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    DFB Pokal - Kapitän Robben übernimmt Kommando

    Nach der unerwarteten Bundesliga-Niederlage gegen Leverkusen nimmt der "Bayern-Dampfer" langsam wieder Fahrt auf. In der zweiten Runde des DFB-Pokals setzte sich der Rekord-Sieger aus München mühelos mit 4:0 (1:0) gegen harmlose "Teufel" aus Kaiserslautern durch. Start-Elf-Rückkehrer Arjen Robben übernahm von Anfang an das Kommando. Jetzt gilt es gegen Hamburg Kurs zu halten.

    Mario Gomez und Holger Badstuber werden sich verwundert die Augen gerieben haben, als sie mit etwas Verspätung in ihre Tribünensitze rutschten.

    Jupp Heynckes hatte seiner Mannschaft die totale Rotation verordnet. Bis auf David Alaba und Jerome Boateng konnten sich alle Wochenend-Verlierer gegen die "Roten Teufel" eine Verschnaufpause gönnen. Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Franck Ribery nahmen erst gar nicht auf der Bank Platz.

    Spieler-Roulette verunsichert Bayern

    Robben - gegen Kaiserslautern zum Kapitän ernannt - hatte nach der Leverkusen-Pleite noch von einem "Wake-Up-Call" gesprochen und vorab an das Team appelliert "immer aggressiv aufzutreten. Man muss von der ersten Minute an da sein." Doch die Bayern zeigten aufgrund des radikalen "Spieler-Roulettes" zu Beginn der Partie noch ungewohnte Abstimmungsschwächen im eigenen Pass- und Stellungsspiel. Und so konnte auch Robben die Nervosität der Gastgeber nicht brechen, als er den Treffer von Claudio Pizarro (11.) mustergültig vorbereitete.

    Erst im zweiten Durchgang gelang es "Kapitän" Robben, das Bayern-Schiff in ruhigeres Fahrwasser zu steuern. Er selbst traf zum 2:0 (49.), Pizarro wurde mustergültig von Shaqiri bedient (58.), ehe erneut Robben mit dem 4:0 für klare Verhältnisse sorgte (88.).

    Robben lenkt und leitet

    Mit der Kapitänsbinde am Arm schien sich Start-Elf-Rückkehrer Robben die Chefrolle selbst verordnet zu haben. Der Holländer zeigte sich einsatzfreudig, spritzig, beackerte den Rasen in der Allianz Arena in altbekannter Manier und beendete mit seiner überragenden Leistung alle Diskussionen über ein vorzeitiges Karriereende.

    "Vielleicht sollte ich öfter Kapitän sein. Ich muss mal mit Philipp reden", zeigte er sich von der "Aushilfs-Kapitänsrolle" mehr als angetan. Beruhigte aber mit einem Grinsen: "Nein, wir haben zwei richtig gute Kapitäne mit Philipp und Schweini. Die machen das super!" Dennoch scheint der Ausflug als Kapitän für Robben etwas ganz Besonderes zu sein. "Ich war sehr stolz, dass ich heute zum ersten Mal Kapitän war. Die Binde bleibt beim Schlafen dran."

    Pizarros Führungstreffer leitete Robben mit einem genialen Pass aus der Drehung in den Lauf ein. Vieles klappt inzwischen wieder so, wie es sich der ehrgeizige Holländer auf dem Platz wünscht. Robben ist in bester Stimmung und auf dem Weg zu alter Stärke. Und so lobt er als offizieller Chef der Gruppe das Auftreten der Bayern-Nachrücker. "Die Mannschaft hatte keine Spielpraxis. Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Es war nicht einfach, aber wir haben es einfach gemacht."

    Pizarro eröffnet Jagd auf Müller

    Als Robbens kongenialer Partner spielt sich derzeit Claudio Pizarro in den Fokus. "Ich freue mich immer, wenn ich spielen und Tore machen kann. Mit Arjen war es sehr gut, ein guter Spieler, mit großer Qualität", zeigte sich auch der Peruaner über seinen Einsatz in der ersten Mannschaft erfreut.

    Nach seinem Doppelpack befindet sich Pizarro weiter auf Rekordjagd. Im DFB-Pokal hat er inzwischen 26 Treffer erzielt. Vor ihm thront nur - wie soll es anders sein - Gerd Müller. Und so richtet Pizarro gleich noch eine Kampfansage an die etablierten Stammkräfte der Bayern. "Natürlich war das sehr gut! Ich habe viel Freude und viel Spaß gehabt. Wir haben heute gezeigt, dass wir auch noch da sind."

    Heynckes zieht den Hut

    Der Plan von Trainer Heynckes scheint derzeit voll aufzugehen. Nach dem 1:2 gegen Leverkusen war Heynckes zunächst darauf bedacht Panik zu vermeiden. "Die Niederlage wird uns nicht umwerfen", versicherte der 67-Jährige. "Wir haben einen komfortablen Vorsprung vor den Verfolgern."

    Und so konnte er in aller Ruhe der zweiten Garde sein Vertrauen aussprechen und einigen Spielern vor der wichtigen Partie in Hamburg eine Pause gönnen. Nach dem Einzug ins Achtelfinale kann sich die Mannschaft nun gezielt auf die Bundesliga einstellen.

    Vom Ergebnis zeigte sich Heynckes nichtsdestotrotz hoch erfreut. "Man hat meinen Spielern heute den unbedingten Willen angesehen, ins Achtelfinale einzuziehen. In der ersten Halbzeit hat Kaiserslautern großen Widerstand geleistet. Auch wenn ich viele Veränderungen vorgenommen habe, hat meine Mannschaft sehr homogen gespielt, sehr spielfreudig, sehr diszipliniert. Ich denke, dass die Spieler sich das heute verdient haben. Kompliment an die Truppe."

    Zweifel an der neu sortierten Mannschaft hatte Heynckes auch im Vorfeld der Partie nicht: "Wir trainieren täglich Passspiel, Laufwege, Angriffsschemen – deswegen habe ich auch heute in der Sitzung gesagt: Leute, wir werden harmonieren, das habt Ihr drauf und drin. Das haben die Spieler eindrucksvoll gezeigt."

    Eines wurde zumindest deutlich: Der zweite Bayern-Anzug passt! Und zwar maßgeschneidert!

    Gegen Hamburg wird die Mannschaft der Bayern allerdings eine andere sein.

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