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    Olympische Spiele - Erste Medaille für Deutschland perfekt

    Degenfechterin Britta Heidemann hat im Olympiafinale den Sieg zwar knapp verpasst, aber dem deutschen Team die erste Medaille gesichert. Die Olympiasiegerin von 2008 verlor im Finale gegen die Weltranglisten-Elfte Jana Schemjakina aus der Ukraine. Zuvor war es im Halbfinale zum Eklat gekommen.

    "Die Medaille zählt - und damit fühle ich mich gut. Ich bin total stolz, dass ich mich ins Finale durchkämpfen konnte. Ich war zunächst super enttäuscht, dass ich nicht den letzten Treffer gesetzt habe. Natürlich hätte ich am liebsten die Goldmedaille umhängen gehabt. Aber jetzt kann ich mich damit gut anfreunden", erklärte die Deutsche.

    Quälende Minuten im Halbfinale

    Lange hatte Heidemann um den Einzug in das Finale bangen müssen. Mit einem Last-Second-Treffer hatte die Leverkusenerin das umstrittene Halbfinal-Gefecht gegen Shin A-Lam mit 6:5 nach "Sudden Death" für sich entschieden. Die Südkoreaner protestierten wütend. Ihrer Meinung nach war die Zeit schon abgelaufen. Bei einem Gleichstand hätte Shin A-Lam das Finale den Regeln entsprechend erreicht und die Leverkusenerin nur um Bronze kämpfen können.

    Es folgten quälende Minuten, in denen die Jury diskutierte. Als der Entscheid pro Heidemann gefallen war, löste sich die Anspannung im deutschen Lager in grenzenlosem Jubel. Die Südkoreanerin brach in Tränen aus und kauerte noch lange auf der Planche. Der Protest ihres Trainers wurde sofort abgewiesen, ein zweiter Widerspruch zog sich ebenfalls lange hin. Erst nach 45 Minuten kam die endgültige Bestätigung. Nur auf Aufforderung von Offiziellen verließ Shin A-Lam die Planche. In ihrem Kampf um Bronze hatte sie dann keine Kraft mehr und verlor gegen Sun Yujie.

    Kaspar: "Das war schon ungewöhnlich"

    "Ich habe einen regulären Treffer gesetzt. Deshalb kann ich die Diskussion nicht nachvollziehen. Ich kann die Koreanerin sehr gut verstehen. Das ist superärgerlich, dass es solche Diskussionen gibt", sagte Britta Heidemann. "Die haben wahrscheinlich diskutiert, dass man was ändern muss in der Zukunft", fügte sie ironisch hinzu.

    "Es war eine Tatsachenentscheidung, die wie im Fußball zu akzeptieren ist. Für die Südkoreanerin war es natürlich äußerst unglücklich", sagte Chef de Mission Michael Vesper. Der DOSB hatte zuvor voreilig schon die erste deutsche Medaille via Twitter gemeldet, ehe die Debatten an der Planche begannen. Sportdirektor Manfred Kaspar erklärte zum Geschehen: "So ein Wirrwarr habe ich noch nie erlebt. Das war schon ungewöhnlich."

    Ungewöhnlich auch wie Heidemann den Krimi verarbeitete, ihre Kräfte im Finale gegen Jana Schemjakina noch einmal sammelte und erneut in die Verlängerung kam. Dort hatte die 26 Jahre alte Weltranglisten-Elfte und WM-Neunte von 2010 und 2011 aber das bessere Ende für sich.

    Die WM-Siebte Monika Sozanska verlor bei ihrer Olympia-Premiere im Achtelfinale 9:14 gegen Shin A-Lam. DOSB-Kritikerin Imke Duplitzer, nach fünften Plätzen von Peking und Athen diesmal schon in Runde zwei an der chinesischen Weltranglistenersten Yujie Sun gescheitert, ist kampfeslustig für den Team-Wettbewerb: "Wir sind eine absolute Comeback-Mannschaft."

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