Drogba rettete die Blues mit einem sehenswerten Kopfball zwei Minuten vor dem Abpfiff der regulären Spielzeit in die Verlängerung.
Den letzten und entscheidenden Elfmeter im Nervenkrimi gegen den FC Bayern verwandelte der Ivorer in München höchstpersönlich.
Dabei hatte es erst nach einem erneuten Drama um den wuchtigen Stürmer ausgesehen. Denn sein Foul an Franck Ribéry brachte Bayern in der Nachspielzeit einen Elfmeter ein.
Doch Arjen Robben verschoss, Ribéry musste verletzt raus und so konnte es zum finale Showdown kommen, in dem Drogba gegen Neuer die Nerven behielt und seine Dämonen besiegte.
Niemand kann wohl besser nachfühlen, wie es den am Boden zerstörten Bayern-Spielern ging als Drogba. Viel zu oft verließ er nach großen Finals geschlagen das Feld, musste tatenlos vom Spielfeldrand zusehen oder war gar selber die tragische Figur eines Endspiels gewesen.
Seine Größe als Sportler zeigte sich denn auch in der Münchner Arena darin, dass er im Moment des Triumphes die Gegner nicht vergaß: Seine tröstenden Umarmungen mit Bastian Schweinsteiger oder Robben waren die heimlichen Highlights einer emotionalen Achterbahnfahrt.

Drogbas Zeit der Unvollkommenheit ist nun zu Ende. Als Kapitän der Elfenbeinküste konnte er Pleiten in zwei Afrika-Cup-Endspielen (2006 und 2012) nicht verhindern. Als er noch bei Olympique Marseille spielte, unterlag er 2004 im UEFA-Cup-Endspiel dem FC Valencia.
Last but not least: Die Elfmeter-Niederlage 2008 im Endspiel der Champions League gegen Manchester United. Damals konnte er nicht mehr vom Punkt aus treffen, Drogba hatte wegen einer Tätlichkeit zuvor Rot gesehen (116.).
Am Abend des ersten Triumphs in der Königsklasse des FC Chelsea wurde Drogba zum Spieler des Matches gewählt. Vielleicht bekommt er nun auch noch einen neuen Vertrag. Möglicherweise zieht es ihn aber auch nach China.
