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    Doppelschlag von Vettel: Sieg und Führung

    Weltmeister Sebastian Vettel hat beim Grand Prix von Korea einen Riesenschritt in Richtung Titelverteidigung gemacht und seine irre Aufholjagd gekrönt. Vettel gewann das Rennen auf dem Korean International Circuit von Yeongam vor seinem Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber und dem bisherigen WM-Leader Fernando Alonso (Ferrari). Vettel übernahm damit die Führung im Klassement, sechs Punkte vor Alonso.

    Als Psy, koreanischer Rapper und Erfinder des Gangnam-Styles, die Zielflagge schwenkte, war das perfekte Wochenede für Red Bull - mit der Pole Position und schnellsten Rennrunde für Mark Webber sowie dem Doppelsieg und der WM-Führung für Sebastian Vettel - perfekt. "Wooohooo, yes", brüllte der Weltmeister nach der Zieldurchfahrt in den Boxenfunk.

    Start der Grundstein zum Sieg

    Der Schlüssel zum Sieg war für Vettel wieder einmal der gelungene Start, bei dem er seinen Teamkollegen Webber die Spitzenposition abjagen konnte. "Ich stand eigentlich auf der dreckigen Seite, doch der Grip war besser als gedacht. Mark hat dann auf der langen Geraden versucht zu kontern aber ich bin zum Glück vorne geblieben", beschrieb der Heppenheimer die Situation.

    "Der Start war meinerseits natürlich nicht so toll. Ich habe versucht gleich danach wieder an Sebastian vorbei zu ziehen, doch das hat leider nicht geklappt", zeigte Webber sich naturgemäß weniger erfreut. Dahinter reihte sich Alonso ein, der beim Start Lewis Hamilton überholte.

    Rambo Kobayashi stoppt Rosberg und Button

    Früh zu Ende war der Korea-GP dagegen für Nico Rosberg und Jenson Button. Sauber-Pilot Kamui Kobayashi schätzte den Bremspunkt vor der ersten Kurve völlig falsch ein und rammte Rosberg und Button von der Strecke. Von Einsicht war beim Japaner, der vor Wochenfrist im heimischen Suzuka mit Platz drei noch vollends zu überzeugen wusste, nach dem Unfall nicht viel zu merken. "Da hat irgendjemand früher gebremst. Ich hatte einfach keinen Platz um ausweichen zu können. Natürlich tut es mir für die Beiden leid", kam zumindest eine halbherzige Entschuldigung über seine Lippen.

    Rosberg war deutlich angefressen. "Das macht keinen Spaß. So abgeschossen zu werden ist schon bitter. Ich habe schon spät gebremst. Das habe ich schließlich auch mehrmals im Training geübt. Dann war ich natürlich umso mehr überrascht, dass mich noch einer von hinten getroffen hat. Zumindest Grosjean war heute vorsichtig. Der hat so früh gebremst, dass ich gar nicht mehr wusste wo ich noch hin soll", sagte ein angesäuerter Rosberg mit einem süffisanten Schmunzeln im Hinblick auf die letzten Crash-Vorfälle des Franzosen im Lotus-Team.

    Reifen und immer wieder die Reifen

    Im folgenden Rennverlauf bezog der Grand Prix seine größte Spannung aus den Fragen, wessen Reifen wie schnell abbauen und welcher Pilot wann seine Boxenstops absolvieren muss. Phasenweise erinnerte das Geschehen mehr an einen Tanz auf rohen Eiern als an echtes Racing. "Das war wirklich problematisch. Wir haben pausenlos mit der Box kommuniziert. Die Jungs an der Boxenmauer haben aber einen super Job gemacht und so konnten wir den Sieg ins Ziel tragen", sagte Vettel nach dem Rennen.

    Auch Teamkollege Webber gab an, dass der GP von Koreas maßgeblich durch das "schwarze Gold" beeinflusst wurde. "Ich habe versucht an Seb dran zu bleiben aber die Reifen haben zu sehr nachgelassen und so musste ich ihn ziehen lassen. Natürlich bin ich etwas enttäuscht über meine Platzierung", machte der Australier aus seinem Herzen keine Mördergrube.

    Rennen ohne größere Spannungsphasen

    Das Optimum aus diesem Wochenende holte der Spanier Alonso heraus. "Wir müssen zufrieden sein. Das war insgesamt ein guter Tag für das Team. Wir haben Platz drei und vier geholt und sind in der Konstrukteursmeisterschaft an McLaren vorbei gezogen. Nun müssen wir zusehen, dass wir irgendwie die Lücke zu Red Bull schließen. Die waren heute einfach zu schnell für uns", gab der ehemalige WM-Spitzenreiter unumwunden zu.

    Zu schnell wirkte in der Mitte des Rennens auch sein Teamkollege Felipe Massa, doch als der Brasilianer in Windeseile die Lücke zu Alonso zufuhr, wurde er von der Box zurückgepfiffen. Keine Überraschung, da Ferrari Teamorder schon offenherzig zu Zeiten praktizierte, als diese noch verboten war. Jetzt, da sie erlaubt ist, liegt der komplette Fokus im WM-Kampf natürlich auf dem Spanier. Dass Vettel durch den Sieg die WM-Führung vom Ferrari-Piloten übernahm, wollte der Deutsche nicht überbewerten. "Wir konzentrieren uns nicht auf Ergebnisse sondern darauf, unser Auto weiter zu verbessern." Das darf aufgrund der Überlegenheit von Red Bull schon fast als Drohung verstanden werden.

    Schumacher, Hülkenberg und der heilige Rasen

    Eine weitere Enttäuschung auf seiner Abschiedstournee erlebte der siebenfache Weltmeister Michael Schumacher. Er wehrte sich zwar nach Kräften, war in seinem unterlegenen Mercedes jedoch chancenlos und kam letztlich auf einem enttäuschenden 13. Platz ins Ziel. Fünf Ränge dahinter platzierte sich Timo Glock, der mit seinem noch unterlegeneren Marussia im Rahmen seiner Möglichkeiten blieb.

    Nico Hülkenberg fuhr auf einen glänzenden sechsten Rang. Ein besonderes Glanzstück lieferte der Force-India-Pilot ab, als er in einem Manöver gleichzeitig Romain Grosjean und Ex-Weltmeister Lewis Hamilton überholte.

    Der Brite erlebte unterdessen ein Rennen zum Vergessen. Nachdem er am Start seinen Platz bereits an Fernando Alonso verlor, hatte der McLaren-Pilot in der Folge mit mechanischen Problemen zu kämpfen. Sechs Runden vor Schluss machte ihm auch noch ein Stück grüner Rasen zu schaffen, der sich von der Streckenbegrenzung gelöst hatte und bis zum Rennende unter Hamiltons Boliden klebte. Im heimischen England, wo man ein ganz besonderes Verhältnis zum grünen Rasen pflegt, hätte Hamilton für diese unwürdige Behandlung des "heiligen" Rasens wohl noch mehr Unverständnis geerntet, aber auch in Korea reichte es so nur zu einem zehnten Platz und einem mageren WM-Pünktchen.

    TV-Tipp:

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