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    Champions League - Djordjic: "Das Jammern hilft nichts"

    Petar Djordjic ist der große Pechvogel bei der SG Flensburg-Handewitt. Nach einer harten Vorbereitung verletzte sich der linke Rückraumspieler kurz vor Saisonstart beim Supercup. Im Interview spricht der 21-Jährige über seinen Kreuzbandriss, seine Reha und seinen Umgang mit dem Rückschlag.

    Die erste Frage gilt natürlich ihrem gegenwärtigen Zustand. Wie geht es Ihnen?

    Petar Djordjic: Im Moment geht es mir den Umständen entsprechend gut. Die Operation ist ja gerade mal acht Tage her, aber das Bein ist laut Aussage der Ärzte so, wie es zum gegenwärtigen Zeitpunkt sein soll. Ich gebe gerne zu, es ging mir schon besser. Die Diagnose Kreuzbandriss ist niederschmetternd. Wie war ihre erste Reaktion?

    Djordjic: Auf dem Spielfeld in München wusste ich intuitiv, dass da was kaputtgegangen ist. Die Diagnose gab mir recht. Eine solche Verletzung zu erleiden, ist für einen Sportler besonders schlimm. Wenn es dann auch noch wenige Tage vor Saisonbeginn passiert, ist das ein Albtraum. Ich habe die komplette Vorbereitung absolviert, kein Training verpasst, viel Schweiß vergossen und war fit für die Saison. Ich fühlte mich richtig gut, war entsprechend in Form und stand in den Startlöchern. Insofern ist diese Verletzung richtig bitter. Aber all das Jammern hilft nichts. Jetzt muss ich positiv denken, mit der Verletzung leben und damit richtig umgehen.

    Es war zumindest zu lesen, dass die Operation gut verlaufen ist.

    Djordjic: Das stimmt auch. Ich habe mich in München in einer Privatklinik bei Dr. Strobel operieren lassen. Er ist Spezialist für Kniechirurgie. Die SG hat alles in die Wege geleitet, damit die OP möglichst schnell und gut über die Bühne ging. Dafür bin ich sehr dankbar. Für mich ist eine solche Situation ja völlig neu - und hoffentlich passiert das auch nicht wieder.

    Was sind Ihre nächsten Schritte auf dem Weg zur Rückkehr aufs Spielfeld?

    Djordjic: An Schritte ist derzeit weniger zu denken (lacht). Bislang passiert da noch nicht so viel. Ich nutze Krücken, und mein Bein steckt in einer Schiene. Das Knie muss erst einmal einige Wochen komplett gestreckt sein, damit die Bänder richtig verheilen können. Ich bekomme tägliche Lymphdrainagen hier bei unserem Physiotherapeuten. Außerdem habe ich bei der SG mit den ersten kleineren Übungen begonnen.

    Und jetzt ist Geduld gefragt, oder?

    Djordjic: Klar. Was jetzt folgt, hat natürlich viel mit dem Kopf zu tun. Ich bin ein positiv denkender Mensch und gehe ganz fest davon aus, dass alles wieder gut werden wird. Natürlich unterstützt es enorm, dass Familie und Klub voll hinter mir stehen. Alle Teamkollegen, auch der Trainer, haben sich gemeldet. In den letzten Tagen habe ich unglaublich viele Anrufe bekommen. Diese Unterstützung hat mich echt gerührt. Auch über meinen Facebook-Account gibt es viel Zuspruch für mich. Wahnsinn, dass so viele Menschen an mich denken.

    Wie vertreibt man sich die Zeit daheim?

    Djordjic: Mein Facebook-Account ist noch recht neu. Hier verbringe ich derzeit recht viel Zeit. Außerdem hat mich der Serienvirus erwischt, obwohl ich in meinem Leben nie ein begeisterter TV-Fan war. Schuld ist Lars Kaufmann. Er sagte zu mir, dass ich ja nun hinreichend Zeit hätte, mir mal eine Serie anzuschauen. Empfohlen hat er mir "Lost". Ich muss sagen, dass war eine gute Empfehlung. Auch "Breaking bad" hat er mir genannt. Das steht als nächstes an.

    Wie hat Ihr Vater Zoran Djordjic reagiert, als er von der Verletzung erfahren hat?

    Djordjic: Mein Vater kann sehr gut nachvollziehen, wie es mir geht. Bei der HSG Wetzlar war er mein Trainer und auch mein Mitspieler. Als die Verletzung passierte, waren meine Eltern im Urlaub in Serbien. In dem Moment, als er davon hörte, ist er schon mächtig nervös geworden. Aber hier in Flensburg gibt er mir viel Kraft, weil er weiß, wie ein Sportlerleben ist, was alles passieren kann. Das verbindet uns sehr.

    Sicher fällt Ihnen das Zuschauen schwer, oder?

    Djordjic: Na klar, es juckt mich ungemein mitzumischen. Dennoch ist es mir wichtig, jeden Tag beim Training zu sein. Wir sind ein richtig gutes Team mit vielen coolen Typen. Das Gefühl, dass ich weiterhin dazugehöre, hilft mir - auch wenn ich draußen sitze und zuschauen muss.

    Gibt es bereits eine Prognose, wann Sie wieder spielen können?

    Djordjic: Es ist zu früh, etwas Seriöses zu einem Comeback zu sagen. Das hängt ja nicht allein davon ab, wie viel man selbst investiert. Es kommt auch darauf an, wie der Heilungsprozess verläuft und wie der Körper auf die Reha reagiert. Ich hoffe natürlich, so rasch wie möglich wieder gesund und fit zu werden. Aber ich muss mich davor hüten, das mit zu viel Stress zu machen. Mein Umfeld hier in Flensburg hilft mir sehr, in diesem Punkt das richtige Maß zu finden.

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