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    Frühe Weichenstellung in Hannover

    Hannover 96 steht schon früh in der Saison unter Zugzwang. Der Europa-League-Viertelfinalist der vergangenen Spielzeit muss in knapp drei Wochen bereits in der EL-Qualifikation ran. Das Abschneiden wird zeigen, unter welchen Vorzeichen die Niedersachsen in die Saison starten werden.

    Als Siebter der Vorsaison muss sich Hannover durch die Qualifikation der Europa League quälen, um die Playoffs zu erreichen. Erfolgreiche Spiele dort wiederum berechtigen zu einem Start in der Gruppenphase. Etwas kompliziert, aber die UEFA will es nun einmal so.

    Auch das Unterfangen "Bestätigung der Vorsaison" könnte sich komplizierter als gewünscht für die Niedersachsen gestalten. Die Vorzeichen sind dabei allerdings recht einfach. Gewinnt Hannover die Qualifikationsspiele (der Gegner steht am 26. Juli fest) und übersteht die Begegnungen der Playoff-Phase, sind die Grundsteine für eine weitere erfolgreiche Saison gelegt. Sollte Hannover jedoch scheitern, droht 96 eine Negativspirale - der Abschwung vom Aufschwung.

    96 plant mit Leistungsträgern

    Dieser Gefahr ist man sich in der Führungsetage des Vereins durchaus bewusst. Die Verträge von Leistungsträgern wie Didier Ya Konan, Mohammed Abdellaoue, Jan Schlaudraff und Ron-Robert Zieler laufen deshalb bis mindestens 2014. Mit Emanuel Pogatetz musste man nur einen Stammspieler abgeben. Dessen Abgang nach Wolfsburg soll der brasilianisch-italienische Innenverteidiger Felipe kompensieren, der für 2,5 Millionen Euro aus Lüttich in die Bundesliga gelotst wurde.

    Zudem verstärken die Neuzugänge Hiroki Sakai (Kashiwa Reysol) und Adrian Nikci (FC Zürich) die Mannschaft. Der Kader ist trotz einer starken letzten Saison, die Interesse an Hannovers Leistungsträgern in In- und Ausland geweckt hatte, von einem Zerfall verschont geblieben. Spielerisch hat das Team international unter Beweis gestellt, zu was es im Stande ist. Eine auf den Punkt topfite Hannoveraner Mannschaft ist in der Lage, ihre Erfolge zu wiederholen.

    "Es hat mich überrascht"

    Sportlich ist 96 auf einem guten Weg, in der Organisation des Vereins gibt es vor Saisonbeginn aber Baustellen. Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Sportdirektor Jörg Schmadtke um die Auflösung seines Vertrages gebeten hatte. Der 48-Jährige sah keine andere Möglichkeit, um die privaten Probleme zu lösen. Doch so einfach wollte der Klubchef Martin Kind seinen "sehr erfolgreich arbeitenden Sportdirektor" nicht ziehen lassen. Schmadtke konnte umgestimmt werden, genießt aber bis zum 10. September Sonderurlaub. Dass in dieser Zeit die Saison-Vorbereitung, der Start der Bundesliga und der Europa League sowie das Ende der Transferfrist am 31. August fällt, ist für die Beteiligten kein Problem. Die gefundene Lösung sei laut Kind optimal.

    Für Brisanz könnte allerdings das Verhältnis zwischen Kind und Trainer Mirko Slomka sorgen. Wieder einmal. Denn Slomka zeigte sich über die ausgebliebene Vertragsverlängerung während der Sommerpause enttäuscht. "Es hat mich überrascht", sagte der Coach, "offensichtlich reicht meine Leistung nicht, um meinen Vertrag zu verlängern." Der derzeitige Kontrakt endet nach kommenden Saison. Bereits bei der Vertragsverlängerung 2011 gab es einige Reibereien zwischen Slomka und Clubchef Martin Kind. Ein frühes Ausscheiden in der Europa League wäre dem Verhältnis sicherlich nicht förderlich.

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