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    FC Bayern will Pizarro nun doch

    Das "Drama dahoam" hat es offenbart, die Bayern brauchen Verstärkung. Besonders im Sturm fehlt einer, der Mario Gomez unter Druck setzt. Wie die "tz" berichtet, soll das nun doch Claudio Pizarro sein. Man habe sich mit dem Ex-Bremer auf einen Einjahresvertrag geeinigt, schreibt das Münchner Blatt.

    Von Petra Philippsen

    Ein Spiel nur, und die Bayernwelt steht plötzlich Kopf. Da es nicht nur ein Spiel war, sondern das Heimfinale der Champions League, das auf so bittere Weise verloren wurde, sind die Reaktionen daher auch verständlich. "Ich habe auf dem Platz ein paar Dinge gesehen, die mir nicht gefallen haben", hatte Präsident Uli Hoeneß erklärt und stürzt sich nun in umtriebigen Aktivismus.

    "tz" meldet Pizarros Verpflichtung

    Die eingenommenen 60 Millionen Euro sollen in neue, schlagkräftige Spieler investiert werden, denn dreimal Vize zu werden in einer Saison, das verträgt die Bayern-Seele einfach nicht. Und so ist nun auch die Personalie Claudio Pizarro ad hoc wieder aktuell geworden. Die Münchner Zeitung "tz" vermeldet sogar, dass man sich über die Verpflichtung bereits einig sei.

    Der Werder-Stürmer hatte am Dienstag seinen Abschied aus Bremen bekannt gegeben und dabei gesagt: "Ich möchte gegen Ende meiner Karriere noch einmal etwas anderes machen." Etwas anderes schon, aber etwas neues dann wohl doch nicht. Denn auch wenn sich Schalke 04 und Borussia Dortmund um Pizarro bemüht haben sollen, so kehrt der Peruaner offenbar doch lieber an seine alte Wirkungsstätte zurück. Von 2001 bis 2007 hatte Pizarro bereits an der Isar gespielt und in 174 Ligaspielen 71 Tore und dreimal das "Double" gewonnen.

    Schlitzohr und Hoffnungsträger

    Pizarro ist ein Star, der letzte, den Werder noch hatte. Auf 160 Tore hat es vor ihm noch kein ausländischer Spieler in der Bundesliga gebracht. Und obwohl er bereits 33 Jahre alt ist, ist er weiterhin das "Schlitzohr", als das ihn Hoeneß stets bezeichnet hatte. Und genau so einen brauchen die Bayern momentan, das hat die Partie gegen den FC Chelsea schmerzlich offenbart. Dass der bisher konkurrenzlose Mittelstürmer Mario Gomez dringend etwas mehr Druck auf seiner Monopolstellung braucht, war dabei ebenso offensichtlich wie die Tatsache, dass es den Münchnern auch an robusten Charakteren mangelt, die in brenzligen Situationen vorneweg marschieren und Verantwortung übernehmen. Und einen entscheidenden Elfmeter einfach versenken.

    So einer ist Pizarro immer gewesen, er ist es immer noch. Seine Technik ist außergewöhnlich gut, seine Spritzigkeit verblüffend. Allerdings hatte diese, wie auch seine Treffsicherheit in der Rückrunde merklich abgebaut, weshalb das Interesse der Münchner an ihm wohl auch abgekühlt war. Doch seit dem "Drama dahoam" ist eben alles wieder anders und Pizarro einer der Hoffnungsträger für eine titelreichere Zukunft. Denn auf einen Schlag waren dann auch die Vorbehalte des Bayern-Vorstandes, die es laut "tz" in der Personalie gegeben hatte, scheinbar ausgeräumt. Für Pizarro spricht die Erfahrung, seine Schlitzohrigkeit vor dem Tor, seine Historie mit den Münchnern, seine Führungsqualitäten und auch, dass er ablösefrei ist. Gegen ihn spricht sein doch schon hohes Sportleralter und seine Verletzungsanfälligkeit.

    Pizarro soll Gomez Druck machen

    Um Gomez ein bisschen mehr um seinen bequemen Stammplatz zittern zu lassen, reicht Pizarros Atem sicherlich noch aus. Und der dürfte weit kräftiger sein, als der von Abgänger Ivica Olic. Aber ein Alleinunterhalter wie in Bremen wird Pizarro in München nicht werden, dort ist er nicht mehr der Star, sondern höchstens Edelreservist. Und die weiteren Neuzugänge Dante und Xherdan Shaqiri allein lassen Europas Elite auch noch nicht ehrfürchtig zittern. Da muss noch mehr kommen, mehr Weltstarpotenzial. Darüber verfügte Olivier Giroud wohl nicht ausreichend, die Bayern wollen den französischen Nationalstürmer nun doch nicht mehr.

    Dafür lieber Pizarro. Und der hat sich offenbar auf einen Einjahresvertrag eingelassen. Obwohl sein Berater Carlos Delgado, der sich laut "Bild" seit ein paar Tagen in München aufhalten soll, stets einen Zweijahresvertrag durchboxen wollte. Angeblich wird Pizarro schon in Kürze als Neuzugang vorgestellt, allerdings ohne selbst anwesend zu sein. Der Stürmer muss in Peru noch ein paar Länderspiele absolvieren. In München wollte man noch nichts offiziell bestätigen, man dementierte aber auch nicht. "Grundsätzlich haben wir eine leistungsstarke Mannschaft, wir sind gut aufgestellt", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger, "aber für die Zukunft müssen wir uns qualitativ verstärken, um unsere Ziele zu verwirklichen."

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