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    Djokovic: 'Ich will Geschichte schreiben'

    Novak Djokovic spricht im Exklusiv-Interview mit Eurosport über Rafael Nadal, Roger Federer und seine Chancen bei den French Open. Der Klassiker ist das einzige Grand-Slam-Turnier, das der Serbe, der in Paris erstmals im Outfit seines neuen Ausstatters "Uniqlo" aufschlägt, noch nicht gewonnen hat.

    Das Interview führte Cedric Rouquette

    Herr Djokovic, wie geht es Ihnen vor dem Turnier, anders als im Vorjahr?

    Novak Djokovic: Allerdings! Im letzten Jahr hatte ich vor Roland Garros eine unglaubliche Serie und stand unter starkem Druck, die Trophäe zu gewinnen. Ich habe ein starkes Halbfinale gespielt, aber Roger war an diesem Tag besser und ich war mit meiner Leistung zufrieden. Bis jetzt war 2011 natürlich das beste Jahr meiner Karriere - diese Saison ist anders. Ich glaube, dass obwohl ich bis zu diesem Zeitpunkt mehr Matches verloren habe als im Vorjahr, ich genauso gut spiele und mich gut fühle. Im Finale von Rom gelangen mir einige Winner. Meine Formkurve geht nach oben und ich bin zuversichtlich, dass ich in den zwei Wochen mein bestes Tennis abliefern kann.

    Als doch wieder Druck...

    Djokovic: Ich verspüre nicht so viel Druck wie letztes Jahr, aber um ehrlich zu sein, ist der Druck allgegenwärtig. Besonders an die Topspieler werden große Erwartungen geknüpft. Man muss einen Großteil seiner Matches gewinnen und in die letzten Runden der Grand Slams kommen. Ich habe die Herausforderung angenommen und genieße es. Mit den Jahren habe ich gelernt, mit dem Druck umzugehen. Es ist ein tolles Gefühl in Paris zu spielen und in Frankreich zu sein. Dazu kommen die Fans, die mich auf dem Court unterstützen. Das macht mich sehr glücklich und ich freue mich sehr auf die French Open.

    Sie haben in dieser Saison die Möglichkeit, alle vier Grand-Slam-Turniere zu gewinnen und somit Geschichte zu schreiben...

    Djokovic: Es ist mir sehr wichtig, Geschichte zu schreiben. Nicht viele Tennisspieler haben in ihrem Leben die Möglichkeit dazu. Ich bin dankbar, in der Position zu sein, vier Grand-Slam-Turniere in Folge gewinnen zu können. Es ist eine schwierige Aufgabe und eine große Herausforderung. Ich fühle mich bereit, bin top motiviert und bereite mich gut vor. Um mich herum sind einige großartige Leute, die mir mein Leben erleichtern und es mir ermöglichen, mein bestes Tennis auf dem Court abzuliefern. Lasst uns von Tag zu Tag schauen, wie es läuft und wohin es führt.

    Welche Schwerpunkte haben Sie in der Vorbereitung auf Paris gesetzt?

    Djokovic: Die Vorbereitung liegt eher im mentalen Bereich. Im Vorfeld von Roland Garros sind viele Turniere, auf die ich mich konzentrieren musste. Daher war es auf der einen Seite schwer, sich komplett auf die French Open zu fokussieren und auch auf der anderen dies nicht zu tun, denn der Titel steht auf meiner Liste für 2011 ganz oben.

    Welche Erinnerungen haben Sie an das Australian-Open-Finale gegen Rafael Nadal?

    Djokovic: Wir haben beide etwas Neues über uns gelernt. Meines Erachtens hatten wir eine außerkörperliche Erfahrung, da wir so viel Energie auf dem Court gelassen haben. Nach fünf Stunden Spielzeit wurde es wirklich ermüdend und wir beide wussten, dass wir über das Limit hinausgehen mussten, um den Titel zu gewinnen. Ich war der glücklichere Spieler und es war wohl das beste Match, das ich je gespielt habe. Zu wissen, dass ich eine solch lange Partie wie in Australien bewältigen kann, gibt mir eine Menge Selbstvertrauen. Es spornt mich an, mich über so viele Stunden pushen zu können und das auf einem Hartplatz, auf einem so hohen Level mit dieser Intensität und das Ganze gegen Nadal. Und der ist, wie wir alle wissen, der physisch beste Spieler auf der Tour.

    Gerade die Rivalität mit Nadal und Roger Federer ist ja eine ganz besondere.

    Djokovic: Die beiden waren die dominanten Spieler der letzten fünf, sechs Jahre und echte Champions auf und abseits des Courts. Sie repräsentieren den Tennissport großartig und sind Vorbilder mehrerer Generationen. Speziell bei Grand-Slam-Turnieren sind Nadal und Federer schwer zu schlagen, weil sie vom Kopf her stark sind. Sie ließen mich härter arbeiten und machten mich zu einem besseren Spieler. Wir alle wollen unser Bestes geben, wenn es gegen die größten Rivalen geht.

    Nadal haben Sie zwar in Melbourne geschlagen, in Monte-Carlo gab es aber eine Niederlage.

    Djokovic: Ich hatte es ein wenig erwartet, dass Nadal während des Matches seine Taktik wechseln kann. Er hat das gut gemacht und war in beiden Spielen der bessere von uns. Obwohl ich gegen ihn sieben Mal hintereinander gewonnen hatte, davon letztes Jahr zwei Mal auf Sand, gehe ich nicht als Favorit gegen ihn in die Partien. Aufgrund seiner zahlreichen Erfolge auf allen Bodenbelägen und speziell auf Sand ist er die ultimative Herausforderung. Rafa ist der Mann, den es zu schlagen gilt.

    VIDEO - Wilanders Analyse: Djokovic unter der Lupe

    TV-Tipp:Die letzten Tests vor den French Open (ab 27. Mai LIVE bei Eurosport): Das WTA-Turnier in Brüssel und das Masters Guinot Mary Cohr-Einladungsturnier der Herren vom 23. bis 26. Mai LIVE  im TV bei Eurosport und Eurosport 2 oder über den Eurosport Player im Internet .

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