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    Freude, Fieber, Furcht: Marseille contra Paris

    "Le Classique" elektrisiert Frankreich. Olympique Marseille empfängt Paris Saint-Germain. Aus der Partie ist längst mehr geworden als nur ein Spiel der Ligue 1 - denn es prallen Welten aufeinander. Der französische Fußball schwebt vor dem Kracher am Sonntag zwischen Vorfreude und bösen Vorahnungen.

    Die Liebe ist der Schlüssel. Marseilles Trainer Élie Baup setzt beim Spiel der Spiele gegen Paris (ab 21:00 Uhr im Liveticker) auf Gefühle. "Wir müssen mit Liebe zu unserem Trikot spielen, mit Willen und Bereitschaft, ein großes Match abzuliefern", so der 57-Jährige vor dem "Classique", der diesmal noch brisanter ist als sonst.

    Zum ersten Mal seit 1994 ist die Partie auch das Duell zwischen dem Tabellenführer und dem Tabellenzweiten. Darüber hinaus sorgte PSG vor der Saison für Aufsehen, als man rund 130 Millionen Euro für Stars wie Zlatan Ibrahimovic, Thiago Silva oder Ezequiel Lavezzi ausgab.

    "Die Identität verteidigen"

    Die stärkste Fan-Basis im Land und die weit größere Tradition hat aber OM. "Viele unserer Spieler sind schon lange im Klub", so Baup. Das Team sei bereit, "die spielerischen Werte und die Identität des Vereins zu verteidigen". Mit sportlichen Mitteln wohlgemerkt. Denn die Befürchtungen sind groß, dass die Rivalität unter den Anhängern beider Lager zu Ausschreitungen führt - wie so oft in der Vergangenheit. Erst im März 2010 kam es zu einem Todesfall als Folge von Tumulten rund um den "Classique".

    Dabei ist die Geschichte des Fußball-Showdowns zwischen dem Traditionsklub aus dem Süden und den Blau-Roten aus der Hauptstadt noch jung. Erst in den 1990er Jahren, angestachelt durch den damaligen PSG-Eigner Canal+, entwickelte sich der Vergleich zum Prestigeduell. Zuvor war das Spiel eines von vielen in der Ligue 1.

    Heute spricht Innenminister Manuel Valls von einer "traditionellen, tiefen und gewalttätigen" Rivalität zwischen Olympique Marseille und Paris Saint-Germain. Und die Regierung zieht Konsequenzen. Nur 400 Anhänger aus Paris dürfen das Spektakel im rund 60.000 Zuschauer fassenden Stade Vélodrome verfolgen - in speziell abgetrennten Bereichen. Für einzelne PSG-Anhänger gilt am Sonntag eine Reiseverbot zwischen der Region um Paris (Ile-de-France) und der Kommune Marseille. Die Polizei ist in höchster Alarmbereitschaft.

    Der Traum des Zlatan Ibrahimovic

    Sportlich gesehen geht es bei der Begegnung um die Frage: Kann Marseille die Tabellenführung auf sechs Punkte ausbauen oder klettert PSG mit einem Sieg und dem dann besseren Torverhältnis an die Spitze? "Als Pariser will ich dieses Spiel auf keinen Fall verlieren", sagt Jérémy Ménez. Der Mittelfeldspieler betont aber, man wolle sich "keinen besonderen Druck" machen vor dem Klassiker. "Denn am Ende des Tages geht es um drei Punkte", so der 25-Jährige.

    Personalsorgen gibt es auf beiden Seiten: OM-Coach Baup muss auf die Mittelfeldspieler Rafidine Abdullah und Joey Barton sowie auf Verteidiger Kassim Abdallah verzichten. PSG-Trainer Carlo Ancelotti kann Neuzugang Lavezzi und Thiago Motta verletzungsbedingt nicht einsetzen. In der Defensive müssen die Gäste auf den gesperrten Mamadou Sakho verzichten.

    Ancelotti erwartet ein "taktisches Match" auf hohem technischen Niveau. "Die Mannschaften haben unterschiedliche Stärken - die Partie wird richtungsweisend für die Zukunft sein". Und die sieht PSG-Superstar Ibrahimovic in den schönsten Farben. "Ich habe den Traum, dass Paris eines Tages das beste Team in Europa und der Welt wird. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir gewinnen." Und das gilt auch für die Partie in Marseille.

    VIDEO - Vorschau auf den "Classique Marseille-Paris"

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