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    Echo auf Gomez-Kritik "zu dramatisch"

    Die Kritik von Uli Hoeneß an Mario Gomez sorgte anfangs der Woche für Unruhe an der Säbener Straße. Trainer Jupp Heynckes relativierte nun die Kritik des Bayern-Präsidenten und stellte sich hinter seinen Stürmerstar.

    "Die Situation wurde zu dramatisch und überspitzt dargestellt", so Heynckes. "Wichtig ist nur, dass der Spieler weiß, wie ich denke, und dass ich ihn wertschätze." Als ehemaliger Torjäger könne er einschätzen, wie die Leistungen Gomez' nicht nur in der letzten Saison, sondern in den vergangenen Jahren zu bewerten sind. "Die Torquote ist außergewöhnlich, überragend", lobte der 67-Jährige seinen treffsichersten Angreifer.

    "Alle Leute reden mit und manche wissen gar nicht, wovon sie da reden", monierte der Coach die vieldiskutierte Kritik am deutschen Nationalspieler. Die Position des Stürmers sei die "schwierigste" auf dem Platz, gerade bei tiefstehenden Gegnern, wie sie der FC Bayern häufig vor der Brust hat.

    Hoeneß polterte in seiner Kritik am Torschützenkönig der Saison 2010/11: "Wenn er sehr gut wäre, wären wir jetzt Champions-League-Sieger." Heynckes sieht das freilich nicht so. Ein Gespräch mit Hoeneß wird er deswegen aber nicht suchen. "Uli weiß, wie ich denke. Und ich weiß, wie er denkt", so der Trainer. Im "Kicker" sagte er unter der Woche: "Manchmal gilt das Sprichwort: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold." Heynckes schweigt lieber.

    Verletzungspech? Heynckes sieht's gelassen

    Nicht verschweigen lässt sich die Verletzungsmisere seiner Außenverteidiger. Vor zwei Wochen hatte sich Linksverteidiger David Alaba im Testspiel gegen den SSC Neapel einen Ermüdungsbruch im linken Fuß zugezogen. Der Österreicher wird für zwei Monate fehlen. Alabas Vertreter Diego Contento fällt ebenfalls aus. Wegen eines Haarrisses im linken Fuß muss der 22-Jährige zehn Tage pausieren. Und auch Rechtsverteidiger Rafinha steht wegen eines gerissenen Außenbands im rechten Sprunggelenk momentan nicht zur Verfügung.

    Den gesunden Philipp Lahm auf die linke Abwehrseite zu versetzen, macht Heynckes jedoch "nur ungern". Gomez, Claudio Pizarro und Mario Mandzukic sollen mit "Flanken gefüttert" werden. Heynckes wählt deshalb die Option, Luiz Gustavo in der Viererkette spielen zu lassen. Im Testspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (3:2) habe der Brasilianer seinen Job "nicht schlecht gemacht, im Gegenteil." Der 25-Jährige überzeugte seinen Trainer mit Vorstößen bis an die gegnerische Grundlinie, nur der "letzte Pass" wollte ihm im Testkick noch nicht gelingen. Im Hinblick auf die kommenden Aufgaben sieht der Coach die Situation im Abwehrverbund aber gelassen. "Ich denke, das kann funktionieren."

    Hängepartie um Martinez

    Verstärkungen im Defensivbereich in der Person von Bilbaos Javi Martinez brauche man (noch) nicht. Heynckes hoffe darauf, dass Bastian Schweinsteiger, der mittlerweile wieder beschwerdefrei trainiert, in den kommenden Wochen zu alter Stärke von vor "ein, zwei Jahren" findet. Auch Toni Kroos und Nachwuchs-Hoffnung Emre Can könnten defensiv tragende Rollen spielen.

    Zu einem möglichen Martinez-Transfer sagte Sportdirektor Matthias Sammer unter der Woche: "Im Moment machen wir es nicht, weil es verrückt ist. Aber wenn wir der Meinung sind, dass wir es sportlich machen müssen, müssen wir verrückt sein". Die nächsten Testspiele werden also zeigen, wie verrückt es beim FC Bayern tatsächlich zugeht.

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