Seine drei Tore gegen die Trentino-Auswahl im Trainingslager mit dem FC Bayern waren sein absolutes Highlight.
Kevin Friesenbichler, ein 18-jähriger Frechdachs aus Österreich, sorgt in Arco an der Seite von großen Stars wie Arjen Robben oder Claudio Pizarro für Wirbel. "Es ist super toll. Es macht enorm viel Spaß und ich bekomme gezeigt, wo ich mich noch verbessern kann", schwärmt er im Gespräch mit eurosport.yahoo.de und seine Augen glänzen dabei.
Er genießt die Tage am Gardasee in vollen Zügen.
Denn viel Glück hatte Kevin Friesenbichler in seiner noch jungen Karriere wahrlich nicht - er überstand bereits zwei sehr schwere Verletzungen.
Im Frühjahr 2010 erfolgte die erste Hammer-Diagnose. Nach einem Zweikampf war Friesenbichler unglücklich auf den Boden geprallt und brach sich einen Wirbel. Die Folge: Drei Monate absolutes Sportverbot. Für einen aufstrebenden Sportler wie ihn ein massiver Rückschlag.
Doch der Youngster hielt wacker durch. "Mein Rücken wurde mit einer Schiene stabilisiert. Das Gute war, dass ich noch nicht ausgewachsen war, so konnte sich der Wirbel wieder regulieren." Das heißt: Wäre diese Verletzung später passiert, wäre sein Traum von der großen Bühne womöglich schon geplatzt gewesen.
"Das war extrem"
Viel schlimmer sei seiner Aussage nach jedoch die zweite Verletzung gewesen. Wieder verlief ein Zweikampf nicht so wie geplant, Friesenbichler renkte sich die rechte Schulter aus. "Das war extrem", erinnert er sich.
Noch immer leidet er deshalb unter großen Beschwerden. "Mit der Schulter habe ich immer noch Probleme", gibt er zu. Um diese zu minimieren, schiebt er regelmäßig zusätzliche Einheiten im Kraftraum, auch im Trainingslager am Gardasee muss er schuften, wenn andere schon Feierabend haben.
Doch die Strapazen nimmt er gerne in Kauf. Außerdem ist er eine Frohnatur, wirkt sympathisch und aufrichtig. "Allzu viel sollte jetzt nicht mehr dazu kommen", lacht er.
Auf den Notizzettel von Jupp Heynckes hat er es jedenfalls schon mal geschafft. Seine großen Qualitäten im Abschluss sind in jeder Einheit unverkennbar. "Das ist ein guter Junge“, urteilte Heynckes zuletzt. "Vor dem Tor hat er große Fähigkeiten. Im Mannschaftsspiel außerhalb des Strafraums muss er natürlich noch sehr viel lernen."
Lernen von den Großen
Dazu ist er bereit. Seine Vorbilder seien so gut wie alle Bayern-Profis. "Du kannst von jedem lernen. Wie Pizarro den Ball annimmt und verarbeitet, das Kopfballspiel von Mandzukic... Das sind Weltklassespieler", weiß Friesenbichler.
Die Integration fällt ihm dabei nicht schwer. Mit ihm durften auch die jungen Wilden Oliver Markoutz (17), der gegen die Trentino-Auswahl doppelt traf, Pierre-Emile Hojbjerg (16 Jahre alt), Daniel Wein (18), Vladimir Rankovic (19) und David Vrzogic (22) Höhenluft schnuppern.
David Alaba kümmert sich viel um die Nachwuchskräfte, auch Xherdan Shaqiri hält sich oft bei ihnen auf. Sie sind in der Profiwelt bereits feste Größen.
Ihr Weg ist auch der, den Friesenbichler einschlagen will. Dass er bereit ist, sich dafür zu quälen, hat er schon bewiesen.
Video - Robben plant den Neuanfang
TV-Tipp:
Die Bundesliga im Fernen Osten: Der FC Bayern München im Testspiel gegen den VfL Wolfsburg. Am 26. Juli um 14 Uhr aus dem Tianhe Stadium im chinesischen Guangzhou. LIVE auf Eurosport 2 und im Eurosport Player.

