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    Erstes Olympia-Gold geht nach China

    Die erste Goldmedaille der Olympischen Spiele ist vergeben. Im Luftgewehrschießen der Damen über 10 Meter holte Yi Siling aus China den Sieg. Sie setzte sich in den Royal Artillery Barracks mit 502,9 Ringen vor Sylwia Bogacka (502,2) aus Polen und ihrer chinesischen Landsfrau Yu Dan (501,5) durch.

    Nach dem verpatzten Olympia-Auftakt waren Jessica Mager und Beate Gauß ratlos. Die deutschen Luftgewehrschützinnen kamen trotz ihrer internationalen Erfahrung mit dem Druck nicht zurecht und verpassten die anvisierte Finalteilnahme. Dabei blieben die Solingerin Mager mit 394 Ringen auf Platz 20 und die Ammerbucherin Gauß als 32. mit 392 Ringen deutlich unter den eigenen Erwartungen. Stark war hingegen der Auftritt der hochschwangeren Suryani Mohamed Taibi aus Malaysia.

    "Ich fühlte mich gut vorbereitet, hatte auch einen guten Auftakt mit der Zehn. Ich war mir der Fehler nicht bewusst, hatte noch nicht einmal einen Ansatz zur Korrektur", meinte die WM-Sechste Gauß in einer ersten Analyse. Nach dem Volltreffer im ersten Schuss leistete sie sich viermal hintereinander eine Neun - zu wenig für den Endkampf. Die WM-Fünfte Mager begann besser, kam aber in keiner der vier Serien auf die Idealpunktzahl, um wenigstens noch das Stechen zu erreichen. Platz 20 war enttäuschend - immerhin hatten beide Starterinnen in ihrer Karriere schon die Idealpunktzahl von 400 geschafft. Da nutzten auch die Trostversuche von Michael Vesper, dem Chef de Mission des deutschen Teams, nichts.

    "Eine Medaille war nicht der Plan, aber das Ziel der Finalteilnahme haben wir deutlich verpasst", bilanzierte Sportdirektor Heiner Gabelmann. Insgeheim hatte man auf eine Medaille gehofft, sie aber nicht gefordert. Der Deutsche Schützenbund (DSB) hatte diesmal extra auf einen Doppelstart von Europameisterin Sonja Pfeilschifter verzichtet, die in Sydney, Athen und Peking jedes Mal den Auftakt verhauen hatte und dann mit dem Druck in ihrer Spezialdisziplin Sportgewehr nicht klar gekommen war. Dies soll in London anders werden. Der Erfolgsdruck ist nach der ersten Entscheidung aber nicht geringer geworden.

    Suryani Mohamed Taibi aus Malaysia zeigte unterdessen im Feld der 59 Starterinnen mit 392 Ringen eine respektable Leistung. Die hochschwangere Schützin behielt im neunten Monat eine ruhige Hand, auch wenn sie immer mal wieder das Gewehr absetzen musste. Zahlreiche TV-Kameras und Fotografen verfolgten ihren Wettkampf. Den runden Babybauch hatte sie unter einen XXL-Lederweste - die unten leicht abstand - versteckt. Die Siegerin der Commonwealth Games erreichte diesmal haargenau dasselbe Ergebnis (392) wie schon beim vorolympischen Weltcup im April in London und landete als 34. nur zwei Plätze hinter Beate Gauß.

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