WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Fedrigo wird zum König von Pau

    Bereits zum zweiten Mal hat der Franzose Pierrick Fedrigo in Pau eine Etappe der Tour de France gewonnen. Auf dem 15. Teilstück der 99. Frankreich-Rundfahrt setzte sich der FDJ-Profi im Sprint eines Ausreißer-Duos gegen Christian Vande Velde durch. Das Gelbe Trikot verteidigte Bradley Wiggins.

    "Das ist wirklich unglaublich", freute sich Fedrigo (FDJ-BigMat), der in der Stadt nahe der Pyrenäen bereits vor zwei Jahren einen Etappensieg gefeiert hatte.

    Der Franzose hatte im Etappenfinale rund sieben Kilometer vor dem Ziel aus einer sechsköpfigen Spitzengruppe heraus attackiert und sich dann gemeinsam mit Vande Velde (Garmin-Sharp) abgesetzt. Als endschnellerer Sprinter galt Fedrigo fortan als Favorit auf den Tagessieg.

    "Ich wusste, dass meine Chance im Sprint gegen Fedrigo nicht groß sein würde", sagte Vande Velde daher. Trotzdem fühlte sich der Tagessieger nicht sicher. "Es kann immer sehr viel passieren", so Fedrigo im Sieger-Interview. Anschließend erklärte er auch seine Taktik: "Es waren sehr clevere Jungs in der Gruppe, zum Beispiel Thomas Voeckler und eben Vande Velde. Deshalb habe ich mit meinem Angriff lange gewartet."

    Für 33-jährigen Fedrigo stellte der vierte Tour-de-France-Tagessieg seiner Karriere so etwas wie einen Comeback-Erfolg dar. Im vergangenen Jahr litt der Franzose in Folge eines Zeckenbisses an einer Blut-Infektion, die für sein Karriereende hätte sorgen können.

    Voeckler beschwert sich, Sörensen lange allein

    Voeckler (Europcar), der in Bellegarde-sur-Valserine bereits die 10. Etappe gewann, gab sich als fairer Verlierer. "Wir hatten Pierrick schon in den letzten Tagen im Auge. Er hat den Sieg heute verdient." Der Europcar-Kapitän ärgerte sich allerdings über das Verhalten der Ausländer Nicki Sörensen (Saxo Bank-Tinkoff), Dries Devenyns (Omega Pharma-Quick Step) und Vande Velde in der Ausreißergruppe. "Es hat mich nicht überrascht, dass sie in der Gruppe kaum mitgearbeitet haben", so der Elsäßer, der schon bei seinem eigenen Sieg vor fünf Tagen über mangelnde Unterstützung seiner Begleiter klagte.

    Fedrigo, Voeckler, Devenyns, Vande Velde und Samuel Dumoulin (Cofidis) hatten sich erst nach 63 Kilometern aus dem Hauptfeld gelöst. Sörensen attackierte weitere drei Kilometer später und brauchte fast 15 Kilometer, um zu den Spitzenreitern aufzuschließen. Das gelang nur, weil sein Saxo-Bank-Team im Hauptfeld durch intensive Tempoarbeit Druck auf die Gruppe um Fedrigo und Voeckler ausübte, bis diese Sörensen herankommen ließ. Dann nahm Saxo Bank das Tempo im Hauptfeld heraus.

    Durch seine verbissene Jagd und einige Angriffe im Etappenfinale bekam Sörensen die rote Rückennummer des aktivsten Fahrers zugesprochen. Ein schwacher Trost für den Dänen: "Der Sieg war mein einziges Ziel, der Rest ist mir nicht viel wert", sagte er enttäuscht. "Am Ende konnte ich nicht mehr viel entgegensetzen."

    Greipel gewinnt Sprint des Hauptfeldes

    Die ersten anderthalb Rennstunden waren geprägt von Hektik und sehr hohen Geschwindigkeiten - das Hauptfeld wollte niemand wegkommen lassen. Erst als die Sky-Mannschaft des Gesamtführenden Bradley Wiggins für Ruhe sorgte, wurde das Tempo gedrosselt, und die Gruppe um Tagessieger Fedrigo setzte sich ab.

    Der Vorsprung auf das Hauptfeld, aus dem heraus Andre Greipel (Lotto-Belisol) an seinem 30. Geburtstag auf den siebten Rang im Tagesklassement sprintete, wuchs im Verlauf des Tages kontinuierlich an. Im Ziel hatten Greipel und Co. 11:50 Minuten Rückstand.

    Die hektische Anfangsphase wurde zahlreichen bereits zuvor geschwächten Fahrern zum Verhängnis. So gaben neben dem bereits seit Tagen unter Antibiotika stehenden Sylvain Chavanel auch Voecklers Europcar-Teamkollegen Vincent Jerome und Giovanni Bernaudeau sowie Brett Lancaster (Orica-Greenedge), Kenny Van Hummel (Vacansoleil-DCM) und Yauheni Hutarovich (FDJ-BigMat) das Rennen auf.

    VIDEO: Das Finale der 15. Etappe

    TV-Tipp:

    Tour total: Eurosport präsentiert Ihnen die Tour de France 2012 von der Teampräsentation in Lüttich bis zum Finale der Schlussetappe in Paris in ausführlichen Live-Übertragungen sowie Zusammenfassungen auf Eurosport und Eurosport 2 - und natürlich auch im Eurosport Player!

    Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen

    Meistgelesene Artikel

    Aktuelle Nachrichten