Um Gewinne in Höhe von bis zu 250.000 Euro soll es sich dabei gehandelt haben. Gegen acht MAHB-Profis sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, berichteten der Sender "France 3 Languedoc-Roussillon" und andere Medien am Mittwoch unter Berufung auf Justizkreise.
Den betroffenen Spielern drohe wegen Sportkorruption und Betrug ein Freiheitsentzug von bis zu drei Jahren und drastische Geldstrafen, berichtete die Zeitung "Le Figaro". Montpelliers Clubpräsident Rémy Lévy räumte bereits ein, er sei in Zusammenhang mit der Affäre von der Polizei angehört worden. "Ja, sicherlich. Auch neulich (der Trainer) Patrice Canayer. Ich will aber das Ermittlungsgeheimnis wahren", wurde Lévy am Mittwoch von der Onlineausgabe der Zeitung "Midi Libre" zitiert. Er werde um die Clubehre kämpfen. Für die Spieler müsse der Grundsatz der Unschuldsvermutung gelten.
Karabatic schweigt zu Vorwürfen
Nikola Karabatic, Frankreichs Sportler des Jahres 2011, hüllte sich zunächst in Schweigen. Er sei nicht auf dem Laufenden gewesen und ob der Nachrichten überrascht, ließ er über seinen Manager ausrichten. Noch sei kein Spieler angehört worden. Die Montpellier-Profis sind zur Zeit in Norddeutschland, um sich auf das Duell in Flensburg vorzubereiten. Sie sollen nach ihrer Rückkehr von der französischen Kriminalpolizei angehört werden, schrieben Medien. Drei der vier MAHB-Olympiasieger seien in den Skandal verwickelt, hieß es. Neben Karabatic standen vergangene Saison auch die späteren Olympiasieger William Accambray, Michaël Guigou und Samuel Honrubia unter Vertrag.
Bei der Affäre geht es um die sensationelle 28:31-Niederlage des französischen Rekordmeisters und Champions-League-Siegers von 2003 am 12. Mai beim abstiegsgefährdeten Cesson-Rennes HB. Montpellier stand damals schon als Meister fest, die späteren Olympiasieger Karabatic und Honrubia waren wegen Verletzung nicht dabei. Cesson-Präsident Philippe Barberet versicherte am Mittwoch, beim Spiel sei seiner Meinung alles mit rechten Dingen zugegangen: "Ich verstehe das nicht (...) niemand hat während des Spiels etwas Komisches gesehen".
Wetten von Ehefrauen und Freundinnen getätigt
Der Wettanbieter Française des Jeux (FDJ) sah es anders. FDJ registrierte "ungewöhnlich hohe Wetteinsätze" auf das Spiel in Cesson und meldete diese den zuständigen Behörden. Während der Halbzeitpause seien besonders viele und hohe Einsätze auf eine Niederlage von MAHB getätigt worden. Laut "France 3" hat die Polizei herausgefunden, dass viele Wetten damals von Ehefrauen, Freundinnen und andere Verwandten der Spieler sowie von dem MAHB nahestehenden Personen getätigt worden seien. Gilles Soulié, Chef der Kriminalpolizei in Montpellier, wollte diese Berichte auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. "MAHB stehen schwere Zeiten bevor", fürchtet das Sportblatt "L'Équipe".
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