Die aktuelle Weltrangliste weist Roger Federer mit 11.805 Punkten als Nummer eins aus. Der Schweizer hat 1335 Punkte Vorsprung auf Novak Djokovic, der mit 10.470 Punkten derzeit noch klar hinter Federer liegt. Die Frage ist jedoch, wie lange Federer seine Weltranglistenführung noch behaupten kann.
In der Jahresrangliste, dem "Race to London", liegt Djokovic schon mit 990 Punkten vor Federer. Alleine bei den US Open machte der Serbe 840 Punkte mehr als sein schärfster Rivale.
Hallenzeit bedeutet Federer-Zeit
Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann Djokovic wieder die Spitzenposition übernimmt, die er für genau ein Jahr innehatte und nach dem diesjährigen Wimbledonturnier abgeben musste. Federer braucht einen glänzenden Herbst, um zum sechsten Mal am Jahresende die Nummer eins zu sein.
Im Vorjahr gewann der Schweizer hintereinander die Turniere in Basel und Paris-Bercy sowie das ATP World Tour Final in London und schloss das Jahr noch zufriedenstellend ab. Hallenzeit bedeutet Federer-Zeit. Der 31-Jährige hat von den letzten 38 Hallenspielen auf Hartplatz 37 gewonnen und konnte seit 2010 sieben Turniersiege in der Halle feiern.
Ob ein ähnlich erfolgreicher Herbst wie im Vorjahr Federer zur Verteidigung der Nummer eins reicht, ist fraglich. Dazu müsste Djokovic wohl auch mitspielen und wie im Vorjahr zum Saisonende schwächeln. Doch der Serbe hat bereits sein klares Ziel formuliert, wieder als Weltranglisten-Erster zu überwintern. Djokovic wird beim 500er-Turnier in Peking (ab 1. Oktober) aufschlagen, bei dem Federer nicht gemeldet hat. Dort kann der Serbe den Rückstand auf die Nummer eins weiter verringern.
300. Woche als Nummer eins?
Ein nächstes direktes Kräftemessen könnte es beim Masters-1000-Turnier in Shanghai (ab 7. Oktober) geben. Sowohl Federer als auch Djokovic hatten das Hartplatzturnier im letzten Jahr ausgelassen. Ein erneuter Verzicht könnte dem Schweizer teuer zustehen kommen. Federer hat bereits dieses Jahr die Masters-1000-Turniere in Monte Carlo und Toronto ausgelassen und im Nachhinein viele wichtige Punkte verschenkt.
Ob der Schweizer in Shanghai antritt, ist nach seinem Davis-Cup-Einsatz fraglich. Auf Federers Agenda stehen vor den ATP World Tour Finals noch das Heimturnier in Basel und das Masters-1000-Turnier in Paris-Bercy. Djokovic hat für Basel, wo er von 2009 bis 2011 teilgenommen hat, bislang noch nicht gemeldet.
Federer droht zwar der Verlust der Nummer eins, der 15. Oktober 2012 könnte jedoch zu einem weiteren Meilenstein in der außergewöhnlichen Karriere des Schweizers werden. Denn dann würde seine 300. Woche als Weltranglisten-Erster beginnen. Bis dahin dürfte Djokovic noch nicht an Federer vorbeigezogen sein. Das Rennen um die Nummer eins ist jedenfalls eröffnet.
Video: Federer will Urlaub

