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    Schlampige Streber verpatzen die Hausaufgabe

    Die Siegesserie der Bayern ist dahin: Von BATE Borissow ließen sie sich überrumpeln, sie spielten zu schluderig, unkonzentriert und uninspiriert. Jupp Heynckes erwartet nun gegen Hoffenheim eine deutliche Reaktion seiner Mannschaft, da müssen die Hausaufgaben gemacht sein.

    Von Petra Philippsen

    Das Bankett nach einem Champions-League-Spiel ist bei den Bayern usus, obwohl Niederlagen den Beteiligten gewöhnlich jeglichen Appetit auf die feinen Häppchen vermiesen.

    Als Dessert wird den Münchner Spielern dann meist auch noch eine verbale "Watschn" serviert, als wäre es nicht ohnehin schon schlimm genug. Doch an diesem Abend in Minsk gab es von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge keine Schelte für die Leistung, obwohl die bisher so strebsamen Bayern-Profis gegen BATE Borissow einfach zu schlampig gewesen waren und ihre Hausaufgaben nicht gemacht hatten.

    Ein schulisches Credo: aus Fehlern lernt man. Den statt einer Strafarbeit gab es von "Oberlehrer" Rummenigge eine Aufforderung: "Es ist wichtig, dass man sofort am Samstag gegen Hoffenheim reagiert, sofort wieder Vollgas gibt, dass man den Konkurrenten sofort wieder zeigt, dass der FC Bayern zwar ein Spiel verloren hat, aber deswegen nicht angeschlagen ist."

    Nicht überlegen, doch unterlegen

    Acht Spiele in Serie hatten die Bayern gewonnen, dann kamen die Weißrussen und erwischten sie im zweiten Gruppenspiel der Champions League eiskalt. Durch die 1:3-Pleite war das vorher Gewesene nicht schlagartig ausradiert, doch die Münchner mussten sich vorwerfen lassen, zu schludrig an die Aufgabe herangegangen zu sein. Sie waren überrumpelt worden, obwohl Torhüter Manuel Neuer genau wusste: "Sie haben in Lille schon 3:1 gewonnen und gekontert."

    Man hätte also durchaus wissen können um die Gefahr der Mannschaft um Routinier Aleksandr Hleb, die seit nunmehr 17 Pflichtspielen ungeschlagen ist. "Man hat gegen ein Team wie die Bayern nur eine Chance, wenn dich der Gegner ein bisschen unterschätzt", sagte Borissow-Coach Viktor Goncharenko. Und genau das war den Bayern passiert.

    Dass die Weißrussen defensiv auftreten würden, hatten die Münchner offenbar gedacht, doch die gingen so giftig und mutig nach vorne und in die Zweikämpfe, wie man es von den Bayern erwartet hätte. 61 Prozent Ballbesitz, 14 Ecken und 20 Torschüsse reichten den Mannen von Jupp Heynckes nicht aus, um drei Punkte einzufahren.

    Die Klasse, die Überlegenheit, die die Bayern im Grunde in der Partie demonstrieren wollten, konnten sie nicht umsetzen. Sie machten einfach zu wenig, hielten nicht energisch genug dagegen. Und sie verhielten sich in der Defensivarbeit geradezu katastrophal. Besonders Dante und Jerome Boateng hatte man einen gebrauchten Tag angedreht, doch alle drei Gegentreffer untermauerten, dass auch der Rest des Teams zu sorglos agierte.

    "Wir können aus diesem Spiel lernen"

    Dass Toni Kroos frei vor dem Tor nur den Pfosten traf, wie später auch Franck Ribéry schien symptomatisch für den schluderigen Bayern-Abend. Die Münchner brachten zu wenig Tempo ins Spiel und waren nicht zwingend genug im gegnerischen Sechzehner. Bastian Schweinsteiger hätte vielleicht mehr Impulse bringen können, wäre er nicht erst in der Schlussphase, sondern zur zweiten Halbzeit eingewechselt worden.

    Doch die Diskussion ist müßig, ob ihm der Weckruf gelungen wäre. Mit der Führung im Rücken drehten die Weißrussen noch mehr auf und machten es den Bayern um so schwerer, die Wende zu schaffen. Phasenweise wirkten sie wie grüne Jungs, unkonzentriert und uninspiriert.

    Heynckes wollte den Rückschlag nicht zu sehr dramatisieren. "Wir können aus diesem Spiel lernen", sagte er, "es ist vielleicht gar nicht so tragisch, wenn die Mannschaft es versteht, in den nächsten Bundesligaspiel zu reagieren. Und in der Champions League haben wir noch alle Chancen, uns zu qualifizieren."

    Allerdings sollten seine "Schüler" dann ihre Hausaufgeben erledigt haben.

    VIDEO - Heynckes: Ist nicht so tragisch..."

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