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    Formel 1 - F1-Finanz-Check: Drei Teams in der Klemme

    Gespannt warten die Fans darauf, wie sich nach fünf Wochen Sommerpause am 31. August das Kräfteverhältnis der Formel 1 präsentiert. Doch auch wirtschaftlich müssen die Teams Farbe bekennen und die Geschäftsberichte vorlegen. Bei Lotus, McLaren und Force India könnte es ein böses Erwachen geben.

    Andere Teams haben Nichts zu befürchten. Neben Ferrari und Mercedes, die einen Automobilhersteller im Rücken haben, dürfte auch bei Red Bull und Toro Rosso dank der Unterstützung von Firmenboss Dietrich Matteschitz die Kriegskasse gut gefüllt sein. Auch Williams dürfte vor bösen Überraschungen gefeit sein.

    Denn der britische Traditionsrennstall ist als einziges börsennotiertes Formel-1-Team ohnehin zu finanzieller Transparenz verpflichtet und muss regelmäßig seine Zahlen offenlegen. Durch die Sponsorenzahlungen von Pastor Maldonado, die pro Saison rund 30 Millionen Pfund (rund 38 Millionen Euro) ausmachen, ist ein großer Teil des Budgets gedeckt. Die Abhängigkeit von einem Fahrer ist zwar auch ein Risiko, aber derzeit ist Williams schuldenfrei und hat zudem jederzeit die Möglichkeit, auf dem Aktienmarkt frisches Geld zu akquirieren.

    Erfolg belastet Lotus-Kasse

    Bei einigen derzeit sportlich erfolgreichen Teams sieht die Lage jedoch weniger rosig aus, wie Recherchen der "SportWoche" ergaben. So ist unter anderem bei Lotus die finanzielle Situation angespannt. Der Schuldenstand des Rennstalls beläuft sich derzeit auf rund 55 Millionen Pfund (rund 70 Millionen Euro). Und so paradox es klingen mag: Die sportlich erfolgreiche Saison 2012 belastet die Teamkasse weiter, denn Kimi Räikkönen hat einen stark leistungsbezogenen Vertrag.

    Neben einem Festgehalt von sechs Millionen Euro erhält der Finne hohe Punkteprämien - und derzeit steht sein Konto schon bei 116 Punkten. Auch die Zukunft des kriselnden Autokonzerns Lotus steht derzeit in den Sternen. Das Rennteam hat sich die Namensrechte derzeit nur bis 2018 gesichert. Sollte das Team aus Enstone diese dann verlieren, würde es auch keine Zahlungen aus dem Concorde-Abkommen erhalten.

    Mc Laren & Force India angespannt

    Auch bei McLaren gehen sportlicher und wirtschaftlicher Erfolg nicht einher. Die hochdefizitäre Sportwagensparte ist zwar von Rennteam autark, belastet jedoch das Gesamtergebnis der Unternehmensgruppe. Außerdem leistet sich McLaren mit dem Paragon das teuerste Technologie-Zentrum aller Teams. Auf der Einnahmenseite hat Vodafone das Sponsoring um die Hälfte reduziert und steht möglicherweise vor dem Ausstieg.

    Bei den Ausgaben schlagen die Gehälter der gut bezahlten Weltmeister Lewis Hamilton und Jenson Button zu Buche. Beide verdienen zusammen nach Informationen der "SportWoche" mindestens 30 Millionen Euro pro Jahr. Auch aus diesem Grund könnten sich die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung mit Hamilton hinziehen. Hinzu kommt, dass McLaren ab 2014 auch für die Motoren bezahlen muss, ob sie nun von Mercedes oder von einem anderen Hersteller kommen.

    Nachdem Teamchef Vijay Mallya schon mit seiner Fluglinie Kingfisher in wirtschaftliche Turbulenzen geraten war, ist bei Force India die finanzielle Lage ebenfalls angespannt. Mehrere Quellen im Fahrerlager wollen wissen, dass Nico Hülkenberg und Paul di Resta in diesem Jahr bisher noch kein Gehalt bekommen haben. Bisher halten die Zahlungen von Sponsor Sahara das Team am Leben, allerdings sind die zukünftigen Eigentürmerverhältnisse ungeklärt

    TV-Tipp:

    Verfolgen Sie 2012 alle Entscheidungen der Tourenwagen-Weltmeisterschaft bei Eurosport und Eurosport 2. Verpassen Sie kein Rennen, wenn Chevrolet, SEAT und BMW um den Sieg kämpfen. Weiter geht’s am 22./23. September in den USA.

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