finale der Königsklasse? Die Ansprüche wirken vermessen, und doch feiern die französischen Medien das Team vom Prinzenpark. "Paris wird definitiv in eine neue Dimension vorstoßen", befand der "Figaro".

    Das Argument, das auch die Fans endgültig überzeugt hat, ist der Ibrahimovic-Einkauf. Mit Juventus Turin, Inter Mailand, FC Barcelona und AC Mailand feierte der Schwede jeweils gleich in seiner ersten Saison den Meistertitel.

    Selbstverständlichkeit wie beim FC Bayern

    Selbst die "L'Equipe" widmete dem Ibrahimovic-Transfer am Dienstag daher die gesamte Titelseite. An dem Tag, an dem auch der positive Test von Tour-de-France-Star Frank Schleck zu berichten war, überstrahlte der schwedische "Gigant" Ibrahimovic alles.

    "Ich bin gekommen, um zu gewinnen", sagte der Stürmer-Star und passt damit perfekt ins Bild. Alles, was PSG momentan verlautbaren lässt, klingt nach Selbstverständlichkeit: "Nous-sommes-nous" - eine französische Interpretation des "Mia-san-Mia" des FC Bayern.

    Chelsea zeigt, wie es geht - Real nicht

    Schaut man sich die englischen Investoren-Beispiele von Manchester City und dem FC Chelsea an, so wird klar: Geld kann Erfolg bringen. Nicht umsonst hat City den Stadt-Rivalen Manchester United in der vergangenen Saison als englischer Meister abgelöst und Chelsea nach vielen starken Jahren endlich die Champions League gewonnen. Doch beide Beispiele zeigten auch, dass der Weg zum großen Erfolg Zeit braucht.

    Besonders Chelsea baute - bei allen großen Investitionen - auf einem Stamm, der acht Jahre lang die zentrale Achse im Team bildete: Petr Cech, John Terry, Frank Lampard und Didier Drogba. Der ganz große internationale Erfolg kam spät, aber er kam.

    Gefährlich großer Enthusiasmus

    In Paris ist man von einer solchen Basis noch weit entfernt, und die Zusammensetzung des Teams weckt Erinnerungen an die "Galaktischen" von Real Madrid. Auch in Spanien investierte man kurz nach der Jahrhundertwende Jahr für Jahr viele Millionen und würfelte ständig neue Superstars zusammen - um sich vom Erfolg aber trotzdem immer weiter zu entfernen.

    PSG-Trainer Ancelotti und Sportdirektor Leonardo stehen vor einer schwierigen Aufgabe. "PSG hat großen Enthusiasmus und ein junges Projekt. Die Besitzer wollen nicht nur eine großartige Mannschaft, sondern einen großartigen Verein aufbauen", weiß Ancelotti.

    Die Verantwortung dafür, dass es klappt, liegt auf seinen und Leonardos Schultern. Denn bei so vielen Vorschusslorbeeren wie Ibrahimovic bekam, ist es undenkbar, dass das Umfeld ihm selbst die Schuld geben könnte, wenn das Schweden-Ass nicht sticht. Das schwächste Glied dürfte ganz schnell der Trainer sein, wenn der "große Enthusiasmus" in riesige Enttäuschung umschlägt.

    TV-Tipp:

    Die Bundesliga im Fernen Osten: Der FC Bayern München im Testspiel gegen den VfL Wolfsburg. Am 26. Juli um 14 Uhr aus dem Tianhe Stadium im chinesischen Guangzhou. LIVE auf Eurosport 2 und im Eurosport Player.

    Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen

    Transfers

    Meistgelesene Artikel

    Aktuelle Nachrichten